Thema:
Gaming Journalismus und Community (lang) flat
Autor: spinatihero
Datum:23.12.21 13:44
Antwort auf:Scheißdreck des Jahres 2021 Abstimmung von Pezking

Leider ein fortlaufender Trend, der heutige Spiele Journalismus ist auf Bild Clickbait ausgelegt und immer weniger auf gute Inhalte.

Eine meiner "Lieblingsseiten" ist da mittlerweile Gamestar/Gamepro, die nicht nur auf ihrer Webseite aus jeder Mücke einen Elefanten machen oder falsche Infos verbreiten, sondern vor allem auf ihrem YouTube Channel immer wieder pure Clickbait Videos wie "Es wird nur schlimmer! Ihr seid euren Lieblings-Entwicklern egal- gewöhnt euch dran!" locken. Aber auch ein anderes Problem zeigt sich dort deutlich, Spiele im Vorfeld hypen im sie dann wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen.

Biomutant ist so ein Beispiel das immer wieder Jahre aufgrund der Welt und des Mutes gelobt wurde, und das trotz Warnsignale anderer Seiten die das u.a. auf der Gamescom angespielt haben, nur um es dann beim Release komplett zu kritisieren.

Hier mal Auszüge zu den Videotiteln zu Biomutant:

-Biomutant - die Open-World Überraschung der Gamescom

- Das Open-World-Spiel ist JETZT größer, besser & fast fertig (Video vom 26.06.20, soviel zu "besser" und "fast fertig")

- Das müsst ihr sehen! So schön ist die Open World von BIOMUTANT

-Open World wie nie zuvor. Das mutigste Open-World-Spiel des Jahres ist fast fertig! (Video vom 24.03.21- und wieder ist es "fast fertig")

-Neues Gameplay: Biomutant macht sogar Open-World-Muffel neugierig (Video vom 5.5.21 - also wenige Wochen vor Launch)

-Test Biomutant: BIOMUTANT ist ein fantastisches Experiment, das SCHEITERT

Von einer seriösen Seite hätte ich durchaus weniger Hype Videos und mehr seriöse Arbeit erwartet, schließlich sollte ein Journalist mit Erfahrung realistisch einschätzen können ob das Potenzial hat. Bei Open World scheint es aber ordentlich Clicks zu geben, schließlich wurde auch Maneater als möglicher Überraschungs Hit mit GTA RPG Elementen verkauft, während es im Test dann auch lediglich als "Schrott" betitelt wurde.

Das es durchaus anders geht zeigen andere Seiten, denen Spieler mehr am Herz liegen als eigene finanzielle Interessen. Wärend Cyberpunk von fast allen Seiten und Influencer nach Anspielmöglichkeiten mit "wird dem Hype gerecht" gefeiert wird, hatte 4Players noch Bedenken bezüglich der Technik und bei Easy Allies wurde bereits vorher nach einer Handsoff Präsentation gezweifelt ob das am Ende ein gutes komplettes Spiel wird.

Unterm Strich gibt es immer mehr Medien die auf Krawall aus sind, Hauptsache Aufmerksamkeit. Früher war Polygon immer für reisserische Artikel gut, mittlerweile versucht Kotaku mit aller Macht Aufmerksamkeit zu bekommen, da bezeichnet man auch gerne einen durchschnittlichen Spieletitel in der Headline als Scheiße und zieht gleich mal Kritik einiger Spieleentwickler auf sich, denen das zu weit geht.

Zudem schwindet das Vertrauen in Spiele Journalismus immer mehr, wenn eine der größten US Seiten wie IGN es als "Puzzle" empfindet wie das Upgrade bei Uncharted für die PS5 funktioniert, dann aber in Tests Dinge kritisiert die mit einem Click in Optionen behebbar wären und zeigt dass Tester heute nicht mehr in die Optionen schaut. Inwiefern Medien und Influencer wirklich unabhängig sind, wird auch immer fragwürdiger. Wenn eine Testerin/Influencerin in einem Interview mit Greg Miller sagt dass sie nix zu Playsraruin macht, weil sie von denen nix umsonst bekommt, ist das irgendwie noch ulkig. Wenn dann aber regelmäßig und gleichzeitig Hype Artikel zu Game Pass erscheinen, die vom Text nahezu identisch sind, kann jeder davon ausgehen dass solche Medien nicht nur die legendären Cyberpunk Stühle als Geschenk annehmen sondern sicher noch andere Gefälligkeiten von anderen Unternehmen.

Um nun zu der Gaming Community zu kommen passt ein Thema das beide Seiten betrifft, Journalisten und Spieler: Konsolen Kriege.

Natürlich hat jeder seine Vorlieben und das ist auch gut so. Aber seit bald 2 Jahren ist diese "Kultur" toxischer denn je, und wird auch von der Presse ordentlich angeheizt. Da ist es nicht genug dass sich per Twitter gegenseitig Screenshots um die Ohren gehauen werden um die eigenen First Party Spiele gut und die der "anderen" Seite schlecht aussehen zu lassen. Mittlerweile leben einige offensichtlich dchon so in einer Blase, dass sie Xbox als klaren Marktführer verkaufen oder Vergleich Videos bei Matrix machen, in denen völlig belanglose Innenräume zwischen PS5 und Series X verglichen werden um die PS5 als klaren Sieger zu küren, weil dort ein Tisch nicht rein ploppt oder etwas besser aussieht. Oder es werden Bilder von Analyse Videos gepostet, auf denen dann ein Spiel auf der Lieblingsplattform gerade einen Framerate Vorteil gegenüber der anderen Plattform hat. Völlig absurd!

Diverse Seiten befeuern das alles dann noch indem sie, wie IGN vor Launch der Konsolen, einen Kommentar veröffentlichen indem behauptet wird die Series S könnte die PS5 outperformen weil sie die Series X CPU hat. Oder aktuell wieder mal Forbes, deren Journalist innerhalb weniger Monate 2 mal mit nahezu ähnlichen Artikeln behauptet 2022 wird die PS5 nur noch Staub von Xbox sehen, da Sony ja kein Game Pass und XCloud hat - Konsolen Verkäufe werden aber laut ihm von Sony dominiert.

Aktuell ploppen immer wieder kuriose Meinungen und Artikel auf, egal ob Konsolen Kriege oder mittlerweile selbst VR Kriege.

Und da sind wir dann bei der Community, die mittlerweile anstrengender als jedes Souls Spiel ist. Letztes Jahr war diese ganze Era-Cyberpunk Geschichte schon unfassbar nervig, als sie dort meinten auf jeder Seite im Cyberpunk Thread einen riesigen Disclaimer platzieren zu müssen, um auf angebliche Phobien der Entwickler gegenüber Transsexuelle hinzuweisen. Mittlerweile ist das Klima dort wirklich insgesamt aufgeladen. Jeder kleine Skandal, jedes kleinste Problem wird aufgeblasen und führt zu Bans. Es wird gefühlt nur gemeckert und der eigene Vorteil voran gerieben. Das gilt mittlerweile auch fürs Maniac, hier wird auch so oft über das immer gleiche gemeckert. Keine Spiele, Upgrades kosten Geld, ein Rogue Lite ist ein Rogue Lite und der Entwickler ist unfähig weil es kein Rennspiel ist, ein mieses Spiel wird um den Story Modus gekürzt und als jeder merkt wie schlecht es ist redet keiner mehr darüber, ein FF7R PS5 Upgrade soll für PS+ Nutzer doch bitte am gleichen Tag kostenlos sein wie für Spieler die das knapp 1 Jahr vorher für 70 Euro gekauft haben, das alles ist ja gar keine Next Gen Grafik, wie können die für das Spiel/Genre noch 40/50/60/70 oder 80 Euro nehmen usw usw usw. Das Gefühl, einigen macht das Hobby keine Freude mehr, wächst bei mir von Jahr zu Jahr.

Und meine Befürchtung ist, um hier Gamestar zu zitieren, das wird alles noch schlimmer. Dabei treten wichtige Punkte wie Activision/Ubisoft in den Hintergrund, oder Themen werden so überstrapaziert dass es eher nervt als hilft. Mittlerweile hat auch der letzte begriffen dass Jason Schreier was gegen Cage/Quantic Dreams hat, er lässt ja auch keine Möglichkeit aus mit dem moralischen Zeigefinger auf das Studio zu zeigen, sobald nur ein Reveal Trailer gezeigt wird. Permant von außen auf Missstände hinweisen ist dann nicht hilfreich, wenn andere Missstände ignoriert werden oder intern umstrukturiert werden müssen. Da bringt oberflächlicher und einseitiger Journalismus recht wenig, da kommen einfach andere Themen auf und zu wie der Mitarbeiter Abgang bei Ubisoft, dass einige wenige Konzerne immer mehr Studios kaufen und eine Macht darstellen oder die weiter zu nehmende vergiftete Streitkultur.
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Gesendet mit M! v.2.7.0


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