Thema:
Warrior - Kung Fu und Ficken (Serie, aktuell SKY) flat
Autor: Slapshot
Datum:26.07.19 10:02

Zum Inhalt kopier ich mal, was auf Wikipedia steht:

Warrior ist eine US-amerikanische Fernsehserie des Senders Cinemax, die auf einer Idee von Bruce Lee basiert. ...

Die Serie spielt nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkriegs im chinesischen Stadtteil von San Francisco. Die Handlung konzentriert sich auf Ah Sahm, der aus China stammt und sich in die Banden des chinesischen Viertels einmischt.

[https://de.wikipedia.org/wiki/Warrior_(Fernsehserie)]

Die OV-Version ist auf Sky komplett verfügbar (wobei ich glaub, dass gestern eine Folge "abgelaufen" ist), die deutsche Synchro ist aktuell bei Folge 5 oder 6.

Trailer: [https://www.youtube.com/watch?v=79rtcCnaeyo]

Oben hab ich es ja schon verraten und wer den Namen Bruce Lee gelesen hat, hätte es sich auch so denken können: Handkantenaction hat einen großen Anteil an der Serie. Die Kämpfe sind auch wuchtig inszeniert, sind dabei aber weitaus gemäßigter als die Kämpfe von "Into the Badlands". Neben Kämpfen wird auch gefickt. In jeder Folge. Soviel, dass es manchmal schon anfängt zu nerven. Nicht, weil ich prüde bin, sondern weil es die Handlung ausbremst.

Diese Handlung wiederum thematisiert Rassismus und auch wenn die Serie im 19. Jahrhundert spielt, erkennt man mehr als eine Parallele zu unserer Gegenwart. Und ich gehe mal davon aus, dass das auch voll so beabsichtigt war.

Die Serie erzählt eine durchgehende Handlung, einzig Folge 5 sticht bis jetzt etwas hervor. Hier wird eine abgeschlossene Geschichte erzählt, die die Handlung nicht weiter voranbringt. Dafür ist sie schön kompakt erzählt, bringt zwei der Hauptdarsteller in ein neues Szenario und hat eine schöne klassische Westernatmosphäre.

Die Schauwerte sind auch ganz anständig. Das San Francisco des späten 19. Jahrhunderts wurde überzeugend in Szene gesetzt, die Kämpfe hab ich schon erwähnt und nur selten blendet die Kamera weg, wenn Kehlköpfe zerfetzt, Mägen aufgeschlitzt und Köpfe vom Rumpf getrennt werden. Natürlich ist die Gewalt genau wie der Sex teilweise nur Selbstzweck. Man will halt sein Zielpublikum ansprechen. Aber rein persönlich fand ich das schon ok.

Wenn mich eins stört, dann höchstens, dass die "Weißen" fast durchgehend Drecksäcke sind. Bis auf die Frau des Bürgermeisters und genau einen integren Polizisten ist jeder entweder ein Rassist, ein Karrierist, dem alle Menschen egal sind, korrupt, ein Arschloch oder gleich alles zusammen. Natürlich kann das auch Absicht sein und mag sein, dass uns das verdeutlichen soll, wie sich Filme und Serien für Minderheiten in der Vergangenheit angefühlt haben.

Gleichzeitig wirkt die Welt aus dem Grund für unsere Helden trostlos, feindlich und dystopisch. Um nochmal "Into the Badlands" in den Ring zu schmeißen: Warrior braucht keine Badlands, sondern inszeniert eben San Francisco als lebensfeindliche Umgebung, in der verschiedene Interessen aufeinanderprallen. Trotzdem würde ich es begrüßen, wenn sich irgendwo ein Hoffnungsschimmer abzeichnen würde. Vielleicht kommt da ja noch was, und viele sind auch einfach ein Produkt ihrer Umgebung.

Die bisherigen Folgen fand ich dann auch wirklich gut, die Mischung funktioniert für mich überwiegend.


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