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Re:Mein FCB-Zwischenfazit nach den ersten zehn Spielen: flat
Autor: The Snake
Datum:14.09.22 21:48
Antwort auf:Re:Mein FCB-Zwischenfazit nach den ersten zehn Spielen: von Xtant

>Hm.... bin ja eher distanziert-interessierter Laie...
>
>IMO ist Musiala jetzt schon Weltklasse. Und Kimmich mit seinem Einsatz, der Führungsfunktion und seinen hinter-die-Abwehr-Pässen absolut unverzichtbar.


Musiala macht das weiterhin großartig.

Mit Kimmich's Vorzügen sehe ich es ähnlich wie du, jedoch habe ich immer wieder mal Spiele mit seiner Beteiligung gesehen, wo er aufgrund von Ballverlust/verlorenem Zweikampf im so wichtigen zentralen/defensiven Mittelfeld der Hauptverursacher für ein Gegentor war. In seiner Gesamtheit ist er für mich deswegen auf dieser Position einfach nicht weltklasse und auch kein Weltfußballer-Kandidat.  

>Mit Coman, Sane und Gnabry hat man IMO drei arg ähnliche Spielertypen. Auf Dauer vielleicht einer zuviel. Coman ist sicher Weltklasse, aber klebt immer arg an der Seitenlinie. Aber vielleicht gefällt einem Trainer bei seinem taktischen Konzept ja gerade das. :)
>
>Bei Sabitzer sehe ich nicht, warum ausgerechnet er bei den Bayern sein muss. Jo, gute Saison bislang... aber von seiner Güteklasse sollte es doch noch sieben, acht, neun andere geben, ohne dass man  gleich unanständige Transfersummen ausgeben muss.


Da Sabitzer wohl 15 Millionen Euro Ablöse gekostet hat, passt das aus meiner Sicht schon. Er scheint mir jetzt nach einer Saison beim FCB angekommen zu sein und macht das bisher gut, auch wenn er noch Luft nach oben hat (Abschlüsse). Mit seinen 27 Jahren auch noch lange nicht zu alt. Ich würde ihn auf jeden Fall behalten und freue mich, dass seine Leistungen im Vergleich zur letzten Saison spürbar besser geworden sind.

>Von de Ligt hätte ich schon erwartet, dass er bei DER Transfersumme gleich vom ersten Spiel an eine deutliche Verstärkung ist. Sich das mit "Potenzial" schönzureden, ist IMO lächerlich. Natürlich kann sich das noch ändern (hoffentlich), aber bislang hat man 80 Millionen halbwegs umsonst ausgegeben.

Man hat halt drei Top-Innenverteidiger, welche allesamt sehr teuer waren.

Wenn alle drei gesund sind, muss einer zunächst zuschauen, da kann man wenig machen und es muss nicht unbedingt etwas damit zu tun haben, dass einer der drei nicht ein Top-Niveau hätte.

De Ligt ist noch neu, die anderen Beiden sind etabliert und besser eingespielt. Er muss sich weiter an das neue Umfeld gewöhnen (Mannschaft, Trainer, Feinabstimmungen, etc.) und hatte zu Beginn auch noch etwas Trainings-Rückstand. Nagelsmann ist nach den Eindrücken der ersten Wochen davon überzeugt, dass De Ligt ein ganz wichtiger Baustein für die kommenden Jahre sein wird. Und ich denke das auch. Es kann immer gut sein, dass Spieler sofort vom ersten Moment an funktionieren. Es kann aber auch ein wenig dauern, siehe bspw. Hernández oder Sabitzer.

Und auch wenn Bronco versuchen sollte, De Ligt's Stellungsspiel mit wiederkehrenden Mumbo Jumbo-Zaubern durcheinanderzuzwirbeln, damit er am Ende auch mal Recht behält, wird sich De Ligt dem entziehen und ein wichtiger FCB-Faktor werden, da bin ich mir sicher ;)

>Insgesamt finde ich - eben gerade als Laie - die Transferpolitik seit Jahren eher seltsam. Ich vermisse das Abwerben der großen jungen deutschen/deutschsprachigen Toptalente innerhalb der Liga. Gerade dafür waren die Bayern doch immer bekannt. Sattdessen verpflichtet man Krampen wie Sarr, Roca oder Nianzou, bei denen ich mich bis heute frage, was die Bayern dabei geritten hat.

Man hat ja nach wie vor einige wichtige deutsche Nationalspieler in der Mannschaft. Die anderen Nationen waren in den vergangenen Jahren bei den großen Turnieren deutlich erfolgreicher, weswegen dessen Spieler auch ein wenig begehrter sind.

Zu Sarr, Roca oder Nianzou:

Sarr konnte bisher tatsächlich nicht überzeugen und wird es sehr wahrscheinlich auch nicht mehr. Der sitzt seinen Vierjahres-Vertrag bestimmt noch 1,5 Jahre aus. Kann passieren, dass man mit einer Spieler-Verpflichtung auch mal daneben liegt.

Roca oder Nianzou hat man aber doch mit Gewinn verkauft und bei Nianzou sogar auch eine Rückkauf-Option?

Nianzou galt vor seiner Verpflichtung als eines der größten Nachwuchs-Talente in Europa, wodurch der (ablösefreie?) Wechsel zum FCB eine Top-Verpflichtung war. Dazu haben dem FCB damals sehr viele Leute gratuliert (u.a. Tuchel). Dass er sich mehrfach verletzt, darunter mindestens einmal länger, konnte man zum Zeitpunkt des Transfers nicht vorausahnen.

Roca hat nicht viele Spiele gemacht, worunter einige jedoch aufgezeigt haben, dass der Junge was auf dem Kasten hat. Über den Ersatz-/Ergänzungsspieler-Status ist er aufgrund der hohen Kader-Qualität nicht hinausgekommen, das kann bei Bayern natürlich immer passieren. Er wollte mehr Spielpraxis und hat jetzt bei einem anderen Verein die Gelegenheit, sich zu beweisen. War auch kein Stänkerer und dazu mit Gewinn verkauft.

Somit ist es insgesamt doch nicht schlecht gelaufen?

Man darf auch nicht den damaligen Corona-Einfluss mitsamt fehlender Zuschauer-Einnahmen außer Acht lassen, welcher sich in Hinsicht auf die Spieler-Verpflichtungen bemerkbar machte. Bayern ist zu der Zeit der Verpflichtungen von Sarr und Roca sehr zurückhaltend bzgl. der Ausgaben gewesen, was aus meiner Sicht auch genau richtig so war.

In dieser Saison profitierten die Milliardärs-Klubs noch mehr als ohnehin schon, da ihnen die fehlenden Zuschauer-Einnahmen reichlich egal sein konnten. So sah dann das Champions League-Halbfinale aus:

[https://www.kicker.de/champions-league/spieltag/2020-21/9]

Und das Finale:

[https://www.kicker.de/champions-league/spieltag/2020-21/10]

Zusammenfassend denke ich, dass Bayern keine schlechte Transfer-Politik betrieben hat und auch jetzt mit deutlich höheren Transfer-Ausgaben überlegt agiert.


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