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| Autor: | harukathor | ||
| Datum: | 04.05.23 11:46 | ||
| Antwort auf: | Macht der Krieg Moskau langfristig stärker als vorher? von Kilian | ||
>Heute Morgen hatte ich folgenden Gedankengang: > >Wenn die Russen mittlerweile ihre eingemotteten Panzer, Artilleriegeschütze etc. aus den 1950er und -60er Jahren an die Front in der Ukraine bringen, heißt das doch, dass sich das russische Militär in der Ukraine ziemlich verausgabt, oder? Was wiederum bedeutet, dass die Russen nach dem Krieg ihre Lager wieder füllen und neues Gerät produzieren müssen. > Ja, sie müssen nachproduzieren, werden dadurch aber mit ziemlicher Sicherheit nicht stärker als zuvor. Die Durchschlagkraft des russischen Militärs basiert derzeit absolut nicht auf den neu produzierten Dingen (Ausnahme: Flugzeuge/Raketen/Drohnen), sondern auf den riesigen Beständen der Sowjetunion, die das Land in extremer Geschwindigkeit aufzehrt und die ironischerweise oft in der Ukraine hergestellt wurden. Selbst wenn man die weiterhin grassierende Korruption ignoriert, hat Russland realistischen Einschätzungen zufolge gewaltige Produktionsprobleme (es gibt derzeit bspw. nur eine Panzerfabrik und die militärische sowie zivile Luftfahrt müssen trotz der Sanktionen auf wichtige Bauteile irgendwie simultan am Laufen gehalten werden) und auch nicht wirklich das Budget, um mit den relevanten anderen Staaten mitzuhalten. Die wichtigsten Neuentwicklungen sind zudem meist entweder extrem fehleranfällig (T-14) oder nicht so revolutionär wie sie nach außen verkauft werden (Kinzhal). Von China dürfte wenig Hilfe zu erwarten sein – der Mythos vom wirklichen "Partnerland" lebt nur in offiziellen Statements. China hat vermutlich inzwischen alle Kenntnisse über die russische Militärtechnologie, die es wollte, und verfolgt primär eigene Interessen, wie die letzte UN-Resolution noch einmal deutlich zeigt. |
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