Thema:
Re:Drosten warnt vor mutwilliger Infektion flat
Autor: Atlan
Datum:24.06.22 01:14
Antwort auf:Drosten warnt vor mutwilliger Infektion von Pezking

Absichtlich infizieren à la Masernparty würde ich mich auch nicht und das auch niemandem raten, was soll der Strohmann?

Aber etwas ganz anderes ist es hingegen, nach vollständiger Impfung und Booster einfach wieder ganz normal zu leben, und auch keine Maske mehr zu tragen, wenn man früher oder später ja eh mit dem Virus in Kontakt kommt - und früher (sowie nur in kleinen Dosen wie bei flüchtigen Kontakten im Supermarkt) eben besser ist als später angesichts der abnehmenden Wirkung der Impfung. Und Long Covid wird man ja eh bekommen, wenn man auf die unweigerlich irgendwann erfolgende Infektion mit Long Covid reagiert. So what? Wird das Long Covid in ein paar Monaten angenehmer als jetzt? Nö, wahrscheinlich eher im Gegenteil.

Und wenn sich laut Drosten (der ja offensichtlich selbst unter Menschen nicht mehr immer Maske trägt, letztlich also nicht anders lebt als ich) im Sommer gar nicht so viele Menschen infizieren können, dass es positive Auswirkungen auf die Zahlen im Winter hat, werden sich jetzt auch nicht so viele Menschen infizieren können, dass die Intensivstationen überlastet werden, oder? Und um nichts anderes geht es bei allen Maßnahmen, denn ansonsten würde es ja immer nur auf Eigenverantwortung hinauslaufen.

Und merkt ihr eigentlich nicht, dass ihr demselben Fehlschluss aufsitzt, wie Impfgegner? Die zum Teil eben auch denken, sie könnten sich einfach so lange von Menschen fernhalten und u.a. überall Maske tragen, bis Corona irgendwann "vorbei" ist und wären dann ganz schlauerweise dem Virus UND der Impfung entgangen? Genau so argumentiert mein ungeimpfter Einsiedler-Kumpel.

Ich meine, eigentlich müsstest du so jemandem dann doch zustimmen, das das ne legitime und wahrscheinlich funktionierende Taktik ist. Oder warum ist sie es eben doch nicht?

Richtig, ist sie nicht, weil: JEDER wird sich früher oder später infizieren, egal wie vorsichtig. Also hilft nur vollständig impfen, anschließend aber wieder ganz normal Leben und hoffen, dass man dank Impfung nicht zu den wenigen gehört, die trotzdem schwer Erkranken oder Long Covid bekommen. Aber dem Unverbeidbaren kann man nicht entgehen. Es kann nur etwas milder ausfallen, je näher es zeitlich an der Impfung liegt. Also leb einfach und mach dir als vollständig Geimpfter nicht mehr Gedanken als um das Diabetes, das dich am Ende wahrscheinlich zehn Lebensjahre kosten wird und nicht Corona mit ner 1:100.000 Chance auf nen schweren Verlauf mit Langzeitfolgen trotz Impfung. Alles andere ist Psychose oder Tunnelblick (wovor auch oder gerade Spezialisten wie Drosten genau so wenig gefeit sind wie jeder andere Mensch auch. Zumindest aber gibt es keinen Grund anzunehmen, dass er epidemiologisch rationaler und wissender ist als beispielsweise ein Klaus Stöhr, der eben zu anderen Schlüssen kommt, die genau so legitim und nicht zu verurteilen sind).


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