Thema:
Re:Project Power [Netflix] flat
Autor: token
Datum:16.07.20 10:40
Antwort auf:Re:Project Power [Netflix] von thestraightedge

>>Roma empfand ich als gepflegte Langeweile in (wirklich) schöner Bildsprache.
>>Aber inhaltlich war das so eher style over substance imo.
>>Uncut Gems haste Recht, den hab ich einfach schon verdrängt weil der so anstrengend war ;)
>>Marriage Story muss ich endlich mal schauen, stimmt.
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>Sagen wir mal so: grabe tiefer, und die Liste wird länger. Ich würde auch Extraction als Knüller bezeichnen - wobei es natürlich auch immer auf die persönliche Geschmacks- und Stimmungslage ankommt.
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>Roma hat Dir nicht gefallen - Du müsstest aber dennoch anerkennen, dass das Filmemachen auf höchstem Niveau ist, und nix mehr mit "ist halt Direct to Streaming Mittemaß-Fließbandware" zu tun hat.
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>Es gibt auch viel, was ggf. schon vergessen ist: Okja fand ich toll und krass, Mudbound ist 3 Jahre alt aber ein Must See, Dolemite is my name wurde an vielen Stellen als Comeback von Eddie Murphy angesehen und hat super unterhalten, Tigertail ist auch in Asien sehr gut angekommen, Beasts of no Nation ist krass und gut, the Ritual ist Horror auf Kinoniveau usw. Würde ich da durch meine Historie flippen, würde die Liste deutlich länger.
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>Ich bleibe dabei: Outputfrequenz und Qualitätsmix sind inzwischen auf Hollywood-Niveau.


Dolemite, stimmt, der war fantastisch. Richtig geil und der beste Eddie seit Beverly Hills Cop. Beim Rest geh ich nicht ganz mit, weil unter "Knüller" verstehe ich was anderes. Hollywood-Niveau ist halt so ein Relativbegriff, da ist ja längst nicht alles Gold was aus dieser Ecke kommt. Und auch scheint mir die einst recht hohe Frequenz in Sachen Output eher gleichförmigen Monsterproduktionen gewichen sein, die ab und an von einem Nolan-Film oder so einer Überraschung wie Mad Max aufgelockert wird.

Von so einem kompetenten Fun-Blockbuster ist Netflix trotz Vorstöße wie etwa Bright noch gaaaaaanz weit weg.
Bei Comedy und Drama haben sie aber Volltreffer, kurioserweise auch beim Historienschinken, welcher auch derart unterhaltsam geraten ist, dass ich den im Grunde auch als Blockbuster-Spaßfilm begreifen kann, auch wenn niemand Laseraugen hat.

Bei Horror nicht krass abzufallen ist keine Kunst weil da fast nur Schund produziert wird. Aber vergleicht etwa ein Ritual mit den letzten Vorzeigetiteln von Ari Aster, dann fehlt da auch noch ganz ganz ganz ganz ganz ganz viel.

Aber deine Perspektive darauf in allen Ehren, ehrlich, was Filme anbelangt sind wir wohl anders gepolt, und ich maße mir auch nicht an meine Meinung zu diesen Filmen als allgemeingültig zu begreifen. Hab Netflix auch im Dauerabo, ist ein cooler Dienst mit einem insgesamt guten und abwechslungsreichen Output, der aber imo recht zuverlässig im Nice-Gefilde agiert und eher selten ins Wow-Gefilde vorstößt. Was bei der Menge an Content die sie produzieren nichtsdestotrotz beachtlich ist.


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