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| Autor: | _bla_ | ||
| Datum: | 02.02.21 19:41 | ||
| Antwort auf: | Re:"IcH gLAubE HAlt NiCHt an COrOnA!" von D@niel | ||
>>Intelligenz aus 1) ist als "Fähigkeit [des Menschen], abstrakt und vernünftig zu denken und daraus zweckvolles Handeln abzuleiten" - das zeigt er ja nicht zureichend. > >Per Deiner Definition wäre jeder religiöse Mensch dumm. Denn der Glaube an eine Gottheit hat nichts mit abstrakten, vernünftigen Denken zu tun, sondern ist reine Glaubenssache. Eine Fähigkeit zu besitzen, bedeutet nicht sie auch immer zu benutzen. Diese Schlußfolgerung kannst du also schon deshalb nicht daraus ziehen. Zudem stellt sich hier die Frage was "vernünftig" ist, bspw. hielt Immanuel Kant die Existenz Gottes gerade für ein Postulat der praktischen Vernuft und für seine Argumentation kann man problemlos die Bezeichnung "abstrakt" verwenden. "Vernünftig" ist halt auch insofern schwierig, als das "vernünftig" halt ein Werturteil ist. Es ist also nichts, was man völlig objektiv messen könnte, sondern beinhaltet bspw. Vorstellungen darüber, wie die Welt sein sollte, während man objektive Messungen immer nur zum tatsächlichen Zustand der Welt machen kann. >Und damit wird sich dieser Mensch in einigen Situationen auch nicht vernünftig verhalten. Er kann sich aber durchaus in anderen Lebensbereichen vernünftig und klug verhalten? Ist er jetzt dumm? Nö. Er hat sich halt bewusst oder unbewusst dafür entschieden, Teile seines Lebens zu irrationalisieren. Das machen alle Menschen, nicht nur relgiöse. Das würde ich schon etwas genauer formulieren. Unvernünftiges Verhalten gibt es ja in sehr unterschiedlichen Varianten: 1) Unvernünftige Ziele, aber der Weg zu diesen Zielen ist plausibel. (bspw.: Nutzung von Chemiewaffen zum Massenmord; Weg funktioniert, Ziel ist eine Katastrophe) 2) In sich widersprüchliche Argumentation (Bspw. Ich weiß, das ganz viel Sahnetorte essen dick macht, aber schlage trotzdem vor ganz viel Sahnetorte zu essen, um abzunehmen.) 3) Vernünftige Ziele, ein in sich plausibler Weg zum Ziel, aber fehlerhafte Grundannahmen. Was ein vernünftiges Ziel ist und was ein unvernünftiges Ziel ist, ist halt sehr subjektiv. Fehlerhafte Grundannahmen zu machen, lässt sich auch fast nie vermeiden. Es lässt sich nie alles, bis auf den letzten Zweifel überprüfen, an irgendeinem Punkt muss man mit Unsicherheiten leben. Der wirkliche Ansatzpunkt sind aber die in sich widersprüchlichen Argumentationen. Da ist wirklich das objektiv überprüfbare Unterscheidungsmerkmal. |
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