Thema:
Spiel - Konsolen Ratio nur bei 1 zu 3? flat
Autor: Optimus Prime
Datum:18.12.20 13:10
Antwort auf:PlayStation 5 - Thread 14: Waiting for VRR von Fred LaBosch

Gerade auf Gamefront die Meldung gelesen, dass Sony ein riesiges Scalper Problem hätte. Bei einem Launch geht man üblicherweise von einem Spiel pro gekaufter Konsole aus im Schnitt. Aktuell läge der Schnitt aber bei einem Spiel pro 3 Konsolen. Das wird nun damit begründet, dass Scalper die Konsolen horten würden.

Was meint ihr? Ist tatsächlich eine so große Menge alleine auf Scalper zurückzuführen? Oder liegt es doch eher daran, dass die PS5 eine gute BC bietet und viele auch einfach noch PS4 Spiele spielen. Aber diese Daten müsste Sony ja eigentlich haben. Bzw haben die ja auch einen Überblick darüber wieviele PS5n am Netz hängen, oder?

Hier die Meldung von Gamefront:

Sony bleibt auf Spielen wegen "Scalpern" sitzen und befürchtet Gewinnrückgang
18.12.20 - Sogenannte Scalper tragen mit ihrem kriminellen Gebahren weiterhin dazu bei, dass PlayStation 5 oder Xbox Series X|S nirgendwo regulär erhältlich sind, dafür aber zu horrenden Abzockerpreisen auf Ebay und anderen Marktplätzen.

Scalper setzen Bots beim Kauf von Konsolen ein, die in Sekundenbruchteilen jeden verfügbaren Warenbestand ordern - um die Ware dann zum zwei- bis vierfachen des normalen Preises weiterverkaufen. Ehrliche Käufer sind die Dummen, weil sie keine Chance haben, online eine PS5 zu kaufen.

Sorgen Scalper seit Wochen für Frust und Wut bei PS5-Fans, so setzt ihr dubioses Verhalten jetzt auch Sony unter Druck: Das Unternehmen könnte einen starken Gewinnrückgang in der PlayStation-Sparte erleiden und etliche Spiele noch weiter verschieben. Denn neue Spieler kann Sony nicht zur PS5 bringen, wenn die Konsole nirgendwo erhältlich ist.

Auch Spiele-Entwickler könnten sich von der PS5 distanzieren und warten, bis die Konsole normal am Markt verfügbar ist, bevor sie ihre Ressourcen in die Sony-Hardware investieren. Das könnte Sonys Gewinne für die kommenden Jahre schmälern, wie der Wirtschaftsdienst Bloomberg schlussfolgert.

Das Debüt einer Konsole sollte eigentlich einen positiven Kreislauf in Gang setzen, bei dem sich die Verbraucher auf den Kauf der Geräte stürzen, während die Entwickler Spiele veröffentlichen, die von den neuen Grafik- und Prozessorfähigkeiten profitieren, was die Nachfrage auf beiden Seiten in die Höhe treibt. Aber Sony riskiert, das Gegenteil zu erleben.

"Die PlayStation 5 könnte eine entscheidende Chance verpassen, in eine gute Hardware-Software-Aufwärtsspirale einzusteigen", sagte Kazunori Ito von Morningstar Research. "Der Peak der Plattform wird wahrscheinlich niedrig sein, und der Gesamtumsatz der Plattform wird nicht so stark sein, wie wir gehofft haben."

Ein deutlicher Beweis für Sonys Probleme ist die so genannte "Tie Ratio", also die Anzahl der verkauften Spiele für jede Konsole. Ein gesundes Verhältnis für eine neue Konsole liegt bei etwa eins, was bedeutet, dass jede Person, die ein Gerät kauft, auch mit mindestens einem Spiel nach Hause geht. Die Zahl ist wichtig, weil die PlayStation 5 mit Verlust verkauft wird, während Spiele lukrativ sind.

Bisher scheint Sony Verkäufe von etwa einem Spiel für jedes dritte Gerät zu verzeichnen - ein deutlicher Beweis dafür, dass die Konsolen von Scalpern gehortet werden. Schätzungen der japanischen Famitsu für den ersten Monat zeigen, dass Sony rund 213.000 PlayStation 5-Konsolen im Land verkauft hat, während die drei Top-Titel weniger als 63.000 Mal verkauft wurden, digitale Downloads nicht mitgerechnet.

Sonys Spider-Man: Miles Morales und Demon's Souls waren die Top-Spiele, während der dritte Titel von einer externen Softwarefirma stammte. Zum Vergleich: Nintendo verkaufte in den ersten vier Wochen auf dem heimischen Markt eine halbe Million Switch-Konsolen, und die drei Top-Titel machten ungefähr die gleiche Anzahl aus.

"Selbst wenn wir den Kauf von digitaler Download-Software berücksichtigen, ist der Prozentsatz der verkauften PlayStation 5, die tatsächlich genutzt werden, nicht sehr hoch, was bedeutet, dass die aktuelle Nachfrage durch gewinnorientierte Wiederverkäufer eingeschränkt wird", so Hideki Yasuda, Analyst beim Ace Research Institute.

Sonys Probleme mit Scalpern werden durch Schwierigkeiten in der Produktion noch verschlimmert. Das Unternehmen hat angekündigt, bis Ende März mehr als 7,6 Mio. PlayStation 5 zu verkaufen und damit die Verkaufszahlen der vorherigen Konsolengeneration im Zeitraum der Markteinführung zu übertreffen.

Die Pandemie hat jedoch zu Engpässen in der gesamten Lieferkette der Branche geführt, so dass Unternehmen von Sony bis Apple Inc. nicht in der Lage sind, ihre Produktion hochzufahren. Wichtige Zulieferer, darunter MediaTek Inc. haben erklärt, dass die Verfügbarkeit von Chips in der ersten Hälfte des Jahres 2021 eingeschränkt sein wird. Die starke Nachfrage unter anderem von Herstellern von Elektrofahrzeugen hat die Kapazitäten für einige Teile, die in der PS5 verwendet werden, aufgebraucht, so Personen, die mit der Lieferkette vertraut sind.

Eine unzureichende Versorgung birgt die Gefahr, dass der Zyklus einer erfolgreichen Konsoleneinführung mit neuen Softwaretiteln, die wiederum das Interesse an der Hardware beflügeln, entgleist. Ein großer japanischer Publisher war durch die frühe Marktreaktion so verunsichert, dass er laut einer mit den Gesprächen vertrauten Person interne Diskussionen darüber geführt hat, ob er seine PlayStation 5-Spiele verschieben soll.

"Der eigentliche Test für die PlayStation 5 ist, ob sich die Hardware auch dann noch gut verkaufen wird, wenn es genügend Nachschub gibt", sagte ein Berater der Spieleindustrie, Dr. Serkan Toto. "Man braucht gute Spiele, um die Gamer zu überzeugen, auf die PlayStation 5 umzusteigen, man braucht mehr externe Publisher, die Spiele für die PlayStation 5 veröffentlichen, und man muss mehr Hardware ausliefern."


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