Thema:
Schottischer Regierungschef bangt um Schwiegereltern... flat
Autor: Pezking
Datum:10.10.23 09:35
Antwort auf:Hamas startet großangelegten Angriff gegen Israel von Rocco

...die dank der Blockade Israels als ausländische Touristen Gaza nicht verlassen können:

"The parents of Yousaf’s wife were in Gaza visiting family when Hamas launched a surprise attack on Israel over the weekend.

"They're trapped in Gaza. They're being told by the Israelis to leave Gaza, they've been told that Gaza will be effectively turned into rubble but they have nowhere to go, they can't leave, Gaza is under a blockade," Yousaf said in an interview with the BBC."


Und weiter:

""Even with the assistance of the foreign office, they cannot guarantee any safe passage to any of the borders. Therefore, you can imagine my wife and I are sick with worry about whether or not, frankly, our parents - my in-laws - will survive," he said."

[https://www.reuters.com/world/scotlands-leader-fears-wifes-parents-trapped-gaza-2023-10-09/]

Wie kann das sein?!? Der Gazastreifen ist flächenmäßig kaum größer als Dresden, und die Schwiegereltern wollen schließlich auch gefunden und evakuiert werden!

Da lässt Israel es zu, dass Dutzende internationale Geiseln verschleppt werden, und sie nehmen es achselzuckend einfach in Kauf, dass nahe Verwandte eines ranghohen schottischen Politikers womöglich von israelischen Raketen kaputtgebombt werden? Das ist doch eine absolut vermeidbare diplomatische Katastrophe?

Was für ein Clusterfuck...und Netanjahu versucht jetzt natürlich, durch übertriebene kompromisslose Härte vom ursprünglichen Versagen seiner Regierung abzulenken.

Ich wäre nicht überrascht, wenn sich die 9/11-Parallelen, diesmal mit Israel statt den USA im Mittelpunkt, nicht noch weiter fortsetzen: Dass nämlich nach anfänglicher bedingungsloser internationaler Solidarität diesmal Israel in Sachen Reaktion den Bogen völlig überspannt und sich die weltweite Unterstützung um 180 Grad dreht.

Wenn mehr Leute merken, dass das Abstellen von Elektrizität und Trinkwasser für zwei Millionen Menschen doch irgendwie nach Kriegsverbrechen müffelt und dadurch eine weitere riesige Flüchtlingswelle ausgelöst wird, auf die absolut niemand Bock hat. Außer vielleicht Russland, das sich über die fortschreitende Destabilisierung diebisch freut.

Und den USA wird es egal sein, weil die von Flüchtlingsströmen aus der Region so gut wie gar nicht betroffen sein werden.

Man gewinnt fast den Eindruck, das eine ethnische Säuberung von Gaza und Westjordanland die einzige "Lösung" des Konflikts darstellt, wenn die Mächtigen partout keine Zwei-Staaten-Lösung wollen. Und bei dem Gedanken wird mir speiübel. Das kann es echt nicht sein.


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