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| Autor: | Pezking | ||
| Datum: | 17.07.23 15:50 | ||
| Antwort auf: | Mir macht das auch die Band unsympathisch… von Sonic Life | ||
>…denn letztlich haben die Künstler bei diesem Zirkus sehr wohl ein gewisses Mitsprache- bzw. Veto-Recht. Dass es anders geht, haben in jüngerer Vergangenheit The Cure oder Pearl Jam gezeigt. Wobei man aber sagen muss, dass The Cure und Pearl Jam natürlich auch weniger von Ticketmaster/LiveNation wollen als Depeche Mode. Pearl Jam hat letztes Jahr gerade mal zwei Konzerte in Deutschland gespielt. The Cure immerhin sieben Hallenkonzerte. In großen Hallen, an die man ohne Ticketmaster/LiveNation gar nicht rankommt - da kann man IMO aber The Cure auch vorwerfen, dass die ja auch konsequenterweise sich einfach mit kleineren Locations begnügen könnten, wo man der ganzen Ticketmaster-Kacke halt komplett aus dem Weg geht. Die könnten auch Hallen á la Jahrhunderthalle Frankfurt, Tempodrom Berlin oder E-Werk Köln ansteuern, dort ggf. an jeweils zwei Abenden spielen, und dann hätten sie noch mehr Gestaltungsmöglichkeiten was den Ticketverkauf angeht. Aber Depeche Mode? Die haben gerade acht große Stadien in Deutschland ratzeputz vollgemacht und wollen Anfang 2024 nochmal acht Konzerte in den größten Hallen der Republik spielen. Dafür braucht man heutzutage leider den Teufel als Steigbügelhalter. Und mal ehrlich: Depeche Mode hat sich noch nie durch lautstarken Aktivismus oder Idealismus ausgezeichnet. Die machen geile Musik und haben eine geborene Rampensau als Frontmann. That's it. (Immerhin haben sie sich klar und deutlich gewehrt, als Richard Spencer sie 2017 zur offiziellen Band der Alt-Right-Bewegung machen wollte - eine besonders hohle Idee dieser Hohlbirne.) Aber es ist nicht verwunderlich, dass sie sich im Umgang mit Ticketmaster (leider) nicht neben The Cure und Pearl Jam einreihen. >Kann man den Bands vorwerfen, auf Gewinnmaximierung zu setzen? Ich finde, in diesem Fall kann man das sehr wohl. > >Depeche Mode haben ihren “Status” ihren Fans zu verdanken, die ihnen trotz einer Reihe ausgesprochen schwacher Alben (das aktuelle mal außen vor) die Treue gehalten haben und ihnen überhaupt solche Stadien-Tourneen weiterhin ermöglichen. Diese Leute nun bis zum Exzess zu schröpfen, finde ich ekelhaft und auch wenn ich mir zwar Karten leisten könnte, möchte ich diese Geschäftsmodell bzw. die Band nicht weiter unterstützen. Das gilt im Übrigen auch für das Album, für das man auf Vinyl bei Release ca. 50€ hinlegen sollte. Ja, toll ist das wahrlich nicht. Und die Preise am Merchandise-Stand sprechen leider auch Bände: 40 Euro für ein Tourposter, 50 Euro für ein T-Shirt, Hoodie kostet 90 Euro. Kategorie "Ins Hirn geschissen und umgerührt". Können sie sich sonstwo hinschieben. Was die Platin-Preise für Tickets angeht: Ich weiß es zwar nicht 100%ig, aber ich gehe davon aus, dass die Künstler von diesen zusätzlichen Margen so gut wie nix zu Gesicht bekommen. Natürlich ist es schon scheiße genug, das überhaupt zu dulden. Aber Triebfeder und Profiteur dieser Entwicklung ist afaik (fast) ausschließlich Ticketmaster/LiveNation selbst. Dass ich hier trotzdem nochmal für zwei Hallenkonzerte Tickets gekauft habe, hat nur zwei Gründe: Zum einen glaube ich, dass das die letzte DM-Tour ist. Zum anderen liefert die Band diesmal so richtig ab. Ich habe Depeche Mode seit 1998 sechsmal live gesehen, und aktuell sind Martin und Dave besser in Form denn je. Meine Frau und ich haben das Waldstadion vor zweieinhalb Wochen echt baff verlassen. Die lassen alles auf der Bühne und haben echt Bock, und das ist einfach schön zu sehen. Und erfahrungsgemäß sind Hallenkonzerte immer noch mal deutlich stimmungsvoller. Deshalb wollen wir das unbedingt noch zweimal erleben. YOLO. |
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