Thema:
Straßen"erst"erschließung nach 60 Jahren trotz Corona flat
Autor: Corben Dallas
Datum:09.04.20 22:15

Wir wohnen an einer Straße, die für den normalen Betrachter vollkommen erschlossen ist. Teerdecke ist vorhanden, ebenso Kanal, Beleuchtung etc... Aus unerfindlichen Gründen wurden diese und zwei weitere Straßen jedoch nie offiziell ersterschlossen, d.h. die Kosten dafür von den Anwohnern eingezogen. 2021 läuft die Frist ab, die die Stadt dazu berechtigt noch Gebühren für die Ersterschließung zu verlangen. Jetzt haben sie natürlich noch schnell beschlossen, die Teerdecke sowie die Wasserrohre zu erneuern und den Strom unterirdisch zu verlegen. Zur Krönung wird auch noch ein Gehsteig gebaut, den auf der geplanten Seite niemand braucht, weil das so im 50 Jahre alten Bebauungsplan vorgesehen ist. Auch wenn das mittlerweile keinen Sinn mehr macht.

Leider kann man sich da als Bürger kaum wehren, auch wenn der Ausbau nur statt findet, weil man die Anwohner jetzt noch schnell zur Kasse bitten kann. Damit haben wir uns also zähneknirschend abgefunden.

Was uns aufregt: In den nächsten Tagen und Wochen sollen hier also Wasser und Strom erneuert werden, was wesentliche Umbauten an und in unserem Haus durch mehrere Handwerker erfordert. Konkret müssen 3 - 4 Handwerker der Stadtwerke mehrere Tage in unserem Garten und im Haus arbeiten, anschließend noch 2 Mitarbeiter unseres Installateurs den Rest erledigen. Dann kommen noch diverse Mitarbeiter von Bayernwerk, die den Mast auf unserem Haus demontieren und die neue Panzersicherung irgendwo im Haus anbringen müssen. Natürlich muss unser Elektriker mit Anhang auch noch ran. Mehrere Briefe uns Beschwerden an die Stadt aller Anwohner blieben unbeantwortet. Heute Abend wurde kommentarlos ein Halteverbotsschild aufgestellt und ein Zettel eingeworden, dass es am 14.4. losgehen soll.

Seit Wochen kann ich meine Kinder nicht mehr zur Schule schicken, muss diese zu Hause unterrichten, unter widrigsten Umständen systemkritische Arbeit an Kunden verrichten (ab nächster Woche brache ich sogar zwingend einen Mundschutz), muss jeden Kontakt mit Verwandten und Bekannten vermeiden, kann kaum mehr aus dem Haus, aber 10 schwitzende Handwerker, die alles im Haus anfummeln müssen sind laut Stadt vollkommen ok und unbedenklich? Und das alles nur, weil sie unbedingt noch abkassieren wollen? DAFUQ?


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