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| Autor: | Rafael | ||
| Datum: | 01.09.21 07:57 | ||
| Antwort auf: | Re:Supportet unser Pfandsystem (biobasierte Mehrwegbecher) von 2jaxx | ||
Ich klär mal vorsorglich ein paar Dinge auf, die oft durcheinander gebracht werden - ich glaube das ist die beste Antwort. 1) Der eigentliche Grund für die Einwegverbote ist dass die EU die Verbrennung von Kunststoffen reduzieren möchte, da diese eben zu 99,9% aus Erdöl sind und die Verbrennung massive CO2 Emissionen verursacht. Studien belegen dass rund 20 der größten Kunststoffhersteller mehr als 50% der gesamten Emissionen ausmachen (während sich alle also auf den Diesel und Flugreisen stürzen, nur mal als Denkanstoss). Der beste Weg da schnell Emissionen zu senken ist Einwegverbote, weil Mehrweg logischerweise nicht nach 8 Minuten Gebrauch zu Müll wird. 2) Der Wunsch nach Kunststoffen die sich mirakulös in Luft auflösen wird weiter ein solcher bleiben. Es gibt zwar den oft gepriesenen Ansatz der biobasierten kompostierbaren Kunststoffe ("biologisch abbaubar", neben recyclebar der Nummer 1 Hit der Greenwasher), aber die Verwerter können das gar nicht in kurzer Zeit kompostieren, daher verbieten das mittlerweile auch viele Kommunen. Auch der Kugelschreiber in deiner Hand, der Türgriff deines Kühlschranks, dein PS5 Controller und der Innenraum deines Fahrzeugs sind nicht frei von diesen Herausforderungen. Seit dem 23.6 sind auch Pappbecher ausgelegt mit sog. kompostierbaren Kunststoffen verboten. 3) Nein, unser Material verschwindet nicht einfach so. Zwar ist ein biobasierter Kunststoff schon vielleicht nach 20-30 Jahren gut zerfallen (ggü PP oder PE etwa 500 Jahre oder länger), aber das Material ist werkstoffmäßig top recyclingfähig und kann im Recyclingstrom gut verarbeitet werden. Da wir aber nicht auf die gelbe Tonne setzen (ich sag es mal so: die Quoten dort sind auch unter 10% Recycling, alles andere wird verbrannt), wollen wir lieber dass die Becher gar nicht erst im Müll landen. Unsere Cafés bekommen von uns mit dem Teilnehmervertrag eine Garantie, dass wir abgenutzte Becher von ihren Kunden zurücknehmen und 1:1kostenfrei gegen neue tauschen. Die alten landen bei uns im Container und werden dann von uns selbst (ohne Fremdeinwirkung) zum eigenen Rezyklat verarbeitet. So haben wir auch wieder Material. Cradle to cradle. Hier kann man ein bisschen mehr erfahren: [https://www.cirqualityowl.de/2020/08/28/biobasierte-to-go-becher-mit-ruecknahmegarantie-unterstuetzt-durch-innovative-loesungen-made-in-owl/] Hoffe das erklärt die Zusammenhänge einigermaßen. :) |
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