Thema:
Re:Leicht OT, Argentinien flat
Autor: _bla_
Datum:20.11.23 13:32
Antwort auf:Re:Leicht OT, Argentinien von Phil Gates

>>>Für Libertäre besteht die Welt tatsächlich nur aus Markt. Alle anderen Themen wie Außenpolitik oder Gesundheitspolitik regelt ja nach Rand der Markt.
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>>Da hat man doch dann aber das Gefühl, das die Libertären, die sind, die die Hälfte ihrer Mikro- und Makroökonomie Kurse verschlafen haben und alle die vielfältigen Gründe, warum es zu Marktversagen kommen kann ignorieren und einfach jegliches Ergebnis was der Markt produziert, für Toll erklären.
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>Argentinien hat derzeit keinen funktionierenden Markt, sondern eine weitgehende Schattenwirtschaft mit Tauschhandel etc. Wie erwähnt, Milei wird mit den gemäßigten Liberalen zusammenarbeiten müssen, völlig entfesselte Märkte werden wir da nicht sehen. Weniger Bürokratie und Korruption wäre aber mal ein Anfang.


Mir ging es jetzt nicht so sehr um Argentinien und die dortigen Verhältnisse und die Frage, danach, ob die realpolitischen Zwänge dort dazu führen könnten, das doch ganz sinnvolle Politik rauskommt, sondern um die grundsätzliche Position alles dem Markt überlassen zu wollen. Das ist imho einfach keine ernstzunehmende Position. Man kann darüber diskutieren, wie viel staatliche Eingriffe sinnvoll und nötig sind, ob manche staatlichen Eingriffen, wie bspw. Bankenrettung oder Patentschutz nicht erst zu einem Marktversagen führen und der Markt ohne solche Eingriffe nicht tatsächlich besser funktioniert hätte. Aber auf staatliche Eingriffe in den Markt vollständig verzichten zu wollen und davon auszugehen, dass in einem solchen Fall der Markt trotzdem gute Ergebnisse erzielt und sich nicht ein paar Monopolisten bilden, die jeglichen Wettbewerb unterdrücken und selbst keine gute Angebote machen müssen, halte ich doch für extrem naiv.


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