Thema:
Re:Deshalb bin ich nach aktuellem Stand zur Rente weg flat
Autor: JPS
Datum:01.07.24 11:58
Antwort auf:Re:Deshalb bin ich nach aktuellem Stand zur Rente weg von MattR

>Kaufen würde ich da aber eh nicht, man sieht ja wie schnell da immer alles verfällt weil sich kaum um Instandhaltung gekümmert wird.

Ja, sehe ich auch so. Kaufen nur, wenn es für das Visum zwingend erforderlich ist, aber da hat IMO keines der Länder aktuell Bedingungen, die das attraktiv genug machen, sofern man diese Beträge nicht einfach aus dem Ärmel schütteln kann. Daher würde ich solche Länder dann eher als Hauptwohnsitz streichen, als mein Geld nur für ein bequemes Langzeit-Visum zu verbrennen.

So lange es gesundheitlich geht, würde ich eher mit Springen zwischen den verschiedenen Ländern und Visa-Runs arbeiten und so dann auch immer mal wieder Stadtteile wechseln und neuere Wohnungen beziehen können, statt irgendwo festzuhängen, wenn plötzlich nebenan gebaut wird oder die Nachbarwohnung zum Airbnb-Umschlagplatz wird.

>Ich habe die letzten 3 Winter auf Teneriffa verbracht, für mich wäre das auf Dauer nichts eben weil es keinerlei Großstadt Feeling gibt und ich mir Berge etc. lieber im vorbeifahren aus dem Auto ansehe als da hoch zu laufen.

Sehe ich auch so. Im Urlaub oder für einige Monate mag das nett sein, auf Dauer bietet mir eine Großstadt aber ganz andere Möglichkeiten und Langzeitunterhaltung.

Gerade in Südostasien, wo man die ganzen Angebote auch finanziell viel leichter und häufiger nutzen kann, während man bei uns beim gleichen Budget viel mehr haushalten oder die Qualität zurückschrauben muss.

Im Prinzip brauchst Du in Südostasien gar keine Küche in Deiner Wohnung, da Du in allen Preis- und Qualitätsklassen auch auswärts essen kannst und in den Großstädten gute Liefermöglichkeiten bestehen, wenn Du mal nicht raus willst. Wenn man es nicht komplett übertreibt, kommt man am Ende nicht viel teurer als bei uns mit selbst kochen.

Die Kanaren und Südeuropa wären hauptsächlich interessant um ein angenehmeres Klima und evtl. eine leicht höhere Kaufkraft zu bekommen. Tatsächlich würde ich mich dort aber dann wohl überwiegend mit Indoor-Hobbies beschäftigen, da der Rest immer nur phasenweise interessant ist und nicht über Jahre als Dauerzustand.

>Thailand buhlt ja massiv um Rentner, da gibt es eigene Visa Programme aber die doktoren gerade an ihren Steuermodellen herum. Wenn muss es schon eine Kombination aus Land sein das keine Auslandseinkünfte versteuert und einem Land wo das Geld liegt wo auch nicht versteuert wird, wenn man dort nicht wohnt. Wie Du aber auch schreibst das kann sich schnell wieder ändern. In Thailand gibs seit Ende lezten Jahres auch gefühlt alle 4 Wochen Änderungen ob jetzt das Welteinkommen versteuert wird oder nicht.

Ja, aktuell würde ich in Thailand bei unter 180 Tagen pro Jahr bleiben, bis solche Details (was und welche Transferwege werden als Einkommen gewertet, legale Schlupflöcher, Steuererklärung und damit Kosten/Aufwand nötig oder nicht) geklärt sind.

Aber das ist dann einer der Punkte, die man 10 Jahre vorab nicht sinnvoll planen kann, da das immer in Bewegung ist. Das muss man sich dann kurz vorher nochmal konkreter anschauen.

>Ja Englisch spricht für die Philipinen aber, ich war mal in Manila, die Temperaturen sind angenehmer als etwa Bangkok im Sommer aber die Infrastruktur ist viel schlechter.

Kommt halt immer auch auf den genauen Stadtteil und die Lage der Wohnung an. Die Philippinen wären aktuell neben der Sprache hauptsächlich was das Visum angeht interessant, da unkompliziert möglich (überschaubare Geldeinlage auf ein Konto, jährliche Verlängerung ohne Visa-Run).

Den Bereich "Bonifacio Global City (BGC)" im Stadtteil Taguig City in Manila könnte ich mir als Ausgangsbasis für ganz Südostasien oder zur Überbrückung z.B. ganz gut vorstellen, da der Bereich sehr gut für Fußgänger optimiert ist und zumindest den Grundbedarf an Shopping und Food-Halls deckt, so dass man für die Basics gar nicht aus dem Stadtteil raus muss.

Luftverschmutzung und Verkehr sind dort vergleichsweise niedrig und da man im Alltag nicht auf Verkehrsmittel angewiesen ist, gibt es keine regelmäßigen Probleme mit schlechten Zugverbindungen und Stau. Dafür ist halt alles ein wenig teurer für dortige Verhältnisse, aber auch nicht teurer als mein aktuelles Leben im Münchner Vorort.

Hier ein paar Highlights wie es dort aussieht und was man halbwegs fußläufig geboten bekommt:

[https://www.youtube.com/watch?v=voebbKmAjno]

Ist aber natürlich kein Bangkok was die Vielfalt angeht und hat auch keinen authentischen SEA-Flair, sondern ist eher eine überschaubare "Luxus-Blase" aus der man dann die hektischere Welt von SEA erkunden kann.

Vom nur 10km entfernten Flughafen gibt es günstige Direktflüge zu fast allen relevanten Zielen in Asien mit überschaubaren Flugzeiten von meist 1-4,5 Stunden und Preisen im oft sehr niedrigen dreistelligen Bereich, so dass das weit praktischer wäre, als das immer von Deutschland aus anzugehen.

Obwohl der Bereich ein wenig isoliert wirkt, liegt er recht zentral und Makati City, Pasay City (Mall of Asia, Star City) und Metro Manila (Rizal Park, Manila Zoo, Ocean Park) liegen alle im Umkreis von 10-15km, so dass man auch die dort stattfindenden Events und Locations mit überschaubarem Aufwand besuchen kann.

>Spanien hat man halt oft das Problem mit den lokalen Sprachen etwa Mallorca mit Mallorquinisch. (Ich war noch nie auf Mallorca)

In Las Palmas kommst Du mit normalem Spanisch sehr gut durch. Meine Mutter hat dort längere Zeit gelebt und die hat dazu ganz normales Spanisch gelernt. Die im Alltag relevanten Feinheiten/Unterschiede bekommst Du dann schon mit, wenn diese Basics erst Mal gegeben sind und die Leute verstehen auf jeden Fall normales TV-Spanisch, auch wenn sie selbst vielleicht einen Dialekt sprechen.

>Ob die EU Mitgliedschaft in allen Bereichen vorteilhaft ist?

In allen Bereichen nicht. Länder bei denen Du der Versteuerung komplett (also in Deutschland und gleichzeitig auch noch im Zielland) entgehen kannst dürften aber immer weniger werden - das wird mit jedem Jahr schwieriger und lässt sich nicht Jahrzehnte in die Zukunft planen.

Versicherung ist in dem Zusammenhang natürlich auch ein Thema. In Südostasien müsste man sich privat versichern, hätte dann aber auch eine Qualität und einen Service die weit über das hinausgehen, was die gesetzliche Versicherung in Deutschland bietet, inkl. Ärzten mit gutem Englisch oder teilweise sogar Deutschkenntnissen.

Da man sich dann in Deutschland von der Versicherung abmelden kann, ist zumindest ein Teil der recht hohen Kosten für eine Privatversicherung gedeckt. Für höchste Absicherung aller Eventualitäten wird man aber wohl ein paar hundert Euro pro Monat drauflegen müssen, was die Ersparnisse an anderen Stellen wieder ein wenig relativiert.

Dafür hast Du dann aber auch bei Spezialisten keine Wartezeiten und wirst eher wie im Luxushotel statt als Bittsteller behandelt. Fällt aber insgesamt eher unter Erhöhung der Lebensqualität statt unter Ersparnis. Gibt dazu auch ein paar gute Videos auf Youtube, vor allem für die Kliniken in Thailand.

Innerhalb der EU muss man genauer durchkalkulieren, was Sinn macht.

>>Von der Mentalität sagen mir Asiaten aber mehr zu als Südeuropäer. Auch wären dann günstige Urlaube in Japan, Singapur, etc. möglich, wo ich mir einen dauerhaften Aufenthalt eher nicht leisten kann. Auch schreckt mich das schlechte Englisch der Japaner ab, da das die ersten Jahre recht hart machen würde.
>
>Da kann man imho nicht pauschalisieren. Selbst zwischen Japan und Süd Korea liegen Welten was die Mentalität angeht.


Ja klar, allein in Südostasien gibt es durch die verschiedenen Religionen (Buddhismus, Islam, Christentum, etc.) und die Geschichte der Länder schon sehr unterschiedliche Mentalitäten. Wenn Du Ost-Asien noch dazu nimmst, wird es noch vielfältiger.

Allen gemein ist aber der Aspekt, dass Höflichkeit und Umgang miteinander weit besser und weniger aufdringlich sind als in den meisten westlichen Ländern. Wie genau das dann ausgestaltet ist, hängt aber stark von Land, Region, Stadtgröße und dem Aspekt "Touristengebiet" ab.

In Bangkok würde ich z.B. nicht langfristig im Bereich der Haltestellen Asok oder Nana leben wollen, da Du dort dem Rotlicht-Bereich und anderen Aufdringlichkeiten eines Touristengebietes (Taxifahrer inkl. Betrugsversuchen, Verkäufer für irgendwelchen überteuerten Quatsch) kaum entgehen kannst. Das kann IMO auch die zentrale Lage von Asok mit zwei wichtigen Bahnlinien nicht auf Dauer aufwiegen.

Generell muss beim gewählten Wohnort die Balance stimmen. Einerseits will ich nicht in einem Gebiet wohnen, wo man als Touristen-Weihnachtsgangs gesehen und bei jedem Schritt vor die Tür belästigt wird, andererseits aber halt auch nicht in einem Gebiet das gar nicht mehr auf eher westliche Bedürfnisse und Qualitätsansprüche ausgerichtet ist und in dem man gar nicht auf andere Auswanderer trifft.


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