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| Autor: | Zinkhal | ||
| Datum: | 17.12.24 16:42 | ||
| Antwort auf: | Re:mögliche trigger warnung von Nehemia | ||
>>Aber gerade schwer depressive Menschen handelt oftmals nicht mehr rational. Vielen von diesen Menschen kann geholfen werden. Sicherlich nicht allen. Aber ich kenne auch viele und deren Angehörige, die es im Nachgang bitterlich bereut hätten, wenn diese endgültige Entscheidung hätte getroffen werden können. > >Ja irgendwie sind die Angehörigen immer wichtiger, als der Betroffene. Oder wie die sich fühlen. Ich habe extra den betroffenen zuerst genannt. Im besten Fall ist deine Familie, deine Freunde etc. dein Rückhalt. Ich finde, dass diese einbezogen werden sollten, ohne die Entscheidungsgewalt zu haben. Und ich persönlich würde erwarten, dass man engsten Angehörigen, so schlecht es ihnen auch gehen mag, mir zumindest das Wort erteilen. Auch wenn jemand selbst bestimmt lebt, so kann der (vermeidbare) Tod eines geliebten Angehörigen einen selbst auch nachhaltig beeinflussen und im schlimmsten Fall sogar zum nächsten Fall werden lassen. Auch wenn jemand depressiv ist, verliert er nicht zwangsweise die Empathie gegenüber seinen Liebsten. Im Gegenteil, oftmals hält doch dieses Gefühl diejenigen zurück, etwas endgültiges zu unternehmen. Klar, diesen Rückhalt hat nicht jeder. Dein Satz klingt sehr verbittert, ohne dass ich den betroffenen selbst etwas abgesprochen habe. > >>Bei physischen Erkrankungen ist die Diagnose offensichtlicher (inkl. Heilungsprognose). Bei psychischen Erkrankungen hingegen dürfte diese Urteil deutlich schwerer fallen bzw. ein größeres Spektrum an Ungewissheit bereithalten. Wer will hierfür die Verantwortung übernehmen und beurteilen, dass jemand rational urteilt und entsprechend den Freitod durch Sterbehilfe wählt? > >Ein chronisch/manisch Depressiver ist nicht Dement. Verstehe ich nicht. Wollte ich auch nicht zum Ausdruck bringen. Mit nicht rational handeln, hatte ich auch null an eine etwaige Demenz gedacht. > >>Ganz schwierig aus meiner Sicht. Wenn ich morgen einen Unfall habe und Hals abwärts gelähmt bin, über den Schlauch ernährt werde und nach drei Jahren mit absoluter Überzeugung sagen kann, ich will das nicht mehr, ist der Fall eindeutiger. > >Und wenn du es nach einem halben Jahr sagen kannst? Freust du dich dann, dass du noch 2 einhalb Jahre durchhalten darfst? Die drei Jahre war ein Beispiel. Lass es zwei, vier, oder was immer sein. Ich wollte lediglich zum Ausdruck bringen, dass Krankheitsbilder vermutlich sehr differenziert ausfallen können. Nach objektiven Maßstäben mal klarer und bei anderen Fällen dann halt auch mit vielen Fragezeichen versehen seien können. Und gerade in der Psychologie stelle ich mir ein abschließendes Urteil deutlich schwerer vor. Ist dein Körper geschädigt oder von Krebs zerfressen, dürfte die Diagnose "endgültiger" ausfallen. Ich habe auch keinen Maßstab angelegt, wann Sterbehilfe gewährt werden sollte und wann nicht. Ich wollte nur ein Beispiel liefern, in welchem Szenario ich es für einfacher erachten würde, ein abschließendes Urteil zu fällen. Grds. bin ich ein Befürworter der Sterbehilfe und finde die gegenwärtige Regelung in Deutschland (entgegen des Urteils vom Bundesverfassungsgerichts) für sehr schlecht gelöst. Ich kann aber auch verstehen, dass sich jeder Politiker mit diesem Thema schwer tut. Für den Tod (und etwaigen Fehleinschätzungen) möchte niemand verantwortlich sein. Gleichzeitig stellt dieses zurückweichen von schwierigen Entscheidungen eine Einschränkung der Selbstbestimmung der betroffenen dar. |
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