Thema:
Re:Spanien und Portugal flat
Autor: Lord Chaos
Datum:23.06.24 13:36
Antwort auf:Spanien und Portugal von Treasurehunter

>>..ich glaube, die haben so ziemlich die Nase voll vom ungebremsten Tourismus. Irgendwie denkt ja so ziemlich jeder, dass Mallorca eigentlich ihm gehört - Engländer, Deutsche, Festlandspanier. Und dass man sich hier ohne Rücksicht auf Verluste und Einheimische aufführen kann wie man will.
>>
>>Neuester Trend sind wohl Amerikaner auf Luxusurlaub. Und die bedienen wohl auch auf feinste Art alle Klischees - die wollen große Pools, schönen sattgrünen (nicht einheimischen) Rasen etc. pp - eine Katastrophe für die Insel.


>In Lissabon verlassen zahlreiche Locals die Stadt, weil sie sich die Mieten nicht mehr leisten können. [https://www.portugalresident.com/almost-60000-people-forced-to-leave-lisbon-in-last-three-years/]
>
>Der Amerikanische "Museum Tourism" sorgt wohl zusammen mit work from home, Digital Nomads und Co dafür, dass viele Locals sich das Leben dort nicht mehr leisten können. [https://www.msn.com/en-us/money/companies/europe-has-a-new-economic-engine-american-tourists/ar-BB1oBQVv]


Kann ich für Lissabon so bestätigen - ich arbeite hier für einen sehr großen Konzern, der Leute aus ganz Europa nach Lissabon karrt, um hier zu arbeiten. Wohnraum wird gestellt und natürlich ist es für Vermieter lukrativer, an solche Konzerne zu vermieten als an Einheimische, die deutlich weniger für denselben Wohnraum zahlen können.
Zudem müssen sie sich idR nicht um Vieles kümmern, da Betreuung des Mietobjektes meistens direkt von dem Konzern übernommen wird.
Und hier gibt es verdammt viele Arbeitgeber, die gezielt Leute aus Europa herholen,  vor allem im Bereich Kundensupport. Man merkt es auch im Alltagsleben, dass viele Portugiesen, wenn sie mitbekommen, dass du auch zu denjenigen gehörst, die zum Arbeiten hierher gekommen sind, sich sehr reserviert gegenüber einem verhalten.


Und natürlich ist auch der Tourismus, speziell Aibnb ein Riesenthema, Portugal ist halt in den letzten Jahren auch aufgrund der niedrigen Kosten, die man zum Leben hat, zu einem Place to be geworden, was sich allerdings seit Corona und einer Inflation deutlich geändert hat - und die Lage für Einheimische nochmal verschärft hat.

Für WG Zimmer zahlt man hier inzwischen übrigens zwischen 300-400 Euro, was dann bei einem Verdienst nach Abzug aller Kosten im einem Land, welches einen Mindestlohn von etwas über 4 Euro übrig bleibt, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Das hat übrigens auch in Portugal dafür gesorgt, dass die hiesigen Rechten, die CHEGA, bei der letzten Wahl im Mai die Stimmen verdoppelt hat und auch von sehr vielen jungen Wählern deswegen gewählt wurde, weil sie das Thema bezahlbarer Wohnraum ganz oben auf ihrer Agenda hatten.


< antworten >