Thema:
Re:Jeder wie er mag, aber flat
Autor: waldmeister
Datum:18.10.23 13:57
Antwort auf:Re:Jeder wie er mag, aber von Pezking

>>>Letztes Jahr habe ich Spiegel Online nach über zehn Jahren als meine Startseite entfernt und seitdem auch nie wieder angesurft. Dieser boulevardesque, manipulative und besserwisserische, in Wahrheit aber total oberflächliche Sensationsjournalismus der extremen neoliberalen Mitte, der in jeder Frage nur Schwarz oder Weiß kennt, war für mich einfach nicht mehr erträglich, hat mich nahezu täglich wütend und zunehmend verzweifelt gemacht.
>>
>>Hier dem Spiegel so einen Abwasch zu erteilen, von einer "extremen Mitte" zu sprechen, aber dann die Wiwo zu empfehlen, die immer wieder unwidersprochen z.B. Hans Werner Sinns großen Unsinn mit präsenten Kampagnen in die Welt bläst, und lange Zeit gegen Euro und EU Sturm geblasen hat, zeigt dann doch: es geht nun nicht unbedingt um neutrale, sachliche Information, sondern vielleicht eher darum das zu lesen, was einem gefällt. Das ist okay, aber hier dann so ein Feindbild im Spiegel (lol) zu sehen halte ich für wenig hilfreich im Umgang mit Medien.
>
>Ja, bei der Empfehlung von www.jacobin.com z.B. bin ich auch erstmal zusammengezuckt. Das ist schon arg linker Rand.
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>>Ich bewerte den Spiegel z.B. ganz anders und finde dort die Themen ausgewogen vertreten. Wenn das Sensationsjournalismus ist, was sind dann Welt & Co?
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>Ich halte den Spiegel jetzt auch nicht für unseriös oder "kacke", schaue aber dort auch kaum noch vorbei. Fühle mich bei SZ und Zeit deutlich besser aufgehoben.


Der Spiegel ist seit ein paar Jahren bei mir unten durch, aber nicht aus irgendwelchen politischen Gründen, sondern weil ich mich an der Qualität der Artikel störe.
Angefangen hat es vor ein paar Jahren mit einem Spiegel online Artikel wo eine Autorin gefordert hat "dass Hochschullehrer doch bitte endlich entsprechend ihrer Leistung bezahlt werden sollen"
Ich habe den Artikel mit Interesse und Verwunderung gelesen. Zu diesem Zeitpunkt gab es diese Form der Bezahlung schon seit rund 15 Jahren. Das Gehalt setzt sich seit der W Besoldung nämlich zusammen aus den Ergebnissen der Evaluierung der Studierenden (Was sie für die Zukunft gefordert hat), der Anzahl von Veröffentlichungen und der Übernahme von Verwaltungsaufgaben. Nur um ein paar Beispiele zu nennen. Plus das Grundgehalt natürlich.
Neben der offensichtlichen Unkenntnis der Autorin mischte sich der Artikel mit einer wilden Anzahl von Rechtschreibfehlern.
Das war das erste und einzige Mal, dass ich an das Ressort des Spiegel geschrieben habe. Drei Stunden später war der Artikel verschwunden.
Kernproblem war für mich letztendlich die Frage ob all die anderen Artikel, die ich fachlich nicht so gut beurteilen kann ebenfalls so mangelhaft hingeschludert werden? Ich habe damals aufgehört deren Artikel zu lesen und habe die App deinstalliert.


>Welt und Focus sind natürlich, insbesondere in ihren Online-Ausgaben, zu gar nichts mehr zu gebrauchen. Die schreiben nur noch für Wutboomer.


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