Thema:
Re:Gefällt in der Tat nicht flat
Autor: token
Datum:29.12.20 14:15
Antwort auf:Gefällt in der Tat nicht von festwürstchen

>Ich komme mit der Steuerung schlicht nicht klar, dieser Twin Stick Scheiß ist für mein Hirn nach unzähligen Rennspielen mit einer "traditionellen Steuerung"  schlicht nicht zu bewältigen.
>
>Eine klassische Fahr- und Driftoption wäre nett gewesen.


Es hat halt eine eigene Logik wo sich die Grundzüge schnell setzen, Details aber eine gewisse Tiefe mitbringen die früh abgefragt wird.
Es ist eigentlich der Arcade-Klassiker, eigene Logik die in den Kopf muss, und es macht irgendwann Klick und dann wieder Klick und dann wieder Klick.
Bei Trials kommt man anfangs keinen Berg hoch, bei Rocket League springt man an allen Bällen vorbei, und selbst einfache Driftlogiken wie Mario Kart oder Ridge Racer müssen sich erstmal erschließen.

Erste Kurse gehen Vollspeed und man muss nur driften, dann kommt die Driftverstärkung über leichtes Lösen vom Gas im Drift, dann kommen Kehren wo man zum Lösen vom Gas zusätzlich abbremsen muss um das Heck noch weiter ausschlagen zu lassen. Und dann Kurventechniken die sich je nach Autotyp unterscheiden, etwa das einbremsen vor der Kurve um das Heck schon vorher in den Winkel zu schieben und in der Kurve Momentum aufzunehmen.

Klingt alles komplizierter als es ist, es gibt Gas, Bremse, zwei Analogsticks. Das ist alles. Nach und nach setzen sich die Details und man wird besser und besser und die Steuerung automatisiert sich. Und ja, das System ist neu und da kannst du wenig einbringen wenn du es anders spielen möchtest als es gespielt werden will.
Aber es ist das normalste von der Welt dass Dinge die neuartig sind erstmal verinnerlicht werden müssen und nicht instant in den Schoß fallen.
Das sind halt klassische Arcadesysteme wie man sie entweder liebt und vermisst oder auch nicht. Das Spiel fragt nichts ab was zu Spielhallenzeiten nicht Usus war, nämlich dass man erstmal schauen musste wie die Logik der Steuerung funktioniert.
Und die besten Arcadesysteme haben extrem schlanke Interfaces, also wenige Eingabemöglichkeiten und kein Kombogeshizzle, zeigen mit diesen einfachen Eingaben aber immer mehr Tiefe und Details und es gibt immer wieder Aha-Effekte.

Inertial Drift hat eben so ein System. Es kopiert nicht einfach sondern erfindet sich in der Steuerung neu, bringt aber auch viele Designstärken von Klassikern mit.
Ich würde ein wenig Geduld empfehlen, Lernprozess ist wiederholen wiederholen wiederholen wenn es an einer Hürde nicht reicht, irgendwann macht es Klick und man fragt sich was das Problem war. Wie Fahrrad fahren.


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