Thema:
Re:Demokratie > Klimaschutz flat
Autor: Pezking
Datum:09.10.19 10:06
Antwort auf:Re:Demokratie > Klimaschutz von token

>>Ohne jeden Zweifel.
>>
>>Selbstgerechte Ökofaschisten (die es zum Glück Stand jetzt nicht in nennenswerten Stückzahlen gibt) hätten das Zeug für richtig schön viel Genozid.
>>
>>Im Dienste der guten Sache. Wie immer, wenn jemand Genozid gerade mal für eine gute Idee hält.
>>
>Ich kann hier nicht folgen.
>Ökoextremismus (hau ab mit Faschismus) = Genozid?
>Höh?
>Kannst du diese Querbeziehung mal erläutern?


Sonic2d bringt hier hypothetisch (!) eine Form von Ökoaktivismus ins Spiel, die sich notfalls auch von demokratischen Zwängen lossagen will.

Und ich sage: Wer glaubt, dass einen ausgerechnet Demokratie und Rechtsstaat davon abhalten, das "Richtige" zu tun, ist töricht. Und wenn solche selbstgerechten Kräfte an die Macht kommen, endet das immer tragisch.

Ich stelle weiter unten ja auch fest, dass ich es für komplett plemplem halte, aktuelle Ökoaktivisten als Faschisten zu bezeichnen, was ja manche durchgeknallte Zeitgenossen längst tun. Aber im hier in den Raum gestellten hypothetischen Szenario? Da wäre das durchaus passend, bzw. könnte es sich allzu leicht als passend entpuppen.

>Davon ab, da du Genozid einwirfst.
>Das ist übrigens ein äußerst relevantes Problem. Der aktuelle Kurs führt zwangsläufig dazu dass sukzessive hunderte Millionen Menschen durch die Folgen des Klimawandels sterben werden. Das ist kein aktives Töten, aber eben durchaus auch eine Form des Tötens. Eine Variante dieses passiven Tötens ist Stand heute auch schon gesellschaftskonform, nämlich Menschen durch gezielt unterlassene Hilfeleistung im Mittelmeer ersaufen zu lassen, und Humanisten die da nicht zusehen zu kriminalisieren.
>Hier hat man unsere Anspruchshaltung innerhalb unserer eigenen Gesellschaft schon komplett auf links gedreht, hier ist nämlich genau dieses Verhalten gar strafbar, durch unterlassene Hilfeleistung kannst du sogar im Knast landen.


Was da im Mittelmeer läuft finde ich garantiert nicht weniger schändlich als Du. Aber auch hier liegt die Ursache nicht in Demokratie und Rechtsstaatlichkeit begründet, sondern in Egoismus, Feigheit und Rassismus. Der demokratische Rechtsstaat sorgt wenigstens dafür, dass dies in seinem Einflussbereich strafbar ist. Dass hier niemand ungeschoren zusehen darf, wie Flüchtlinge im Rhein ertrinken.

Das Problem ist, dass es keine rechtsstaatliche Instanz gibt, die potenzielle Retter, die im Mittelmeer tatenlos anderem beim Ersaufen zugucken, vor Gericht belangen können.

>Anstatt sich in vermeintlichen Drohszenarien von Ökoterroristen zu verlieren und einer Bewegung die es Stand heute nicht gibt Dinge anzudichten die Stand heute nicht passieren, wäre es vielleicht mal angebracht nüchtern darauf zu schauen welche humanitäre Katastrophe westliche Gesellschaften vollkommen bewusst anschieben. Das ist nämlich tatsächlich statt findende Realität.

Ich reagiere hier nur auf die von Sonic2d aufgeworfene Frage. Aus eigenem Antrieb hätte ich die Kiste nie aufgemacht. Mir geht es nur darum, mich klar gegen ein Aufweichen und Infragestellen der Demokratie in jeder Form zu positionieren.

>Dass dies das Resultat eines demokratischen Akts ist, macht es bei aller Wertschätzung für die Demokratie nicht besser. Es ist schlicht und ergreifend falsch

Niemand behauptet, dass demokratische Entscheidungen immer richtig sind. Ich gehe nur zu 100% davon aus, dass ohne einen demokratischen Prozess sehr häufig noch viel schlimmere Entscheidungen getroffen werden würden.

>und das worauf wir sehenden Auges zusteuern ist nicht einfach nur eines der größten Menschheitsverbrechen der Geschichte, sondern schlicht und ergreifend DAS größte Menschheitsverbrechen der Geschichte.

Ich sehe es eher als größtes Eigentor der Geschichte. Und vor allem befindet sich der Klimawandel nicht im Wettbewerb mit dem Holocaust.


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