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| Autor: | Atlan | ||
| Datum: | 03.06.22 22:54 | ||
| Antwort auf: | Ukraine on fire "Doku" von Oliver Stone von Koaxialtransistor | ||
Unabhängig von der Doku, die ich nicht kenne, und weil ad hominems immer faul sind und eine Diskussion nie bereichern: Die seit 2014 noch weiter gestiegene Korruption und Vetternwirtschaft in der Ukraine war schon häufig Thema in Medien und Politik und der Hauptgrund, warum immer relative Einigkeit über eine Nichtaufnahme der Ukraine in die EU herrschte. Im Vergleich zur Ukraine läuft sogar in Ungarn und Rumänien etc. alles gut. Auch im aktuellen Papier des Außenministeriums zur möglichen Nachkriegsordnung in der Ukraine steht die Bekämpfung der korrupten Oligarchie deswegen als Ziel. Das alles ändert natürlich nichts daran, das Russlands Überfall Unrecht ist und die ukrainische Oligarchie wie auch ihr tatsächlich großes Problem mit Rechtsextremismus von Putin nur vorgeschobene Gründe für den Angriff sind. Zu so viel Dialektik sollten wir alle und der öffentliche Diskurs auch (oder gerade) in Kriegszeiten fähig sein: Die Ukraine ist eine korrupte Oligarchie mit unschöner Verehrung für Naziverbrecher (Stichwort Stepan Bandera) und großem Problem mit gewaltbereitem Rechtsextremismus bis in oberste politische und militärische Kreise hinein. Und ZUGLEICH ist der russische Überfall Unrecht, generell durch nichts zu rechtfertigen, und obiges für die russische Propaganda nur vorgeschobene Gründe. Das geht beides zugleich. Redet man die tatsächlichen Probleme klein (weil es dem Feind in die Hände spielt!!1) oder verwirft sie gleich ganz an sich als bloße Erfindungen des Feindes, erweist man der guten Sache damit einen Bärendienst, denn genau dann, wenn Leute nur oder erst aus "alternativen" Quellen von diesen Dingen erfahren, werden sie skeptisch und empfänglich für deren Uminterpretation durch russische Propaganda ("Sonst würde man es uns im Mainstream ja nicht verschweigen!"). |
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