Thema:
Re:mag die Einfassung nicht - Studienergebnis aber traurig flat
Autor: Telemesse
Datum:12.11.20 12:51
Antwort auf:mag die Einfassung nicht - Studienergebnis aber traurig von MOGli

>Es ist eher eine Meinungs-/Kommentar-Kolumne. Die Studie nimmt das Drittel im Mittelteil ein, umrahmt von Einschätzungen des Autors. Ich hätte mir mehr Details zur Studie gewünscht. Den Übergang zum letzten Drittel musste ich mehrmals lesen, um klar zu sehen, dass das nicht Schlussfolgerungen und Bewertungen sind, die die Studie stellt, sondern wieder Autor-Meinung.
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>Prinzipiell finde ich die Beobachtungen der Studie ebenfalls beklagenswert. Man muss einfach von Emotionen und Gesinnung weg und hin zu Inhalten. Es ist ein Grundmisstrauen in alles eingetreten, was die Sicht zu oft verzerrt oder verstellt.
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>Das Grundmisstrauen sehe ich auch bei mir. Mich hat es z.B. sehr erschüttert, in welchem Umfang die freien westlichen Regierungen ihre Bürger bespitzeln. Zusammen mit kritischem Blick auf den Kapitalismus wird man schon verbittert. Auch das hat mich am Artikel gestört, dieser plump-dumme Seitenhieb auf die kritische Theorie ("Vulgärform").
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>Der beobachtete mangelnde Wille zum Diskurs in produktiver Absicht würgt auch alle berechtigte Kritik an den momentanen Umständen ab. So kann die Kritik der vermeintlich Linken auch als Äußerungen verhinderter Stalinisten abbügeln. So kommt man nie über das Lamentieren über Symptome hinweg, statt sich um eigentliche Ursachen und wirklich wichtige Änderungen zu kümmern.


Das ganze Thema ist ja dieses Jahr mit der Rückkehr von Lucke an die Uni Hamburg medial hochgekocht. Die Uni Hamburg hat zu der ganzen Thematik eine Stellungnahme veröffentlicht.
Der folgende Absatz zeigt hierbei ja deutlich das Störungen der Vorträge von vermeintlich ideologisch missliebigen Rednern/Lehrern häufiger vorkommen.

„ Der Akademische Senat der Universität hat sich auf Vorschlag des Präsidenten bereits in seiner Sitzung vom 12. September 2019 darauf geeinigt, eine Arbeitsgruppe zur Befassung mit dem Schutz der wissenschaftlichen Freiheit einzuberufen. Die Störungen von Lehrveranstaltungen und öffentlichen Vorträgen an deutschen Universitäten sind kein Einzelfall. Aus diesem Grund hat der Akademische Senat der Universität Hamburg eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die unter dem Vorsitz eines Verfassungsrechtlers die entsprechenden Ereignisse dokumentieren, analysieren und Empfehlungen zur künftigen Sicherung des Art. 5, Abs. 3 GG entwickeln soll. Des Weiteren plant die Universität Hamburg aus diesen Anlässen die Durchführung einer öffentlichen Veranstaltungsreihe zu dem gleichen Thema.“

[https://www.uni-hamburg.de/newsroom/im-fokus/2019/1022-fragen-antworten-lucke.html]

Unabhängig von der Causa Lucke sollte es eigentlich Usus sein Meinungen, die sich innerhalb des demokratischen und verfassungsrechtlich legitimen Spektrums befinden zu tolerieren und auszuhalten auch wenn sie der eigenen Sichtweise nicht entsprechen. Insofern begrüße ich es sehr wenn gegenläufige Tendenzen durch die o.g. Arbeitsgruppe mal objektiv dokumentiert werden.


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