Thema:
Re:China: Verhör wegen Kommentar auf WeChat flat
Autor: chifan
Datum:26.12.19 00:27
Antwort auf:Re:China: Verhör wegen Kommentar auf WeChat von Hattori Hanzo

>>Bloß das spricht doch dafür, dass es problemlos möglich ist Politik, Führung u.ä. zu kritisieren, was im Gegensatz zu dem steht, was einem hier immer weisgemacht wird.
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>Jein, es ist nicht möglich, die Politik offen (!) zu kritisieren , also im Sinne von Demonstration, Aufruf zum Machtwechsel (der ja de jure auch nicht möglich ist, keine Wahl).


Offen in Form von Demos nicht. Sich darüber austauschen oder offen in öffentlichen Gruppen posten aber schon. Ich brauch dir das ja nicht erklären, aber wenn ich hier manchmal die Big Brother Vergleiche lese, gehen die Vorstellungen bei vielen schon deutlich an der Realität vorbei. Und was heißt, man kann nicht offen zum Machtwechsel aufrufen. Das liegt natürlich am System an sich. Aber diesbezüglich ist man ja überall bestimmten Regeln unterworfen. Wenn du bei uns offen verfassungsfeindliches Zeug propagierst, ist es mit der freien Meinungsäußerung auch schnell vorbei.

>Und es ist halt ein viel sinnvolleres System Dissenz zumindest soweit zuzulassen, dass es nicht nach Nordkorea aussieht. Was es natürlich auch nicht ist. Aber freie Meinungsäußerung ist definitiv nicht möglich. Als Lehrer an der Uni hab ich mal was (fundiert) kritisches gesagt, wurde dann einbestellt und musste versprechen dass ich nicht mehr über Politik rede.
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In welchem Zusammenhang erfolgte denn das? Ich glaube nicht, dass es bei uns erwünscht ist, dass der Prof. in seiner Vorlesung seine persönlichen politischen oder religiösen Ansichten zum Besten gibt. Das hat da auch nichts verloren. Und was fundiert ist, ist ja auch eine Frage der Perspektive. Selbst zwei Personen mit völlig diametralen Ansichten zu Thema x, können jeder für sich von ihrer Meinung überzeugt sein.

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>>>>Hatten wir doch schon. Und ich wiederhole mich da. Die personalisierten Tickets für die Bahn wurden und sind einfach notwendig, weil Leute da ein Geschäftsmodell drin gesehen haben und ganze Ticketkontingente aufgekauft haben. Das müsstest du eigentlich wissen.
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>>>Und warum macht man das personalisierte nicht nur beim Verkauf? Warum dann noch Überprüfen beim Eintritt in den Bahnhof? Dann nochmal beim Einstieg in den Zug?
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>>Welchen Sinn würden denn personalisierte Tickets machen, wenn man nicht überprüft ob der Ticketinhaber mit der Person identisch ist, der auf dem Ticket steht. Läuft doch exakt wie am Flughafen ab.
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>Genau das finde ich ja so doof. Es ist wie am Flughafen, also mit vielen Security Checks. Um dein genanntes Problem zu lösen müsste man doch nur personalisierte Tickets machen. Dann könnte niemand mehr Tickets aufkaufen, da ja mur 1 Ticket pro Fahrt möglich ist. Oder? Gegen personalisierte Tickets per se hab ich ja nix. Nur halt gegen das chinesische System.


Ich kann doch auch bei Flugbuchungen zig Tickets für verschiedene Personen buchen. Ohne Kontrolle könnte man einfach irgendwelche Verwandten oder gar Fantasynamen angeben und die dann trotzdem weiterverkaufen. Ich verstehe da deinen Punkt nicht. Zumal du dann auch die personalisierten Tickets beim Fliegen in Deutschland bzgl. Überwachung kritisieren müsstest.

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>>>>Hast du das mit den Museen selbst erlebt oder nur gelesen?
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>>>Selbst erlebt, im Sommer, z.B. in Qingdao. Habe auch bewusst nachgefragt warum, dann wurde mir das Schreiben gezeigt, Anweisung vom 1.4.2019, von der Regierung aus, keine Entscheidung des Museums.
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>>Ok. Habe ich selbst aber nicht erlebt.
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>>>> Wie gesagt, wir waren erst in Shanghai. Da traf das nicht zu. Welchen Sinn sollte das auch bzgl. Überwachung geben? Ohnehin zahlst du doch fast überall digital, woraus das doch sowieso ableitbar wäre.
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>>>Ja, das ist halt das was ich so besorgniserregend finde: Man ist quasi dauerhaft überwachbar. Ich zahle in China übrigens nicht digital.
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>>Aber bzgl. Überwachung ist das auch eher so eine typisch deutsche Denke, wo auch eigene Vorurteile wieder mit einfließen. Ist ja nicht so, dass die Händler in China nicht auch bevorzugt Bargeld annehmen könnten. Machen sie aber nicht. Warum? Wäre für sie auch einfacher bzgl. Steuerhinterziehung und Überwachung. Scheint so dass sie das gar nicht so sehr als Problem ansehen.
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>Ist sicherlich auch typisch deutsch. Aber ist ja nicht schlimm.
>Und wenn man weiß dass man eh überwacht wird, dann ists ja auch egal.
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Aber wird man das denn überhaupt? Das ist doch die Frage um die sich alles dreht und die keiner von uns beantworten kann.


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