Thema:
Re:Ist aber auch ein Scheißjob... flat
Autor: Telemesse
Datum:28.10.23 10:44
Antwort auf:Ist aber auch ein Scheißjob... von Pezking

>...was ja auch kein Wunder ist bei einem Konflikt, der seit Jahrzehnten ungelöst ist, für den nicht ansatzweise ein fairer und gangbarer Kompromiss zu existieren scheint und bei dem sich beide Seiten nur wünschen, dass die andere am besten einfach weg ist.
>

Diese Aussage ist schlicht weg falsch. Israel ist seit Jahrzehnten an friedlichen Lösung interressiert. Von der anderen Seite ist bisher noch jeder Vorschlag und jeder Kompromiss abgelehnt worden. Es gibt auch nur eine Seite, die öffentlich und völlig unverblümt die vollständige Auslöschung der anderen Seite als ihr oberstes Ziel propagiert. Die Hamas und ihre Sympathisanten bzw. deren geistige Vorgänger waren noch nie an einer friedlichen Lösung interessiert. Nun haben sie es wohl durchaus geschafft, das auch für Israel eine friedliche Lösung endgültig ins Land der Träume abgedriftet ist.

>Dazu noch ein völlig vergifteter Diskurs, ein maximal einseitiger Boulevard mit akutem Faible für Islamophobie und eine hiesige Öffentlichkeit, die sich vor dem 7. Oktober einen Dreck um den Nahost-Konflikt geschert hat und plötzlich meint mit übertriebenem Eifer irgendeine Schwarz-Weiß-Denke dazu an den Tag legen zu müssen und schnell dabei ist, jede Form von Solidarität mit Palästinensern als Terror-Unterstützung abzutun -  oder jede Solidarität mit Israel als Bekenntnis zu Rassismus und Imperialismus.
>

Was denn für ein Diskurs? Es gibt auf Hamas/Palästinenser Seite überhaupt niemanden mit dem man irgendeinen Diskurs führen könnte. Mit wem möchtest du da denn gerne verhandeln? Mit irgendwelchem fetten Hamasbonzen, die in ihren Villen in Quatar sitzen und denen die Menschen in Gaza ohnehin am Arsch vorbei gehen?

>IMO kann man sich diesem Konflikt in der Schule nur so akademisch wie nur irgendwie möglich annähern. Komplett nüchtern die Historie des Konflikts vermitteln, die Positionen und das Selbstverständnis beider Seiten erläutern, und auf diesem Wege erklären, warum wir aktuell in dieser schier ausweg- und hoffnungslosen Situation stecken. Und dazu vielleicht noch die Medienwelt unter die Lupe nehmen und wie unangemessene Verkürzungen den öffentlichen Diskurs versauen. Und dass man manchmal leider nicht mehr tun kann als Hass und Gewalt zu verurteilen und die unschuldigen Opfer zu bedauern.
>

Das sehe ich durchaus genauso. Es ist allerdings fraglich ob alle auch eine faktenbasierte Wahrheit hören bzw. akzeptieren möchten, die nicht in ihr bisheriges Narrativ passen. Da dürften Lehrer in problematischen Bezirken ganz schnell ins Fadenkreuz geraten können, indem sie von unliebigen Eltern als Fake News Propagandisten diffamiert werden.

>Ist vielleicht auch nicht die schlechteste Lektion: Man muss sich nicht bei allen Themen auf eine Seite schlagen und diese dann verteidigen wie Ultras ihren Fußballverein.


< antworten >