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| Autor: | harukathor | ||
| Datum: | 27.06.22 15:04 | ||
| Antwort auf: | Re:CNN & Co: Das Blatt wendet sich zugunsten Russlands... von BrockLanders | ||
>Ich find viel gravierender das es ALLE wissen, aber keiner sich so richtig traut es auszusprechen. Was sollte denn jetzt noch passieren damit sich das Blatt wendet? In der Ukraine wird es mit ziemlicher Sicherheit vorerst ein Stellungskampf, bei dem keine Seite wirklich mehr extrem vorwärts kommt (oder nur unter hohen Verlusten, die sich auch Russland nicht leisten kann). Russland hat dabei zumindest in der Oblast Luhanks einen deutlichen Artillerievorteil, kann aber auch die eroberten Gebiete nicht wirklich perfekt absichern, so dass Partisanenaktionen hinter den feindlichen Linien wahrscheinlicher werden. Zudem wird die Versorgung schwieriger, je weiter die Truppen vorrücken. Eine der taktisch besten Strategien für die Ukraine wäre deshalb wohl gewesen, die Russen weit ins Landesinnere kommen zu lassen und dann ihre Versorgung abzuschneiden (die angesichts der Greueltaten vermutlich bewusst nicht gewählt wurde). Dann hätten aber alle hier auch geschrien: Die Ukraine ist verloren, obwohl sie eher auf dem Weg zum Sieg gewesen wäre. Eroberungen sehen auf Landkarten schön aus – sagen aber wenig über die militärische Lage aus. Man braucht beispielsweise Truppen, um die Regionen auch zu halten und Sabotage zu verhindern, die dann an der Front fehlen. Ansonsten steht beispielsweise die Artillerie schnell ohne Munition da und wird einfach überrannt. Deshalb greift die Ukraine beispielsweise auch das Munitionslager in Luhansk an (ich gehe einfach mal davon aus, dass die aktuelle Explosion dort Fremdeinwirkung war). Die größte Bedrohung für die Ukraine derzeit ist deshalb wirklich vor allem der potentielle Druck von außen, wenn sich die innere Lage in den westlichen Staaten weiter verschlechtert und die Erzählung Richtung "Russland siegt doch auf jeden Fall" kippt. |
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