Thema:
Re:deine Mudda kriegt ne Ausgangssperre flat
Autor: Link
Datum:19.03.20 18:53
Antwort auf:deine Mudda kriegt ne Ausgangssperre von Matze

>In dieser Woche wurden mit den Schließungen von praktisch allem extrem schwerwiegende Maßnahmen getroffen. Jetzt muss man denen auch erst mal Zeit zum Wirken geben. Mindestens fünf Tage für die durchschnittliche Inkubationszeit und drei für die Tests. Alles andere wäre blinder Aktionismus. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn es mit den bisherigen Maßnahmen nicht ab Mitte nächster Woche ein deutliches Abflachen der Kurve mit den Neuinfektionen geben würde.
>
>Laschet hat sich ja bereits festgelegt, dass am 19.4. Bilanz der bisherigen Maßnahmen gezogen wird und keinen Tag früher. So sieht vernünftige, unaufgeregte Krisenpolitik ohne Aktionismus aus.


Sorry, aber bei solchen Statements kriege ich die Krise. Wir haben ein exponentielles Wachstum. Das müssen wir stoppen. Wir können nicht mehrere Wochen abwarten, bis wir gucken, ob das denn nun gelungen ist oder nicht, denn wenn nicht - oh, shit. Wir wissen, welche Maßnahmen nötig sind, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Und der Staat ist durchaus in der Lage, zu überprüfen, ob die Bürger sich an die geforderten freiwilligen Einschränkungen halten. Ob sie also weitgehend zu Hause bleiben, von größeren Zusammenkünften absehen usw. Das müssen die Behörden so weit möglich laufend im Blick behalten. Und wenn sie nicht eingehalten werden, müssen Ausgangsbeschränkungen her. In diesem Fall ginge es leider nicht anders. Wenn es tatsächlich noch so viele "Na, wenn es nicht verboten ist ..."-Leute gibt.

Nicht dass ich keine Hoffnung hätte, dass wir daran nochmal vorbeikommen. Meine Freundin und ich haben vorhin einen Spaziergang im Englischen Garten (München) gemacht. Da war einiges los, aber alle haben Abstand gehalten. Auf den Spazierwegen wurde einander ausgewichen. Auf den Liegewiesen saßen keine größeren Gruppen, das war so von Ferne betrachtet immer nur die Kernfamilie. Wenn alle so drauf sind, muss man wohl keine Beschränkungen verhängen. Ich hoffe es. Aber wenn nicht, ist der Staat aus meiner Sicht in der Pflicht, die Leute zu ihrem Glück bzw. zu ihrer Gesundheitsfürsorge zu zwingen, soweit er eben kann. Von einem Polizeistaat wäre man dann übrigens immer noch weit entfernt, dazu gehört auch noch so einiges anderes.


< antworten >