| Thema: |
|
||
| Autor: | Jassi | ||
| Datum: | 02.12.23 22:39 | ||
| Antwort auf: | Bücher Thread #6 von Matze | ||
Philogelos: Antike Witze. Zweisprachige Ausgabe: griechisch und deutsch [https://amzn.to/418lyik] Dieses Buch war ein Geschenk einer Patientin bei der ich zweimal die Woche je für eine Stunde auf Hausbesuch bin. Von ihr dürfte ich aber hier schon mehrfach geschrieben haben. Eigentlich dachte sie das Buch würde lateinische Witze beinhalten, aber was soll's. Empfehlen würde ich das jemandem nur, der ein kleines Geschenk für einen altgriechisch lernenden Freund sucht. Stellenweise musste ich über den eine oder anderen Witz schmunzeln, einen nicht gerade kleinen Teil kennt man in heutigen Variationen . Nur die Selbstverständlichkeit der Witze von und über Sklaven will ich an dieser Stelle nochmal hervorheben. Wilhelm Busch für Boshafte [https://amzn.to/3Tax22C] Wieder ein Geschenk der obigen Dame. Sie hat mir mehrere Büchlein aus dieser „...für Boshafte“ geschenkt, da wir ein sehr gutes Verhältnis haben und uns gegenseitig „boshafte“ Sprüche drücken. Hach , ich und Lyrik …schwierig. Ich hab schon mehrfach versucht da irgendwie reinzukommen und es ist auch nicht so, dass mir alle Werke da missfallen würden. (Rilkes „Das ist die Sehnsucht“ oder Goethes “Nur wer die Sehnsucht kennt“ seien an dieser Stelle genannt) Aber trotzdem komme ich mir da oft so vor als würde man mir die Laufstegmodels auf der Pariser Fashion Week präsentieren und ich mir nur denke: “Gebt mir die chubby redhead aus'm D&W-Katalog.“ Doch zurück zum Busch (höhö): Es ist schon krass wie viel man von ihm kennt ohne es zu wissen. [https://www.wilhelm-busch.de/zitat/vater-werden-ist-nicht-schwer/] Ihn auf „Max und Moritz“ zu reduzieren wurde Busch nicht gerecht werden. Stellenweise fand ich manche Beobachtungen oder Aphorismen (im Loriot'schen Sinne) köstlich – schön fies! Und auch wenn ich seine Biografie auf den Schlussseiten wirklich interessant fand, wird’s trotzdem von mir keine Empfehlung geben. Warum ist die Leberwurst beleidigt?: Sprichwörter und Redensarten aus der SZ-Redaktion - und was dahintersteckt [https://amzn.to/419DNnh] Auch ein Geschenk: Ich habe wirklich ein Faible für die Herkunft von Redensarten, weshalb es dann nicht verwundern sollte, dass ich die Sendung „Wissen macht Ah!“ (vor allem früher) unheimlich gerne verfolgt habe. Aber so sehr ich gerne mein Klugscheisser-Repertoire auch gerne erweitere, so sehr haben mich die unnötig ausschweifenden Texte fast schon genervt. Um es mal boshaft zu formulieren, aber glaubt mir der folgende Vergleich ist wirklich treffend: Es ist als ob token Einträge bei [https://www.redensarten-index.de/] schreiben würde. Wen die Thematik interessiert sollte ein anderes Buch in Betracht ziehen. Raph Koster - Theory of Fun for Game Design [https://amzn.to/412f3xn] Durch Andre Peschke vom [https://www.gamespodcast.de/] bin ich auf dieses Buch gekommen und ich fand's ebenfalls toll. Ich kann immer wieder nur betonen wie erstaunlich ich es finde, dass in einem Videospieleforum kaum auf Bücher über das selbige Thema eingegangen wird. Aber sei's drum... Sicherlich kennen einige hier den YT-Kanal „Game Maker's Toolkit“ [https://www.youtube.com/@GMTK] Stellt euch so was in dieser Richtung vor, nur dass Koster noch viel mehr auf die Basics eingeht. Gerade das ist in meinen Augen ein der Stärken des Buches: Allgemeine Prinzipien abstrakt bzw. schlicht zu erklären. Manchem hier würde es sicher gut tun seinen Sinn für „Gaming-Glutamat“ zu schärfen. Wo Koster bei mir offene Türen einrennt, ist der Schluss des Buches. Hier plädiert er dafür den Kunstcharakter von Videospielen anzuerkennen und auch voranzutreiben: „Someday, if society allows it, video games will have their Skakespeare.“ Spiele wie „A beginner's guide“, „What remains of Edith Finch“ und vor allem „Brothers – A tale of two sons“ sollten erst der Anfang sein. (Von mir aus auch „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ - ürks!) Einzig echter Kritikpunkt an dem Buch wäre für mich übrigens nur das Format des Buches und seine Haptik beim Lesen. Die alten Editionen sollen noch schlimmer gewesen sein! Herbert Clyde Lewis - Gentleman über Bord [https://amzn.to/3Rqpw2m] [https://www.srf.ch/play/tv/literaturclub/video/herbert-clyde-lewis-gentleman-ueber-bord?urn=urn:srf:video:94c25e96-3b68-4fdc-8925-ef4cf673c615] [https://www.youtube.com/watch?v=GqqxXdEkGtk&t=768s] Da döst man während des „Literaturclubs“ weg und bekommt nur noch im Habschlaf mit, dass die beiden Literaturkritiker Elke Heidenreich und Phillpp Tingler sich über die Güte eines Buchs absolut einig sind. Das musste ich doch geträumt haben! 30 Tacken für eine schlanke Novelle? Stolzer Preis! Und wozu der Pappschuber bei einem gebundenem Buch! Pft! Aber was soll ich sagen: Das Ding ist richtig richtig gut! An dem ist einfach kein Gramm Fett und brilliert in seiner schlichten Eleganz. Die Perspektivwechsel, der leise Gesellschaftskommentar und der versteckt-düstere Humor.... chef's kiss Was ein Gedicht! (Nur das es sich hier dann um die Victoria’s Secret Fashion Show handelt!!!11) Martin Kordic - Jahre mir Martha [https://amzn.to/417yrsO] [https://www.deutschlandfunkkultur.de/jahre-mit-martha-martin-kordic-100.html] [https://www.sueddeutsche.de/kultur/martin-kordic-jahre-mit-martha-roman-1.5660595] Durch Wolle Schmitt (Podcast „Die neuen 20er – Salon“) bin ich auf dieses Buch gekommen und hab es dann auch letztes Jahr meiner Schwester zum Geburtstag geschenkt . Wir beide sind übrigens jugoslawische Gastarbeiterkinder, beide Eltern sind aus Bosnien, wobei mein Vater „Bosniake“ - also bosnische Moslem und meine Mutter eine bosnische Serbin ist, da serbisch-orthodexen Glaubens. Ich möchte das nur mal angemerkt haben, da gerade mein Urteil zu diesem Roman (und auch noch den zwei anderen) eventuell durch einen Bias verfärbt ist . Obendrein finden die Handlungen tw. um oder - hierTM - in Heidelberg statt Eigentlich hatte ich gar nicht vor das Buch selber zu lesen, aber als ich gesehen habe, dass „Jahre mit Martha“ in Nürnberg (Wohnort meiner Schwester) als Theaterstück aufgeführt werden sollte und ich mir auch seit geraumer Zeit vorgenommen hatte überhaupt mal ins Theater zu gehen, war klar, dass ich den Roman vorher lesen musste. Und ich kann Wolfgang M. Schmitt für diese Empfehlung nur danken: Ich kann mich den ganzen positiven Pressestimmen nur anschließen. Starker Roman! [https://www.perlentaucher.de/buch/martin-kordic/jahre-mit-martha.html[ [https://de.wikipedia.org/wiki/Jahre_mit_Martha] Für eine Inhaltsabgabe könnt ihr kurz in den obigen Wiki-Artikel reinlinsen. Ich möchte an zwei Beispielen nur mal erläutern wie echt die Vorkommnisse im Roman sind. Das fängt z.B. bei den Namen an. Der Sptzname des Protagonisten Zeljkos ist in D „Jimmy“, weil dieser für die deutsche Zunge nun mal leichter auszusprechen ist. Kein Wunder also, wenn man evtl. einen „Frenki“ oder „Bili“ kennt. Eine Bekannte meiner Mutter hat übrigens bei ihrer Scheidung ihrem deutschen Ex (iirc) 2000 DM gezahlt, damit sie seinen Nachnamen behalten kann. Google sagt, dass die das eh hätte machen dürfen, aber ich glaube man versteht den Punkt, um den es mir geht. Viel krasser wie sich etwas fast 1:1 aus dem Roman in meinem eigenen Leben ereignet hat. So wird Jimmy trotz seiner Noten der Gang auf's Gymnasium verwehrt. Bei war es so, dass mein damaliger Grundschullehrer folgendes zu meinen Eltern sagte: „Ich kann ihrem Sohn in Deutsch keine 1 geben. Es kann nicht sein, dass ein Ausländer der beste in Deutsch ist. Das kann ich den anderen Eltern nicht weismachen.“ Als es dann im Folgejahr um die Empfehlung zur weiterführenden Schule ging : „Ich würde ihnen raten Jassi auf die Hauptschule zu schicken, aber aufgrund der Noten muss ich die Empfehlung für's Gymnasium aussprechen.“ (BTW: Mathe LK 15 Punkte im Abi) Ach ja, in Reli gab's aber die 1. Da „durfte“ ich als Heide in den Unterricht sogar mitbeten. Aber immerhin musste ich mich iGg. zu Oliver K. nicht taufen lassen, um an der Schule zugelassen zu werden. (Ja,ihr lest richtig! Art. 4 des Grundgesetzes wird maßlos überschätzt) Meine jüngere Schwester musste zum Glück nicht mehr am Religionsunterricht teilnehmen, was aber eher daran lag, dass sie eine Israelin in der Klasse hatte und deren Eltern der Schulleitung wohl eins gehustet hätten. Doch genug geheult/geflext, zurück zum Roman: Kordic rechnet in seinem Roman nicht nur mit dem Klassismus (s. Paket-Fail-Thread) der Deutschen, sondern auch mit dem durch den Bürgerkreig aufkommenden Nationalismus der (dann) Ex-Jugos hier in D ab. Was ich bisher total unterschlagen haben ist Jimmys "submissive" Beziehung zu der älteren Martha bzw. seinem späteren Prof, wo jeweils ein starkes Machtgefälle vorherrscht. Denn an der Bisexualität Jimmys habe ich mich insoweit gestört als dass sie in seiner Jugo-Bubble komplett ohne Konsequenzen bleibt, was ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen kann. Tja, die verdrückten Tränen beim Ende des Romans möchte ich nicht unerwähnt lassen, sowie die Erwähnung des Romans „Faserland“ - ich muss den echt mal lesen. Kathleen Stock – Material Girls [https://amzn.to/3T8uBOi] „Es gibt keinen einzigen Fall von linker Cancel Culture“, war die Aussage eine Users hier. Ich dachte der Fall von Ronja Maltzahn sollte das schon widerlegen. Später führte ich auch Adrian Knaub mit seinem Buch „Cancel Culture Transfer: Wie eine moralische Panik die Welt erfasst “ an. Dort verneint er die CC als solche, pflichtet aber bei, dass es natürlich solche Einzelfälle gibt. In der 3sat-Sendung „scobel“ nennt er die prominenten Beispiele von (Bret Weinstein und) Kathleen Stock ([https://www.3sat.de/wissen/scobel/scobel---streitkultur-zwischen-zensur-und-pluralismus-100.html] ab 20:40 min) Den Fall von Weinstein kannte ich, aber was war denn bei Kathleen Stock los? Also kurz mal recherchiert: Wegen ihres Buches sind die Leute so ausgerastet....soso....wie sind die Rezensionen?....hm, scheint kein Fall von sowas wie „Deutschland schafft sich ab“ zu sein, wo sich das Gros über dessen Qualität recht einig war. Meine Neugier war geweckt, was steht in diesem Buch, dass die Leute so steil gehen? Stock bedankt sich im Vorwort, dass man ihr Buch überhaupt liest und fast genau dabei will ich es auch belassen. Allein schon der erste Teil des Buches macht es lesenswert, da hier Stock die einzelnen Denkströme anhandelt, um ihm zweiten Teil – grob gesagt – auf den biologischen Aspekt (also dem Pendant von Vit B12 für Veganer) von Transmenschen einzugehen. Natürlich ist man auf der "Gegenseite" nicht so begeistert von K. Stock: [https://thelittlequeerreview.de/kathleen-stock-kann-zaubern] Sasa Stanisic - Herkunft [https://amzn.to/3TdPDLr] [https://www.buchpodcast.de/2021/01/27/folge-63-herkunft/] Vor einigen Jahren hatte ich mich schon mal überlegt „Wie der Soldat das Grammophon repariert“ zu lesen und eigentlich hat mich der Deutsche Buchpreisgewinner von 2019 auch nicht so richtig angemacht. Da ich aber im Sommer dafür gesorgt habe, dass die Aufführung von „Shakespeare in Love“ auf dem Heidelberger Schloss doch noch mit der Hauptdarstellerin stattfinden konnte, da sie am Vorabend einen Hexenschuss bei der Probe erlitten hat und ich sie nachts um 2 doch noch wieder fit bekommen habe. Da ich dann während der Vorstellung sogar noch hinter der Bühne stand – für den Fall der Fälle - , habe ich mir für das gleichnamige Theaterstück eine Karte zu Premiere nächsten Samstag erbeten. Aber kommen wir zum „Roman“, den man als solchen eigentlich nicht bezeichnen kann, handelt es sich doch eher um ein Mosaik autobiografischer Fragmente. Ich kann mich Jochen Gebauer (im obig verlinkten Podcast) nur anschließen: Stanisic kann schreiben und vor allem der Heidelberger Part weiß absolut zu überzeugen. Ist natürlich auch nett, wann man die ganzen Lokalitäten genau kennt. Die Schule zu der der Protagonist (also Stanisic) geht ist keine 150m von meiner Wohnung entfernt. „Herkunft“ ist wirklich gut, aber der Schluss sagt mir gar nicht zu. Hier lässt Stanisic wie in einem regulären Spielbuch (wie bei Steve Jackson & Ian Livingstone) den Leser den Schluss selber wählen, aber für mich ergab das einfach keinen Mehrwert. Ich bin natürlich die ganzen Pfade durchgegangen und einen fand ich dann sogar durchaus brauchbar. Tja, beim Deutschen Buchpreis geht es seit langem wohl nicht mehr rein um die literarische Qualität. Zwei Dinge möchte ich noch anmerken: - als das schreiberische Talent vom Deutschlehrer entdeckt und gefördert wird, - er überzeugt „Stanisic“ seine Gedichte auf deutsch statt auf serbokratisch zu schreiben – habe ich mich an Albert Camus erinnert gefühlt, der auch nur durch das Zutuns seines Lehres gefördert wurde. Wobei Stanisics Eltern beide Akademiker sind, weswegen ich glaube, dass er es auch sonst geschafft hätte oder auch gerade deswegen. Trotzdem möchte ich nicht wissen wie hoch die Anzahl von ungeförderten Talenten ist, die einfach Pech im Klassenlotto hatten - Ende der 90er war das Wort „Geflüchtete“ nicht üblich. Tztztz... Elvira Mujčić - Balkan Blues [https://amzn.to/3Ta82c0] [https://ballaballa-balkan.de/episode/literaturtipps-vom-ballaballa-balkan-mit-tijan-sila] Im Sommer fand hier in HD ein Literaturfestival bei dem es dann auch obigen Live-Podcast gab und ich auch vor Ort war. Normalerweise behandeln die beiden Podcaster den Balkan betreffende Themen, die Literaturfolge kam dabei besonders gut an, weshalb man sich für einen zweiten Teil noch den Autor Tijan Sila dazugeholt hat. [https://twitter.com/jagodamarinic/status/1675242097798967298/photo/1] (Wie man auf obigem Foto sieht: Ich passe bei solchen Veranstaltungen nicht rein.) Dieser machte sich zum Abschluss besonders für diesen Roman hier stark, also beschloss ich ihm eine Chance zu geben. Aber um was geht es eigentlich? Liana und ihre beiden Brüder leben mit ihrer Mutter und ihrer „Nana“ - also der Oma - in Italien, wo sie sich als bosnakische Flüchtlinge ein Leben aufgebaut haben. Doch die Nana verstirbt und soll nachdem sie nach Bosnien überführt wurde dort bestattet werden – muslimische Beerdigungen laufen doch etwas anders ab und unterlaufen einem anderen Zeitplan. Da im Leichenwagen nur noch für die Mutter Platz ist, begeben sich die drei Geschwister, die sich selbst als die Brüder Karamasov bezeichenn, auf einen hinderlichen Roadtrip. Hier (offenbahren die beiden Brüder ihren bisher eingeschlagenen Lebensweg verlassen bzw. ändern zu wollen, einzig Liana ist immer noch unschlüssig. Das Reiseziel der dreien ist übrigens Srebrenica. (An dieser Stelle möchte ich den Film „Quo vadis, Aida?“ sehr empfehlen) Die ganzen Ereignisse während der Reise sind wirklich typisch: Angefangen bei den italienischen Amtsgängen und Polizeikontrollen, die Busfahrten der Diaspora, sowie das Bestreben der Einheimischen (Polizisten!) auf die eine oder andere Art an letzterer auch etwas zu verdienen. Vom Aberglauben und der typischen Kaffeesatzleserei will ich erst gar nicht anfangen. (Diese sind übrigens auch in den anderen beiden Roman Thema) Die gleiche Begeisterung wie Sila konnte ich während des Lesens nicht empfinden....bis der Schluss kam. Der ist wirklich stark. Die Familie versammelt sich um ein altes Auto, weil dies noch funktionierendes Tapedeck hat, um sich ein altes Interview mit der Großmutter sich anzuhören, dass einer der Brüder damals für seine Schule gemacht hat. Hier berichtet die Nana wie während des 2. WK ein Teil der italienischen Armee ein Lager vor dem Dorf aufbaut und wie sich das Verhältnis der beiden Parteien über die Zeit normalisiert. Elizabeth Duval - Nach Trans - Sex, Gender und die Linke [https://amzn.to/3uFIdq3] [https://www.srf.ch/play/tv/sternstunde-philosophie/video/elizabeth-duval---trans-sein-was-bedeutet-das?urn=urn:srf:video:10ab0d88-f8cf-451b-8d58-c8a0b1fa3929] [https://www.youtube.com/watch?v=ArfaOkpOo_Q] Bei meinen Recherchen zu Kathleen Stock bin ich über den Namen E. Duval gestolpert. Moment, den Namen und Buchtitel kannte ich doch. Ach ja, „Sternstunde Philosophie“ - mal wieder – und außerdem wurde es als Buch des Monats im „Blätter für deutsche und internationale Politik besprochen“. Die erst 21 Jährige Duval ist in Spanien bereits ein (intellektueller) Star und hat wie viele vom Thema „Trans“ ziemlich die Schnauze voll und will sich nach diesem Buch auch nicht mehr dazu äußern. So ist es fwohltuend eine Stimme zu hören, die abseits der typischen Gräben Stellung bezieht und Argumente bzw. Thesen (der anderen) ins Zentrum ihres Buches stellt. So kriegt „Testo Junkie“ Paul B. Preciado ganz schön seit Fett weg, während sie mit Kathleen Stock einen überraschend versöhnlichen Kurs führt, da diese sich wirklich ernsthaft bzw. wissenschaftlich mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Natürlich ist sie auch bisweilen konträrer Meinung, stimmt aber zu, dass man den biologischen Aspekt eben nicht ausklammern kann. (Mal ehrlich: Könntet ihr euch vorstellen mit einer Transperson zusammenzukommen? Ich meine jetzt nur dich mein Leser) Vor allem sagt sie: Trans ist keine Wahl! Heute demifluid, morgen inter und übermorgen pan und ab nächste Woche wieder trans.... Wirklich ein tolles Buch – sehr smart! (außerdem habe ich ein neues Wort kennengelernt: Punitivität) Aber natürlich kann man ihr auch vorwerfen, dass sie den Leuten mit Liebe begegnet. [https://thelittlequeerreview.de/nach-trans-ach-noe-lieber-fuer-immer-trans] ______________________________________________________________________________ Tja, wie ihr eventuell gemerkt habt, habe ich diesmal keine Leseproben eingefügt. Mehrfach habe ich nachgefragt, ob die überhaupt jemanden liest und hab nie eine bejahende Antwort erhalten. Und spaßeshalber habe ich mal die Bücher-Threads nach Diversität abgeklappert. |
|||
| < antworten > | |||