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Re:nö. „echt“ hat imo nichts mit Stagnation flat
Autor: JPS
Datum:30.04.19 11:10
Antwort auf:nö. „echt“ hat imo nichts mit Stagnation von wolfteam

>Für mich sind Videospiele immer und immer besser geworden seit ich damals mit ner alten Pong Konsole angefangen habe.

Kommt auf das Genre an und da fällt mir eigentlich nur der Open World Bereich (und auch nur dort wo es passt - bei Rennspielen IMO großer Quatsch) ein, der tatsächlich von der neuen Technik profitiert. Das ist neu und die intensive Erkundung einer großen Spielwelt wie bei BOTW oder auch AC/FC wäre früher nur in groben Ansätzen machbar gewesen.

Viele andere Genres haben sich durch immer weitere Angleichung an ein möglichst breites Publikum und Verwässern und Vermischen von Genres eher verschlechtert.

Inzwischen beschreibt man Spiele ja schon besser durch Nennung der Spielserie oder indem man sagt, aus welchen 2-3 Vorlagen man das neue Spiel zusammengewürfelt hat, statt dessen klares Genre zu nennen oder eine wirklich frische Spielidee tatsächlich erklären zu müssen.

Warum müssen Arcade-Rennspiele jetzt plötzlich eine Open World bieten, bei der man wie ein leicht zu begeisternder Fahranfänger 50% vom Spiel einfach nur in der Gegend herumfährt, statt den knackigen Spielspaß eines Burnouts oder Ridge Racers zu bieten?

Warum werden viele Spiele zu anspruchslosen interaktiven Spielfilmen?

Warum werden Spiele bzgl. Steuerungen und Spielelementen überladen, statt Spiele um ein knackiges und schlankes Grundgerüst herum zu bauen, das man mit der Zeit immer besser meistern kann und bei der cleveres und durchdachtes Leveldesign für Abwechslung sorgt?

Warum müssen so viele Spiele durch unnötigen Grind und RPG-Elemente gestreckt werden? Ich finde RPG-Elemente grundsätzlich gut, aber brauche sie deshalb nicht in jedem noch so unpassenden Spiel.

Warum müssen 95% der Spiele ein Nachfolger eines erfolgreichen Spiels sein, der dann schon direkt bzgl. frischer Ideen eingeschränkt ist, da man nicht zu sehr von den wesentlichen Merkmalen der Serie abweichen darf?

Vielfalt und knackige, auf das Wesentliche beschränkte Spiele findet man zwar noch im Indie-Bereich (das ist neben Open World die positivste Entwicklung), aber AAA besteht gefühlt zu 95% aus einer sehr überschaubaren Anzahl an verwässerten Genres.

Ist nicht unbedingt die Schuld der Hardware, aber Du schreibst ja dass Videospiele immer besser wurden und das sehe ich nicht. Bis auf 1-2 gute Open World Titel pro Jahr spricht mich eigentlich keines der aktuell beliebten AAA-Genres 100%ig an.


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