Thema:
Bei meiner Frau ähnlich flat
Autor: euph
Datum:29.06.23 13:49
Antwort auf:Ich werde kündigen. von Matt

Sie war schon lange nicht mehr glücklich in ihrem Beruf und vor allem im Umfeld. Toxischer Chef und Kolleg*innen, die alle vor ihm kuschen. Er geht in knapp einem Jahr in Ruhestand und meine Frau wollte eigentlich die Arschbacke zusammenkneifen, da seit knapp 30 Jahren im Betrieb, dadurch recht hohes Einkommen gemessen an der Arbeitszeit und betriebliche Altersversorgung.

Die lezten Monate ist es dann aber vollkommen eskaliert. Nachdem im jährlichen Mitarbeitergespräch im letzten Septmber noch gute Arbeit attestiert wurde (Verbesserung gegenüber dem Vorjahr) auf einmal im März ein unangekündigtes Mitarbeitergespräch. Diverse Vorwürfe persönlicher und arbeitstechnischer Art, die aber alle widerlegbar waren. Dann drei Wochen später erneuter Termin, wieder ganz neue und nur ungenaue Vorwürfe, dass der (aufgrund der letzten Erfahrung hinzugezogene) Betriebsrat auch sagte, das man da schon ein bisschen klarer formulieren muss, was angeblich falsch gelaufen sein soll.

Im Anschluss war meine Frau erstmal krank und dann im Urlaub. Danach dann nächste Stufe. Zugang zum System gesperrt und von den Kolleg*innen isoliert wurde in einer erneuten Besprechung - jetzt auch mit Personalabteilung - ein Fass Gülle mit falschen Behauptungen und Unterstellungen ausgeschüttet. Natürlich ohne vorher zu sagen, um was es geht. Vorbereitung daher nicht möglich.

Ende vom Lied: Meine Frau ist seit dem dauerhaft krankgeschrieben und hat sich jetzt einen neuen Job besorgt. Mit dem AG wurde jetzt eine Vereinbarung zur Beendigung getroffen, der das erlebte zumindest ein bisschen finanziell versüßt. Der neue Job wird hoffentlich besser. Wir hatten uns aber (durch die Rechtsschutz gedeckt) von einem Anwalt beraten lassen, denn deine Kündigung ist in jedem Fall die schlechteste Option - meine Frau hatte beim letzten Gespräch auch schon die Kündigung in der Tasche, um die auf den Tisch zu knallen. Aber sowohl Betriebsrat als auch Anwalt haben davon abgeraten.

Wir haben jetzt, auch wenn die Anwältin das gerne getan hätte, gar kein großes Fass aufgemacht. Aber dank der Anwältin und deren Auftreten kommt meine Frau jetzt gut aus der Nummer raus, erleidet finanziell keinen Schiffbruch und kann dann im Herbst ihren neuen Job antreten. Daher mein Rat, dir das gut zu überlegen und dich beraten zu lassen. Je nach Kündigungsfrist vielleicht auch erstmal über Krankschreibung dem Job entfliehen und in diesem Rahmen was neues suchen. Macht es etwas sicherer.


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