Antwort auf den Beitrag "Re:Deshalb ist dieses nach unten treten so dumm u. schäbig" posten:
Nickname:
Passwort:
Thema:
Nachricht:
>>Wie ich dieses "man muss nur den Arsch hochkriegen"-Geblubber hasse. >> >>Zwei kleine Beispiele: Ich habe mich tatsächlich so mit 42, 43 Jahren auf einige ausgeschriebene Duales-Studium-Plätze in der Region beworben. Ich dachte, hey, vielleicht kommt es gut an, wenn man sich in dem Alter nochmal traut. Falls ich überhaupt eine Absage bekommen habe, konnte man zwischen den Zeilen deutlich die Verwunderung rauslesen, wie ich auf die Idee komme, in dem Alter tatsächlich eine Chance auf einen der Plätze zu haben. > >Naja, no offense, aber es sollte ganz realistisch klar sein, dass du prinzipiell mit deinem Alter immer die schlechteren Karten bei einer Bewerbung hast. Bewirbt sich mit dir eine akzeptabler "Junger" wird dieser immer präferiert, da theoretisch die Chance für den Betrieb höher ist, länger etwas von der Investition zu haben. Komplett nachvollziehbar, oder? > >Dies hindert dich jedoch nicht daran, dich weiter zu bewerben. Gerade momentan dürftest du bei der Arbeitsmarktsituation wieder höhere Chancen haben. Zudem ist es dir ja freigestellt aus eigener Tasche dich weiterzubilden mit kurz- bis mittelfristigem Wohlstandsverlust, um deine Chancen bei späteren Bewerbungen zu erhöhen. > >> >>Meine Freundin lebt derzeit von 1100 Euro Arbeitslosengeld. Wobei das kein klassisches ALG ist, sondern eine Art amtliche Weiterführung des Krankengeldes. Sie leidet unter mehreren schweren Syndromen, u.a. Sjögren und Fatigue. Äußerlich sieht sie kerngesund aus - mal abgesehen davon, dass sie 10 Kilo abgenommen hat, wofür es auch keine ärztliche Erklärung gibt. >> >>Der Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei der dt. RV wurde abgewiesen. Die ignorante Amtsärztin meint, sie könne ohne Probleme Vollzeit arbeiten, wenngleich nicht mehr in ihrem angestammten Beruf (examinierte Krankenschwester). Der Arzt von der Arge meinte zwar was anderes, aber der ist nicht maßgeblich. >> >>Sie ist jetzt in mehrfacher Hinsicht in einer Dead-End-Situation: Um überhaupt volles ALG zu bekommen, muss sie sich voll dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen, ist also offiziell quasi gesund. Was natürlich die Dt. RV wieder erfreut, wo gerade der Widerspruch zur Ablehnung läuft. Vollzeit arbeiten? Geht definitiv nicht, auch wenn sie gerne würde. Daheim fällt ihr komplett die DEcke auf den Kopf. >> >>Und selbst wenn sie so viel arbeiten würde wie geht - das, was sie noch halbwegs hinbekommt, würde kaum mehr bringen, als das ALG, das sie bekommt. Sie darf übrigens da bis zu 165 Euro/Monat straffrei hinzuverdienen. >> >>Hinzu kommt die Angst, wenn das ALG in 18 Monaten abläuft. Sie ist ein klassisches Systemopfer - und, wie sie herausgefunden hat - läääängst kein Einzelfall. Aber offiziell ist sie ja gut durchs Sozialsystem versorgt. >> >>Was ich übrigens dabei noch gelernt habe: Es wird ja gern über die Arge gelästert. Vielleicht durchaus zurecht; aber in ihrem Falle lief das Meiste recht human und quasi kundenorientiert ab. Man hatte durchaus das Gefühl, das man das Beste für sie herausholen will. Auch im Kampf gegen die Dt. RV, die sich als unfassbar riesengroßer Arschlochverein entpuppt hat. Und auch mit dieser Ansicht sind wir offensichtlich nicht alleine. > >Schicksalshaft und tragisch, aber was hat dies mit der prinzipiellen Aussage zu tun, dass man mit Einsatz - gerade mit dem momentanen demografischen Wandel - im Normalfall sehr wohl durch Eigenleistung sein Gehalt verbessern kann? Deine Freundin hat halt einen sehr schweren Schicksalsschlag erlitten. Das Sie "ihren Arsch nicht mehr hochkriegen kann", steht ja ausser Frage.
mailbenachrichtigung?