Thema:
Man darf das wirtschaftliche Umfeld nicht vergessen flat
Autor: FS
Datum:27.10.23 12:24
Antwort auf:Re:Ford tritt auf die Bremse bei seinen EV-Projekten… von Xtant

Autos, ganz vorneweg hochpreisige Autos (wie halt Elektroautos immer noch größtenteils), sind Produkte, deren Anschaffung man verschiebt, wenn wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten in einer Inflation das Geld nicht mehr so locker sitzt oder man mit gestiegenen Hypotheken zu kämpfen hat.

Der Spike in Rohstoffkosten 2022 hat auch in die Bilanz gehauen und die Margen gedrückt, das zieht alles Blasen:
[https://www.reuters.com/business/autos-transportation/mercedes-benz-expects-hit-lower-end-returns-forecast-cars-division-2023-10-26/]

Nur die Firmen mit davor hoher Marge wie Tesla konnten diese senken und trotz dessen Profit machen, wenn auch merklich weniger. Die Firmen (meist die Etablierten oder absolute Newcomer) mit wenig Marge, rutschen dann ins Defizit und wenn man bei jedem Fahrzeug draufzahlt, reduziert man logischerweise die Produktion.

Da fällt mir der Witz ein. Bei der Firmenversammlung sagt der Chef: "Und nun wird der Leiter der Finanzabteilung erläutern, wie wir dieses Jahr ein so hohes Defizit gemacht haben.", dieser darauf erbost: "Was sollen wir gemacht haben? Ein Defizit? Nix haben wir gemacht! Draufzahlt ham wa!"

scnr

Wenn irgendwann die Inflation wieder weg oder deutlich geringer ist, die Nachfrage darauf steigt, während Rohstoffpreise fallen, kann man wieder mit Gewinn verkaufen und die Bänder hochfahren. Das dürfte vor 2025 kaum der Fall sein, evtl. sogar noch später.

Wenn das aber zu lange dauert, geht der alte Riese vorher pleite und die schnelle und flexible Konkurrenz wird der neue Platzhirsch. Neben Tesla dürften das künftig die chinesischen Automarken werden.

Ich erinnere nur an Braun, Kodak, Polaroid, Nokia und Co.
Vom Marktführer zum Loser, weil man unflexibel war und die Notwendigkeit auf Innovationen zu setzen zu spät oder nie erkannte oder wegen Sachzwängen nicht umsetzen konnte.


< antworten >