Thema:
Re:Aber kein Fall von Rechtsextremismus! flat
Autor: Mampf
Datum:14.09.22 22:12
Antwort auf:Re:Aber kein Fall von Rechtsextremismus! von Pezking

>>Tja was soll ich sagen, ich halte nichts von Einordnungen bei dem am Ende bis zu 10-20% der Bevölkerung als (potentielle) Links- oder Rechtsextreme gelten würden.
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>>Das deckt sich einfach nicht mit meinem Verständnis des Begriffes "Extremismus".
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>Ich stufe nicht annähernd "10-20% der Bevölkerung" als Querdenker ein. Das sind ein paar Tausend versprengte Idioten, "Die Basis" hat bei der letzten Bundestagswahl keinen Blumentopf gewonnen.
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>Gleichzeitig muss man natürlich auch damit arbeiten, dass die AfD gute zehn Prozent geholt hat. Deren Wähler mögen nicht alle waschechte Rechtsextreme sein. Aber "potenzielle", wie Du es selbst ins Spiel bringst? Das sollte man sicherheitshalber schon bejahen, wenn sie dort ihr Kreuzchen machen.
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>Mit diesem messbaren Ausmaß vor Augen sollte man diese Problematik anpacken, denn letztendlich geht es ja beim Kampf gegen den Extremismus in erster Linie darum, den demokratischen Rechtsstaat zu stärken - und da muss man den Leuten Gründe liefern, eben keine extremistischen Parteien mehr zu wählen.



Ja, man muss Gründe liefern.
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>Es hilft rein gar nichts, wenn man deren Kreuzchen auf dem Wahlzettel verniedlicht, indem man annimmt, dass sie ja gar nicht so doll hinter faschistischen Ideen stehen. Mit diesem Kreuzchen richten sie den größtmöglichen Schaden an, und man muss verdammt nochmal alles unternehmen, um diese Leute wieder umzustimmen.


Und jetzt ist eine super gelegenheit für mich dir dar zu legen, was für ein Problem ich bei solchen Themen mit dir habe. Worum geht es dir bei so einem Thema? Menschen zu brandmarken? Zu beurteilen, wer jetzt zu den guten gehört und wer nicht? Oder darum, tatsächlich die Demokratie zu stärken?

Dein Ansatz, den Du hier im forum zum besten gibst, jeden, bei tendenziell Rechten Quellen zu sagen, dass seine Aussage dumm sind, weil die Quelle per se schon rechte Tendenzen aufweist etc. Halte ich für absolut kontra Produktiv. Im Rahmen des Forums mag das ja keine Rolle spielen, aber als ernsthafter Standpunkt, wie die Demokratie zu stärken sei.... Klingt das für mich einfach sehr weltfremd.

Dabei sehe ich es selbst so, dass eine Demokratie durchaus die Grenzen aufzeigen muss, und Haltung zeigen an sich nicht falsch ist. Aber die kacke ist nun mal für viele am dampfen, und das ist eben ein Umstand, den der rechtspopulisten einfach sich zu nutze machen. Und  wenn die zivilgesellschaft als Gegenmaßnahme da einfach nur immer lauter mit dem Zeigefinger droht, dass man nicht mit den schmuddelkinder spielen soll, und sei noch so oft erklärt worden, warum man, wenn man den oder den wählt, oder das und dies Magazin liest, nun als faschist gilt... Dann redet man an den betroffenen einfach vorbei. Dann mag man Haltung gezeigt haben, ja toll. Aber dennoch hat man damit mitnichten die Demokratie gestärkt, im Gegenteil, man hat den populismus gestartet, weil man so weit oben in seinem moralischen Elfenbeinturm lebt und gar nicht mehr in der Lage ist das zu riechen, was eben der Pöbel jeden Tag riechen muss. Das bei dem Geruch dem einen oder anderen die Lust vergeht, sich darum gedanken zu machen wer denn da lciht am Ende des tunnels verspricht sollte nciht wundern.

Ich gebe dir recht, dass man afd Wählern und Co nicht so leichtfertig armut und Verzweiflung attestieren sollte, aber  ich halte es für fatal, da einfach jeden in eine Schublade stecken zu wollen und gut ist. Imo ist da schon während der corona Phase sehr viel schief gelaufen. Und gerade hier im forum hat sich gezeigt, dass manche ganz schnell dabei waren andere ganz schnell in eine Schublade stecken zu wollen. Klar, das können tatsächliche Querdenker noch besser, aber die sollten ja kein Maßstab für das eigenen Handeln sein.


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