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| Autor: | Andy1977 | ||
| Datum: | 13.03.23 16:25 | ||
| Antwort auf: | Re:I am over the moon von Fred LaBosch | ||
>Das gibt es trotzdem nicht, dass ein Film in allen Kategorien der beste ist, das kann dann nur Schiebung sein! Also, ich rede ja jetzt "nur" von den sieben wichtigsten Kategorien: Film, Regie, Drehbuch und 4x Schauspieler. Ein Film kann allein deshalb nicht alle 23 Oscars gewinnen, weil zwischen "Original Drehbuch" und "Adaptiertes Drehbuch" unterschieden wird. Geht man jetzt aber mal das Gedankenexperiment durch und überlegt, was das Maximum wäre, dann käme ich auf 17, die EIN Film theoretisch gewinnen kann: Film Regie Hauptdarsteller Hauptdarstellerin Nebendarsteller Nebendarstellerin Original ODER Adaptiertes Drehbuch Schnitt Kamera Kostüme Produktionsdesign Visuelle Effekte Make Up Ton Musik Song Internationaler Film Vor ein paar Jahren wären es noch 18 gewesen, weil Ton und Tonschnitt getrennt ausgezeichnet wurden. Alle anderen Kategorien wären in der Tat kniffelig: Es gibt Animierte Filme, die für Best Picture oder Bester Ton oder Beste Visuelle Effekte nominiert wurden... aber eine Schauspielerwähnung wäre schwer erklärbar, selbst wenn der Film Realsequenzen wie The Lego Movie hätte. Und es steht in den Regeln der Academy, dass eine Voice-Over-Performance nicht nominiert werden kann... das wurde nämlich 2002/03 heftig diskutiert, als viele Fantasy-Fans Andy Serkis eine Oscar-Nominierung für Lord of the Rings - The Two Towers geben wollten. Bei Dokumentarfilmen sieht's noch problematischer von wegen Schauspielern aus, wobei man niemals nie sagen darf. Bis vor kurzem hätte auch niemand geglaubt, dass ein Dokumentarfilm für die besten Visuellen Effekte (!!!) berücksichtigt werden könnten. Welcome to Chechnya hat das aber tatsächlich geschafft - weil man gekonnt die Gesichter verfremdet hat, um die realen Personen vor der tschetschenischen Regierung zu schützen. Hat zwar am Ende leider die Nominierung verfehlt, wurde aber im Vorfeld in die Shortlist der zehn Kandidaten aufgenommen, aus denen letztlich die fünf nominierten Filme gewählt wurden. Und die drei Kurzfilmkategorien sind sowieso ausgeschlossen. Es gab mal zwar einen Kurzfilm namens "Le Ballon Rouge", der 1956/57 den Drehbuchoscar erhalten hat. Aber soweit ich weiß wurden danach die Regeln geändert, weshalb ein Film eine bestimmte Mindestlänge benötigt, damit er bei den "normalen" Oscar-Kategorien berücksichtigt werden darf (müsste aber nachschauen ob das stimmt). Unabhängig von diesem Gedankenexperiment ist und bleibt es sehr schwer, dass ein Film die von mir genannten Top Sieben Kategorien abräumen kann. So gab es bislang keinen Film, der ALLE vier Schauspielpreise gewonnen hat. Network, A Streetcar Named Desire und eben jetzt Everything Everywhere All At Once haben je drei geschafft. Ergo kann es gut sein, dass es mal passieren wird (so wie bei den Emmys, wo in Folge zuerst Schitt's Creek alle wichtigen Comedy-Preise und ein Jahr darauf The Crown alle Drama-Preise in einem Jahr gewonnen hat)... aber das muss dann schon wirklich ein Ausnahmejahr sein, wo ein Film EXTREM gut ist und alle anderen DEUTLICH schlechter sind. |
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