Thema:
Durchgelesen! flat
Autor: HomiSite
Datum:08.09.19 21:12
Antwort auf:Das inoffizielle SNES Pixelbuch von Robert Bannert von Fred LaBosch

Ich habe das Pixelbuch jetzt mal durchgelesen. Ich hatte mehr Artbook erwartet, war aber durch die Vielzahl der Texte positiv überrascht, auch wenn ich dadurch die Grafiken wohl weniger würdigte.

Das Vorwort fand ich - sorry - unerträglich und habe es nicht durchgehalten. Die Genre- und Spieletexte waren hingegen meist prägnant, die jeweilige Essenz gut treffend und launig formuliert. Okay, es ist vielleicht hier und da zu viel bildhafte 90er Videospielmagazinschreibe, aber passt ja zum SNES. Einige gewitzte Wortschöpfungen waren dabei, auch wenn es dann bei ungewöhnlicheren Formulierungen auffällt, wenn die sich dann doch mal wiederholen.

Lektoratsfehler sind mir keine hängengeblieben (einmal fehlte irgendwo in Bindestrich zwischen "16-Bit"). Aber: Zu viele Bindestriche! Hier wurde ja beinahe jedes zusammengesetzte Wort mit Bindestrich unnötig getrennt, wodurch die Lesbarkeit meiner Meinung nach nicht wirklich gesteigert wurde und es nicht so ästhehtisch ist. :-)

Was das Buch leider nicht oder nicht gut erklärt, glaube ich, sind die Begriffe "Metroidvania", "Shmup" und "STG". Dafür gibt's einen "Man!ac"-Gruß.

Die Genreaufteilung der Spiele gefiel mir und man bekam so einen guten Eindruck, welche Spiele bzw. Spielearten auf dem SNES eine Rolle spielten. Das letzte Mischkapitel, also mit den unbedeutenderen Genres, wirkte teils jedoch etwas willkürlich; auch die Bildauswahl passte nicht immer ganz genau zum Text oder es wurden ähnliche/unspektakuläre Screenshots gewählt. Bei einigen ausgeschnittenen Pixel-Artworks fehlte auch der Hinweis, wo das herstammt. Und schade: Ohne Schlusswort ist das Buch plötzlich zuende.

Insgesamt hat mir das Pixelbuch aber gut gefallen! Es ist sehr wertig produziert und bietet ein im Wortsinne anschaulichen Überblick über das Super Nintendo, die Spiele und das Spielgefühl.


< antworten >