Thema:
Dorfromantik (PC) flat
Autor: Killersepp
Datum:31.03.21 15:01

Ich bin ja an sich keiner, der Spiele zum Release kauft - erst recht nicht, wenn sie noch im Early Access sind. Aber da es sich quasi um ein Einzelspieler-Carcassonne handelt - meinem ewigen Lieblingsbrettspiel - musste ich einfach zuschlagen. OKOK, die ganze positive Presse der letzten Tage hatte wohl auch ihren Anteil.
Aber wer kann so etwas schon widerstehen?

[https://i.imgur.com/p0bAVw4.jpg]


Die Atmosphäre ist wunderbar gechillt, und im besten Sinne Deutsch - Bäume wiegen sich im Wind, die Schornsteine der Häuschen puffen kleine Schafswolken, und alles ist sattgrün. Der Name ist wirklich Programm, zumindest oberflächlich.
Man könnte also meinen, wir haben es hier mit ASMR: The Game zu tun. Aber Obacht: das Spielprinzip ist trügerisch simpel. Baue eine Welt aus Hexagonplättchen, die verschiedene Landschaftstypen in unendlichen Variationen beherbergen. Für jede passende Ecke gibt es Punkte, für "abgeschlossene" Gegenden gibt es mehr Punkte. Einige Plättchen haben Sonderregeln; andere verlangen eine bestimmte Anzahl an Verbindungen. That's it.

Doch daraus entfaltet sich schon nach wenigen Zügen eine absolute Gehirnschmelze, die sich wohl am ehesten als "Schach gegen sich selbst" beschreiben läßt. Carcassonne habe ich eingangs schon genannt; Dorfromantik (DORF! ROMANTIK!) zieht seine primäre Inspiration ganz klar aus diesem erhabensten aller German Board Games. Aber Videospieltechnisch ist das nächste Beispiel - so komisch das vielleicht klingen mag - Subset Games' Meisterwerk Into the Breach, der bisherige Anwärter auf den Titel Schach 2.0. Denn es gibt immer eine Lösung, die du Vollidiot nur gerade nicht erkennst.
Aber Achtung: Dorfromantik ist Border Gore in Reinkultur. Wer pastorale Landschaften malen will, bleibt lieber bei City Skylines ;)

Äh, ja, jedenfalls: Es gefällt mir; Genrefans greifen zu. Für die €7 fuffzich, die es gerade kostet, macht man jedenfalls nicht viel falsch.


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