Thema:
Re:Hehe flat
Autor: token
Datum:17.08.22 10:42
Antwort auf:Re:Hehe von Mampf

>>>Dennoch gehen mir die übertriebenen und Kompromisslosen reaktionen auf die Nerven, die nicht bereit sind, da zwischen Humor und diskriminierung zwischen den Zeilen zu  unterscheiden, und einfach alle in die selbe Schublade stecken (und somit wahren Rassismus banalisieren).
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>>Es ist ja ein trauriger Treppenwitz dass genau die Szene, die wie kaum eine andere für den Begriff "Selbstzerfleischung" steht, aktuell schon durch Globalisierung im Kern längst bunten und diversen Gesellschaften beizubringen versucht, wie man aufeinander klar kommt. Klappt ja wunderbar.
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>Ich kann es mir auch nur dadurch erklären, dass zu einem eine Verzweiflung sich breit macht, wie man gegen das auferstarken der populistischen Rechten reagieren soll, als auch dass der Konflikt in USA durch die extreme Polarisierunf, da besonders Brisanz ist. Ich mein, hier in D hatten wir seit dem 2. Ww nie diese extreme Präsenz von xenophobie und Rassismus. Sicherlich war Rassismus hier nicht zu selten hinter vorgehaltener Hand vorhanden, aber in usa gab es da nie den radikalen Einschnitt, den die deutschen nach ww2 mit gemacht haben.
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>Daher kann ich schon verstehen dass sich in usa partiell so eine sensibilisierung durchgesetzt hat. Ich heiße es nicht in allen Fällen gut, aber es ist bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar. Leider werbe  dann fleißig und unreflektiert die Früchte der dortigen Debatte hierher importiert, und gerade in Sachen virtueller selbsprofilierung und gegenseitigem Misstrauen war das imo ein ganz übler Katalysator in Sachen Debatte.
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>Letzendlich hat das der populistischen rechten einen Bärendienst erwiesen.


Mein Eindruck ist, es ist ein komplizierter Clusterfuck, aber ich teile hierbei die Einschätzung, wenn man sich die Frage stellt, haben wir den Bums erfunden oder eher importiert, dann geht's bei der Analyse von Ursachen über den großen Teich.

Verkürzt sehe ich den Anstoßpunkt dieser Degeneration von Debatte und Demokratieverständnis bei Menschen wie Rupert Murdoch, welcher bspw. als Medienprofi sehr gut verstanden hat wie man Menschen in der heutigen Medienlandschaft im Sinne der eigenen Zielsetzungen hervorragend mobilisieren kann.
Dabei heiligte der Zweck die Mittel.
Das funktionierte so gut dass es zum globalen Phänomen wurde, da war sie also, die neue aus dem Schlummerschlaf erwachte Rechte, und dieser "Macht" fehlte ein Gegengewicht.

Dafür dass dann als Reaktion auch was in die andere Richtung passiert, hab ich ebenso "Verständnis".
Auch dafür, dass bei dieser Bewegung das Fairplay und die Vernunft und das Bedürfnis nach einem in der Breite der Gesellschaft abbildbaren Konsens ebenfalls als Hemmschuh begriffen wird, wenn es darum geht "Macht zu generieren".

Das was diese Szene macht "funktioniert" entsprechend gut, aber auch hier heiligt der Zweck die Mittel.

Nur, beide Strömungen sind leider auf einer road to nowhere die letztlich nur in einem großen Knall enden kann, wo sich am Ende des Tages Menschen die "eigentlich" keine Probleme miteinander haben, gegenseitig die Fressen polieren.

Enstprechend halte ich es für einen großen Fehler sich entweder vor den einen oder anderen Karren spannen zu lassen.

Leider passiert aber genau das weil beide Szenen mit ihren hirnverbrannten Methoden so erfolgreich sind. Das Gegengewicht, was aktuell als dritte Gewalt fehlt, ist die Mitte der Gesellschaft. Die mal beiden Seiten den Vogel zeigt.
Stattdessen lässt man sich, eben auch _weil_ die Methoden halt auch erfolgreich sind, akquirieren. Choose your team.

tl;dr:


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