Thema:
Re:Ja und nein flat
Autor: Nostra8
Datum:17.12.24 16:27
Antwort auf:Re:Ja und nein von suicuique

>>Kann man diese Reife nie mehr verlieren?
>
>IMO ja. Die Frage ist woran machst Du das fest?
>Das ist zum Beginn eines Lebens deutlich einfacher zu machen, als zum Ende hin.
>Gerade auch weil letzteres zeitlich nicht fix bekannt ist, ersteres aber schon.
>
>Daraus schliesse ich dass eine zeitliche "Begrenzung" ausgeschlossen ist.
>Blieben also nur individuelle Tests.
>Hältst Du das für eine gute Idee? Welche Kriterien setzt du da an? Und würde die nicht auch besonders schutzbedürftige Personen treffen?
>
>>Es gibt ja auch viele normale Berufe mit einem Alterslimit oder mit zwingenden Tests alle x Jahre um zu schauen ob die Person noch fit genug ist.
>
>Diese sind deutlich einfacher zu absolvieren (zb Prüfung auf Sehschärfe als Pilot) als die Fähigkeit zum passiven oder akiven Wahlrecht.


Okay, ich glaube hier liegt ein Missverständnis vor. Ich möchte nicht das Wahlrecht begrenzen. Ich möchte in den Raum stellen, ob man nicht maximalwerte für politische Ämter entwickeln sollte. Maximale Jahre für eine Kanzlerschaft. Ein Maximalalter für den Bundeskanzler oder das Bundestagsmandat.

>
>>Einfaches Beispiel: Nehmen wir Digitalierung und die Relevanz von Techkonzernen. Das dieser Bereich unterschätzt wurde hat IMO auf jeden Fall auch damit zu tun, dass wir viel zu viele alte Leute an Schlüsselpositionen hatten. Das ist kein direkter Vorwurf an diese Menschen, aber die Tragweite von Digitalsierung ist heute noch viel größer und benötigt einfach Menschen mit entsprechendem Verständnis und nicht nur "Lebenserfahrung".
>
>Gegenargumente:
>- Die nötige Nähe kann auch einen "Betriebsblind" werden lassen.


Klar, das besteht bestimmt. Ich denke da eher an "Neuland" oder ähnliches "Augen verschließen" von weltweiten Veränderungen die einfach nicht mehr aufzuhalten sind. Für mich erscheinen die meisten der aktuellen Politiker eher betriebsblind für Dinge wie Dessinfotmationskampagnen durch Russland/AFD in Social-Media. Tik-Tok z.B. hat deutlich mehr Macht, als die meisten "Alten" akzeptieren wollen und ist heute auch deutlich mehr als lustige Videos oder Tanzfilmchen.


>- Politiker müssen keine Spezialisten sein. so sind zb Ministerämter weder an eine Ministeriumsnahe Ausbildung geknüpft noch an eine lebenswirkliche. Das ist bewusst nicht gewollt.

Korrekt. Aber so wie man im normalen Berufsalltag in Rente geht oder einfach Platz für jüngere machen sollte, könnte ich mir ähnliches für den Bundestag vorstellen.

>- Wer entscheidet wann die nötige Fachkenntnisse vorliegen? Muss man das unbedingt am Alter festmachen können? Würde das im Gegenzug nicht auch die Frage aufwerfen ob 18-Jährige Mitglied des Bundestags werden können wenn ihnen (oftmals) die eigene Erwahrung zur Lebenswirklichkeit und Tragweite der Entscheidungen abgeht?

Ich glaube es geht gar nicht direkt um Fachkenntnis, sondern um die Akzeptanz von Wandel und die Bereitschaft sich diesem zu Stellen. Ich habe das Gefühl, dass genau das ein großes Problem für unsere Gesellschaft insgesamt ist. Viele Menschen denken immer noch, dass wir die Welt mitgestalten und unsere Firmen weltweit Trends vorgeben oder technisch die Speerspitze sind. Hier würde uns mehr Demut und das anerkennen der neuen Weltordnung (nicht primär politisch, eher Wirtschaftlich oder technologisch) gut weiterhelfen.

>
>Ich sehe da mehr Schaden als Nutzen wenn man diese Büchse der Pandora öffnet.


Ich habe z.B. mehr Angst vor einer richtigen Gerontokratie.
>
>gruß


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