Thema:
Auch dursch. flat
Autor: Slochy
Datum:11.12.10 13:58
Antwort auf:Enslaved von Droog

Und leider fand ich es nicht annähernd so geil wie viele andere hier. In meinen Augen hat man die große Chance verpasst, aus dem vorhandenen Material eine viel eigenständigere und vor allem tiefgehendere IP zu zaubern. Dabei wäre der Tisch reichhaltig gedeckt: Das Design ist größtenteils wunderbar und erfrischend. Die Szenerien, besonders in der zwoten Hälfte, die sympathischen Charaktere, die teils epischen Bossfights und vor allem die Zwischensequenzen - all das ist Bombe und extrem kreativ. Umso enttäuschender war es dann für mich, von welch einem seichten spielerischen Skelett all dies zusammengehalten wurde.

Mein größter Feind war hier die Steuerung: Ich hasse es wie schlimmste Pest auf Erden, wenn mir ein Spiel vorschreibt, dass ich gefälligst zentimetergenau und NUR dort zu springen habe, wo es mir das Leveldesign vorschreibt. Eigeninitiative, selbst in den banalsten, allerlogischsten Situationen? Null. Freiheiten? Nullkommanullnull. Hat das erste Tomb Raider etwa derart debile Crétins aus uns gemacht, dass man ohne permanent leuchtende und glänzende Hinweistafeln wie ein stupider Mongo hilflos durch die engsten Level irren würde? Argh, argh, argh! Nicht falsch verstehen, ich kann es durchaus nachvollziehen, dass man in einem solchen Spiel, das von visuellem (Action-) Bombast lebt, den Fokus anders setzt, um Frust zu vermeiden und einen gewissen Flow zu wahren. Aber das kann man auch, ohne den Spieler für komplett dumm zu verkaufen.

Des weiteren störte mich die Sensibilität der Steuerung. Im niedrigsten "Gang" ist Monkey zu träge, im höchsten dann allerdings zu schnell für die größtenteils engen und überschaubar begehbaren Schlauchlevel. Fühlte sich einfach nicht gut an und vermittelte kein Gefühl für Monkeys Kraft und Masse.

Ach, blablablbalabla, bin grad zu faul. Spielerische Ödnis von vorn bis hinten, wenngleich drapiert an einer hübschen Perlenkette der Belanglosigkeit. Die Kämpfe waren okay, Boss-Battles wie gesagt eins der wenigen echten Highlights, die auch haften bleiben werden. Das Buddy-Feature wirkte aufgesetzt und verhalf im Spiel selbst leider nie, die Chemie zwischen Trip und Monkey weiter zu spinnen.

Hätte man die Schwerpunkte anders und dosierter gesetzt, hätte man hier sogar einen Nextgen-Nachfolger zu BG&E kredenzen können, der das Zeug zu einer neuen Franchise besessen hätte. So isses für mich aber unter dem Strich eine äußerst mittelprächtige Action-Hüpferei ohne Tiefgang, auf der positiven Seite allerdings auch ohne Frust. Auf einen zweiten Teil dieses Schemas könnte ich aber dankend verzichten.

Schade isses für mich vor allem um die tollen Charaktere und die irrsinnig vielen kreativen Einfälle, die meiner Meinung nach ein viel besseres Spiel verdient hätten und viel Potential für weitere Teile besäßen.

6/10

Next Stop: Wenkwisch!


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