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| Autor: | _bla_ | ||
| Datum: | 12.12.21 20:36 | ||
| Antwort auf: | Re:Die Stiko ist tlw echt strange von Transistor | ||
>Lief das in irgend einem Land anders? Israel hatte die Empfehlungen nach Alter, die FDA in der USA hat einen Tag nach der Stiko ab 18 freigegeben, die JVCI in UK hat ebenfalls nach Alter freigegeben (z.B. Mitte November erweitert auf 40-49). Ja, schau doch beispielsweise mal genau in deine UK Quelle. Dort wird ganz ausdrücklich von Priorisierung gesprochen und die Empfehlung für eine Boosterkampagne im Winter gab es dort eben schon im Sommer und auch in dieser Empfehlung stand eben drin, das man zwar die 70jährigen zuerst, aber die anderen halt so schnell wie möglich auch. Das ist was ganz anderes als unsere STIKO, die bei der Empfehlung für die 70jährigen erstmal sagt, naja, wir wissen ja noch gar nicht, ob das für andere auch noch kommt. Obwohl es damals schon gute Daten aus Israel gab, die offenbar auch der JVCI bekannt waren. >Das höre ich gerade zum ersten mal. Die Begründungen waren doch immer die fehlenden Daten und der geringe Nutzen für Kinder. [https://www.riffreporter.de/de/wissen/stiko-empfehlung-corona-impfung-vorerkrankte-kinder-und-jugendliche] „Deshalb sieht es die Stiko insgesamt als sinnvoller an, die begrenzt verfügbaren Impfstoffe für Erwachsene mit höherem Risiko als für gesunde Kinder und Jugendliche einzusetzen.“ Und hier noch mal ganz offen zugegeben, das es eben nicht nur um Evidenz sondern um einen Priorisierungsversuch ging: [https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/stiko-mertens-raeumt-fehler-ein-101.html] "Das sehen Sie an der Frage der Empfehlung der über-70-Jährigen", so Mertens. "Da nicht absehbar war, dass wir in unserer Bevölkerung so schnell wie in Israel eine Durchimpfung vornehmen können, musste man auf jeden Fall zunächst die Menschen schützen, die auch ein hohes Risiko für schwere Erkrankung haben. Und das war der Hauptgrund für diese Empfehlung." Demnach hat die STIKO allerdings nicht aufgrund der reinen Datenlage zugunsten der über 70-Jährigen entschieden, sondern auch aufgrund der schlechten deutschen Impf-Infrastruktur. Anstatt klare Ansagen zu machen und auch gegenüber der Politik anzukündigen, wenn sie Bedarf für mehr Impfkapazität sehen, betreibt die STIKO eine voreilende Prioritisierung durch die Hintertür. Hätten sie die Boosterkampagne rechtzeitig angekündigt, wären die ganze Priorisierung vermutlich gar nicht nötig gewesen, man hätte etwas weniger Impfstoff abgeben können, hätte die Impfzentren nicht geschlossen und würde viel besser dastehen. Zu dieser „wir wurschteln uns irgendwie durch“-Praxis der STIKO passt auch das sie jetzt erst, nachdem Kritik kommt, anmelden das sie mehr Personal brauchen. Ich glaube ihnen, das das wirklich so ist, und nicht nur vorgeschoben ist, aber warum haben sie sich da nicht schon viel früher gemeldet? Was nützt eine unabhängige STIKO, wenn sie sich gegenüber der Politik nicht traut, wichtigen Bedarf anzumelden? |
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