Thema:
Das Problem ist... flat
Autor: Guy
Datum:14.03.23 14:55
Antwort auf:Ich hab da gearbeitet. AMA! von BOBELE

...dass alles was Du beschreibst zwar richtig ist, aber eben nur die Folge davon, dass online andere Preise aufgerufen werden und Du als Warenhaus/Einzelhändler zu diesen erzielbaren Preisen, bzw. den daraus resultierenden (zumeist kaum noch vorhandenen) Margen, eben nichts von alledem mehr realisieren kannst, was den (guten) Einzelhandel einst groß und erlebenswert gemacht hat:
Zahlreiches (kompetentes) Personal, das sich für den Kunden Zeit nehmen kann, ansprechende Warenpräsentation mit ausprobier-, erleb- und erfühlbaren Produkten, sowie regelmäßige Investitionen, um das alles auch optisch top in Schuss zu halten.
Wenn einfach nicht die Kohle hängen bleibt, die dafür nötig ist, fängt man an, einzusparen, wo man einsparen kann - und die Negativschraube dreht sich unweigerlich nach unten!
Da sind dann die Einsparungen nicht die Ursache, sondern die Folge, die die Ursache verstärken.
Das, was der Kunde heute im Einzelhandel erwartet, ist mit den aktuellen Margen bei den meisten Produkten einfach nicht leistbar.
Daher wirds nicht der letzte Konzern dieser Art sein, den dieses Schicksal ereilt.
Und das sage ich als jemand, der selber im Einzelhandel arbeitet.

Und zum bösen Magagement:
Amazon beutet all seine Beteiligten noch deutlich mehr aus, damit (nur) das Management die fette Kohle scheffelt und die Konkurrenz ausgeschaltet wird.
Der Kunde weiß das, schaut aber weg, redet sichs schön („nicht mein Problem“), nimmt dankend die günstige(re)n Preise an und regt sich dann über den immer ungenießbarer werdenden Einzelhandel auf.
Dabei hat letztendlich er mit seinem Portemonnaie entschieden.
Was „das Konzept Kaufhaus ist tot“ somit bestätigt.


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