Antwort auf den Beitrag "Re:Bachmut ist gefallen" posten:
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>>[https://www.spiegel.de/ausland/krieg-in-der-ukraine-wolodymyr-selenskyj-raeumt-offenbar-verlust-von-bachmut-an-russland-ein-a-60dc265f-364b-4d26-b813-2b1ed3e1d94c?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph] >> >>Next: Slowjansk und Kramatorsk, 2 weitere wichtige Großstädte. Und so wird sich das russische Virus vermutlich langsam durchs Land fressen, bis in einigen Jahren nichts mehr da ist. > >Sehr (!) unwahrscheinlich momentan. Russland musste immens viele Truppen von anderen Frontabschnitten abziehen, um wenigstens diesen "Erfolg" zu erzielen, da die Ukrainer die Flanken rund um die Stadt zwischendurch wieder deutlich eingedrückt haben – und zwar primär wohl nur mit Infanterie und Artillerie. Bachmut war auch die einzige Stelle an der ganzen Front, wo sich überhaupt noch etwas nennenswert bewegte, was primär Wagner und kaum den russischen regulären Streitkräften zu verdanken war. Und Wagner ist wohl Berichten zufolge stark angeschlagen (auch politisch) und will deshalb künftig lieber im lukrativeren Sudan weiterkämpfen. > >Ich sehe derzeit eher Russland in einer prekären Lage: Sie müssen das eroberte Bachmut unbedingt halten (eine Rückeroberung wäre katastrophal für die ohnehin am Boden liegende Moral), wozu wahrscheinlich angesichts der ständigen ukrainischen Bedrohung einiges an Truppen notwendig ist – ein Vormarsch Richtung Westen wäre bei den dortigen Befestigungen enorm verlustreich und vermutlich zum Scheitern verurteilt. Gleichzeitig benötigt Russland zwingend Truppen an anderen Frontabschnitten, um die bevorstehende ukrainische Gegenoffensive aufzuhalten, in der die Ukraine vermutlich ihr gesamtes westliches Arsenal auffahren wird. Die Ukraine hält derzeit ziemlich sicher immense Truppenteile genau dafür in Reserve, da von den gelieferten Panzern und IPVs noch kein einziger auf dem Schlachtfeld aufgetaucht ist. > >Russland leidet nach seiner gescheiterten Winteroffensive dagegen wohl erneut unter Personalmangel und hätte eigentlich schon längst eine zweite Mobilisierungswelle durchführen müssen, was vermutlich nur aus innenpolitischen Gründen nicht erfolgt. Es gibt aktuell Forderungen von russischen Nationalisten, zwischen 3 und 4 Millionen Mann zusätzlich ins Militär einzuberufen – die sehen also durchaus viel Bedarf. Hinzu kommen schwindende Reserven: Es dürfte zwar noch eine Weile dauern, bis Russland seine Sowjetbestände endgültig verbraucht hat, ohne die wäre der Krieg aber schlicht und einfach schon lange vorüber. Danach dürfte es ein dramatisches Ungleichgewicht zwischen Produktionskapazitäten und Verlusten geben – zumal sich der Westen langsam für einen Wettlauf bereit macht, den Russland zumindest solo nicht gewinnen kann. Und ich sehe keinerlei Anzeichen dafür, dass China in dieser Hinsicht wirklich helfen möchte.
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