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| Autor: | Xtant | ||
| Datum: | 12.08.23 02:05 | ||
| Antwort auf: | Re:Hier noch ein paar Gedanken von good old Reinhold von Faerun | ||
>Erwachsene Menschen sollten das Recht haben, lebensgefährlichen Aktivitäten, Sportarten und Jobs nachgehen zu können, wenn sie wollen. Ja, das können sie gerne unter sich machen und im Alpinstil. Dann können ihre großen Egos und der Adrenalinkick zusammen in einer Seilschaft verrecken. Aber das ist ja das perfide, dass sie in zigfacher Hinsicht auf Hilfe angewiesen sind. Weil sie nix können. Weil mindestens 90% von denen nicht auf den Berg gehören. Zumindest nicht auf einen 8000er. Und erst recht nicht auf den K2. Das Problem per se ist nicht neu. Wer will, darf mal nach dem Namen David Sharp googeln (aber Vorsicht: die Bildersuche wird einen Toten ausspucken, auch wenns harmlos aussieht). Das Ganze hat halt extrem zugenommen. Zur Veranschaulichung: Bis 2010 waren in knapp 60 Jahren rund 300 Menschen auf dem K2-Gipfel, an dem Tag haben es alleine 200 versucht. Wer sich selbst unbedingt austesten will, soll auf den Cho Oyu. Das ist immerhin der sechsthöchste der 14 Achttausender und gilt auf der Normalroute als mit Abstand Leichtester. tatsächlich ist er auch der am zweitmeisten Bestiegene und hat die geringste Todesquote. Und trotzdem gibts am Evererst 5-19x so viele Versuche. Der Cho Oyu hat halt einen komischen Namen, den kennt keine Sau, also auch kein Fame... Jepp, die extreme Kommerzialisierung ist der Grund, warum der Pakistani jämmerlich verreckt ist. SST, das größte Trekking-Unternehmen von Nepal, ist auf 8000er spezialisiert und hat dafür 2000 Mitarbeiter. Der aktuelle Rummel um den Rekord der Norwegerin Harila ist doch der beste Beweis dafür. 92 Tage für alle 8000er - und sie ist in so ziemlich jedem Medium der Welt zu finden. Dabei ist sie rein bergsteigerisch bestenfalls von Zweitligaformat. Wer halbwegs ethisch einen 8000er hoch will, braucht extrem viel Zeit, es kostet selbst den absoluten Spitzenbergsteigern extrem viel Kraft und ist extrem gefährlich. Nicht von ungefähr schaffen selbst die Allerbesten normalerweise nicht mehr als vier, fünf pro Jahr. Aber ich schweife ab. Die Streitereien, ob man dem armen Pakistani noch hätte helfen können oder müssen, ist IMO eh eine Scheindebatte und lenkt vom eigentlichen Problem ab. Die arme Sau war da überhaupt nur am Berg, weil inzwischen jeder Depp meint, er müsse sein tristes leben durch ein ganz speziell-extreme Grenzerfahrung aufpeppen. |
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