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| Autor: | _bla_ | ||
| Datum: | 18.10.23 12:56 | ||
| Antwort auf: | Re:Klimawandel aus sich der Netzagentur von Sven Mittag | ||
>Du findest es also wirtschaftlich und nachhaltig erst die Umwelt über die Gaskraftwerke zu verpesten, um dann mit irrwitzigem Aufwand das CO2 wieder zu entnehmen, binden und zu lagern? Interessanter Ansatz. Ich halte es für kurzfristig ohne realistische Alternativen. Was könnten wir denn sonst machen? Wir könnten die verbleibenden AKWs wieder anschalten, aber selbst dann hätten wir nicht genügend CO2-freie Kraftwerkskapazitäten um eine dauerhafte Stromversorgung bereitzustellen. Strom nur wenn gerade genug CO2 freier Strom vorhanden ist, halte ich jetzt doch für eher einen unrealistischen Ansatz. Langfristig könnten Gaskraftwerke mit H2 betrieben werden. Erneuerbare Energie+Batteriespeicher können fast alle elektrische Energie liefern, aber seltene, lange Dunkelflauten würden extrem hohe Speicherkapazitäten erfordern. Der Wirkungsgrad ist da zwar schlecht, aber dafür lassen sich enorme Speicherkapazitäten sehr billig realisieren. >Ansonsten ist es ja nicht unmöglich die Pufferung/geplante Einsätzezeiträume über AKWs zu bewerkstelligen, sondern nur schwieriger. Aber das gilt doch genauso für erneuerbare Energie+Speicher. Auch das ist schwieriger, aber machbar und aber wurde bisher noch nicht in dem benötigten Umfang ausprobiert. Sobald man AKWs nicht nur als einen Teil des Stromnetzes haben will, sondern exklusiv auf AKWs setzt, ergeben sich sofort daraus technische Probleme, die zwar grundsätzlich lösbar sind, aber die Kosten stark steigern und die bisher nicht in ausreichendem Umfang erprobt sind. Also genau die gleiche Art von Problemen, die man bei einer exklusiven Nutzung erneuerbarer Energie hat. >Und Neubau ist immer nötig, wenn auch in der Investition natürlich bei AKWs um Welten höher, aber halt Zero Carbon... Nicht vergessen das AKWs gewaltige Mengen Beton benötigen, und bei der Herstellung von Beton gewaltige Menge CO2 entstehen müssen. Und wie kommt man darauf, das das günstiger und schneller wäre als erneuerbare Energie mit Speicher? Die Baukosten für AKWs steigen sehr Jahrzehnten, Hinkley Point C ist jetzt bei mindestens 32 Mrd. Pfund angekommen und wird noch Jahre im Bau sein und vermutlich noch viel teurer, das neue AKW in Finnland hat 4mal so viel gekostet wie ursprünglich angenommen und 18 Jahre Bauzeit benötigt. Und das sind alles AKWs ohne Speicher. Im Gegensatz dazu fallen die Kosten für erneuerbare Energie und Batteriespeicher immer weiter. Und man fängt sich mit AKWs halt eine Abhängigkeit vom Brennstofflieferanten ein und Uran ist auch nur eingeschränkt verfügbar, weshalb man in den Hochzeiten der Atomkraft davon ausgegangen ist bald auf das besser verfügbare Thorium setzen zu müssen. Damit hat man dann aber noch mehr Technologie, die weitgehend ungetestet ist, mit neuen und potentiellen größeren Risiken für einen GAU. >Und wenn ich Kosten als entscheiden Faktor ansetzen, müsste ich die komplette Klimawende in Frage stellen. Wirtschaftlich ist der Weg nämlich nie. Nur halt nötig, sofern uns der Großteil der Weltbevölkerung halt nicht egal ist. Die Klimawende ist natürlich wirtschaftlich, die Kosten die daraus entstehen, wenn der Klimawandel nicht gebremst wird, sondern mit den Folgen leben müssen sind viel höher als die Kosten ihn zu stoppen. Das Problem ist doch eher ein Gefangenen-Dilemma: Es ist eigentlich für alle Beteiligten besser gemeinsam den Klimawandel zu stoppen, aber kurzfristig kann jeder Vorteile dadurch erreichen, indem er nicht mitmacht. |
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