Antwort auf den Beitrag "Re:was spricht eigentlich gegen Nordstrom 2?" posten:
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>>... >>Mal ganz ehrlich: Wie sieht denn deine Schnell-Lösung aus? >> >>Ich sehe das auch ziemlich düster, aber was sollte die aktuelle Regierung für eine Alternative zur Versorgung aus dem Hut zaubern. > >Gilt für die EU, nicht nur Deutschland: >Vieles hat man ja schon in der jüngeren Vergangenheit sich verbaut und verpokert, man hätte halt vielleicht nicht direkt sanktionell so überreagieren müssen und vielleicht wäre es schlauer gewesen (spätestens im Mai) Russlands Forderungen erstmal mindestens in Teilen anzuerkennen, dann aufzurüsten, konsequent den Energiewechsel zu vollziehen bzw. sich und die Bevölkerung darauf vorbereiten und dann ggf. einen entsprechenden Sanktionskrieg erst in ein paar Jahren führen und die Wiedereingliederungen der abgetretenen ukrainischen Gebiete einfach neuaushandeln, vielleicht bis dahin sogar mit ner neuen russischen Regierung, die liberaler ist (man darf träumen ;)). > >So haben jetzt alle Seiten, insbesondere die ukrainische Bevölkerung, Leid und Schrecken für etwas was man sicherlich strategisch und mit weniger Menschenverluste hätte erstmal anders lösen können. Ja natürlich ist Putin der Aggressor, aber wenn man es denn so ideologisch betrachten will, dann hätte man so konsequent sein sollen die Ukraine militärisch aktiv zu verteidigen, wobei selbst das ja noch nicht entgültig ausgeschlossen ist. > >Ansonsten das worum es hier geht: Nordstream 2 anschließen. Mögliche Sanktionen seitens USA in der Diskussion halte ich für überbewertet, da deren Exporte und Erhaltung von Markt und Machtstellung in Europa ihnen wesentlich wichtiger sind als andersrum. So schlimm würde das denk ich gar nicht werden. Für Europa wär es im Zweifel mittelfristig sogar vorteilhaft, wenn sich grad dadurch im Bereich von Soft- und Hardware aufeinmal Chancen auftuen würden, die hier verschlafen worden sind und bisher der normale Markt keinen Einstieg mehr zuließ, auch wenn kurzfristig natürlich sicherlich erstmal stark Sand im Getriebe wäre. > >>Das Problem ist aber auch, dass viele Wohlhabende und Besserverdiener offensichtlich gar nicht zu Einsparungen und Verzicht bereit wären. > >Ist das so? Grad die oberen Mittelständler erwirtschaften ihren persönlichen Wohlstand doch in der Kombination von gutem Gehalt und gutem Umgang damit. Und ich kenn viele die bereits auch in der Vergangenheit grad was die Energiethemen angeht sparen und zumindest damit bewusst umgehen. Und manche Vorgaben müssen halt auch einfach von der Politik gemacht werden. Anstelle das Sparen nur dem Verbraucher zu überlassen, hätte man den Rahmen so vorgeben können, dass es in Masse zwangsweise nur 1-3 Liter Autos gäbe etc. Dann würde über Sinn und Unsinn von SUVs auch keiner mehr reden. Oder das jeder Neubau, Kernsanierung auch ne Solaranlage beinhalten müsste etc. Aber nee, geht ja nicht wegen Stadtbild und so... > >Ansonsten ich persönlich mache mir auch keine Sorgen um den Winter und das Heizen an sich in Deutschland, das klappt schon irgendwie und wenn eben eingeschränkt, aber die Leute haben das früher auch überlebt. > >Aber die wirtschaftlichen Auswirkungen wenn die Leute jetzt für ne längere Phase ihr Geld nur noch für die absoluten Basisgüter ausgeben können sind halt katastrophal. Das 100 Jahre später sich irgendwie die Historie (Pandemie, Inflation, Faschismus) sehr analog wiederholt ist irgendwie absurd surreal. > >Wobei damals eben ein großer Unterschied bestand, dass kritische Basisinfrastruktur rein dem Staat gehörte und nicht privatisiert war, dazu die wirtschaftlichen Verflechtungen und Verpflichtungen noch nicht so global und komplex waren. > >Vielleicht seh ich auch wirklich zu schwarz und es geht sich noch auf. Die Energieversorgung und Preise stabilisieren sich nächstes Jahr, die Inflation bleibt noch im Rahmen, die meisten Firmen können sich halten, irgendwann stagnieren die Preise wieder ne lange Zeit, gehälter passen sich an und in 5-10 Jahren verdien ich nominell soviel, dass ich eine ähnliche Kaufkraft zu sagen wir mal 2019 habe und mit Genuss auch mal wieder mit der Famile vornehm Essen gehen kann und nicht direkt meinen kompletten Monatsüberschuss verballert hab. Energie kann ja im Verhältnis auch weiterhin etwas teurer sein um einen Anreiz zum sparen zu geben, aber nicht in der Extreme zum Grundeinkommen wie aktuell. > >Vielen Besserverdienenden ist ja gar nicht bewusst, dass wenn sie 4000 netto pro Monat haben, gegenüber einem mit 2000 nicht das doppelte sondern das X-Fache mehr zur freien Verfügung haben, da gewisse Basiskosten nunmal jeder hat. > >Ich bin auch sicherlich verängstigt und ein wenig persönlich verbittert, weil ich in den letzten 10 Jahren viel verschlafen und dann noch falsch investiert hab. Nicht nur finanziell im Sinne von Aktien, Krypto etc. wo ich jetzt doch eine negative Bilanz hab, sondern auch finanziell und emotional in Personen (bester Freund vor paar Jahren gestorben; meine Scheidung ist Ende des Jahres, sie hat die Familie verlassen und sich nen neuen gesucht; auf beiden Personen basierten bedeutsame Lebensentscheidungen) und nun alleinerziehend mit nem kleinen Kind sehr unsicheren und finanziell anstrengenden Zeiten alleine entgegen blicke. Und es kommt halt seit 3 Jahren eine schlechte Phase nach der anderen. > >Wobei ich immerhin noch leicht überm Bundesdurchschnitt verdiene. Wie ein Geringverdiener, der eventuell auch noch Unterhalt zahlen muss, das machen soll ohne die komplette Lebensfreude zu verlieren => absolut keine Ahnung. Es sind ja nicht nur die Mehrkosten für die Verbrauchsenergie, sondern da die wieder bei allen Prozessen beteiligt sind steckts in jedem Produkt und jeder möchte es aktuell ausgeglichen bekommen. Langfristig kann das ja nur zum Kollaps und/oder zur kompletten Geldentwertung führen.
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