Thema:
Re:Und in Stuttgart waren linke Schlägertrupps am Werk flat
Autor: peppi
Datum:09.06.20 10:02
Antwort auf:Re:Und in Stuttgart waren linke Schlägertrupps am Werk von Telemesse

>Teile der Linken streben eine sozialistische/kommunistische Gesellschaftsordnung an. Und das nicht heimlich sondern offen und selbstbewusst wie man auf den Videos der Strategiekonferrenz leicht sehen und hören kann.

Ich würde mich auch als Sozialisten bezeichnen. Das ist völlig unproblematisch. Der Begriff ist nicht definiert.

Bernie Sanders, der hier vielleicht noch mitte links wäre, bezeichnet sich auch so. Eine Freundin von mir, die während eines NYC-Aufenthalts die Idee der allg. und solidarische Krankenversicherung lobte, wurde auch als Sozialistin bezeichnet. Kevin Kühnert nennt sich so afaik.

Meine Überzeugung ist, dass die Welt nicht gut ist wie sie ist. Nicht so toll, als dass ich mich auf der konservativen und egozentrischen Seite positionieren will.  

Wenn du linke Politik deswegen verurteilst, weil sie sich auf große linke Ideen bezieht bzw. um diese kreist, tja, dann.. begraben wir die Ideengeschichte der BRD?

>Also ich muss kein Prophet sein um zu erkennen das man sich in großen Teilen der Linken mit der Antifa solidarisiert. Das zu leugnen ist bestenfalls Naiv.

Ich denke auch, dass die Antifa eine äußerst wichtige Strömung ist. Auf deren Aufklärungsarbeit wird auch gerne mal durch hiesige Ermittlungsbehörden zurück gegriffen. Würden sie natürlich nie zugeben.

Es gibt auch in der Linkspartei Flügel. Es gibt autonome Zentren, da würdest du als Faschist bezeichnet und rausgeworfen wenn die raus bekommen dass du Mitglied bist. Alles andere als homogen also.

Der Linkspartei vorwerfen zu wollen linke Positionen einen zu wollen.. Hm?

>Bodo Ramelow könnte man wohl als einen Vertreter des äußeren Realoflügels der Linken, womit er innerhalb der Partei eine Minderheit darstellt.

Das behauptest du einfach. Viele der Schlüsselpositionen sind mit sog. Realos besetzt.

>Bei der Abgrenzung zu Radikalen sollte man auch nicht immer mit der Antifa kommen sondern einfach mal innerhalb der Partei mit den Gruppierungen (siehe unten) die klar Verfassungsfeindliche Ziele formulieren und offizieller Bestandteil der Partei sind.

Was bedeutet denn konkret verfassungsfeindlich? Exorbitanten Reichtum in Frage zu stellen? Sich um Verteilungsfragen Gedanken zu machen? Macht die SPD auch.

Die FDP übrigens auch. Andere Richtung halt.

>Dein Nachbarschaftszentrum kenne ich nicht. Wenn es der Verfassungsschutz beobachtet muss es dafür ja irgendeinen Grund geben.

Das geht schnell, wenn du dich links positionierst, s. o. Rechts dauerts leider ziemlich lang.

>Mordende Neonazis sollten nicht vom Verfassungsschutz beobachtet, sondern von Polizei und Ermittlungsbehörden gejagt werden.

Anders formuliert: Neonazis.

>Der Verfassungsschutz sollte Gruppierungen beobachten deren treiben Verfassungsfeindliche Ziele verfolgt um einschreiten zu können bevor es Verletzte oder Tote gibt.

Jo. Hat er ja sehr gut gemacht.

>Die äußeren Ränder beider Spektren (Links und Rechts) führen separiert betrachtet zwangsläufig immer in die Scheisse.

Der Vergleich ist nach wie vor gröbster Unfug. Führ ich nicht aus, wurde, auch hier, zur Genüge getan.

>Allein schon deswegen weil sie niemals Mehrheiten repräsentieren und die Durchsetzung ihrer radikalen Ziele nur unter Aushebelung demokratischer Regularien erfolgen kann.

Aktuelle Ziele der Linkspartei: Vermögenssteuer, Green New Deal, Abschaffung Hartz IV, mehr Nachtzüge, weniger Subventionen an die Autoindustrie - kannst dich ja mal auf die Zeil stellen und fragen, was die Leute davon halten.

>Die Basis der Demokratie liegt immer in der Mitte in der alle Interessen, durchaus auch mit Kompromissen, berücksichtigt werden.

Du tust so, als sei die Mitte die ausbalancierte Waage, daher wahrscheinlich auch die notorische Links-Rechts Gleichsetzung.

Die Basis der Demokratie, so wie du sie oben nennst, ist höchst asymmetrisch. Die Groko hat 2016 Passagen aus einem Ungleichheits-Bericht streichen lassen, es ging um den Einfluss von Reichtum und Status auf politische Entscheidungen.

So "gerecht" ist die Mitte.

Ich versteh da was anderes drunter.

Und jetzt wird's radikal: positionierst du dich mittig, wenn es um seltene Erden im Kongo geht? Um Arbeitsbedingungen in Sweatshops in Bangladesch? Um die hiesige Fleischproduktion?

Ahjo, viel Spaß in der Mitte. Ideologie und so.

Btw. gehören auch Enteignungsüberlegungen ins demokratische Spektrum.

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