Thema:
Re:Wie war das eigentlich nach der Pest? flat
Autor: Vetinari
Datum:28.01.21 07:46
Antwort auf:Wie war das eigentlich nach der Pest? von Akima

Die kam wieder und wieder und wieder. Die Pestsäulen, die man öfters sieht stammen ja nicht aus dem Mittelalter, sondern 16-19. Jahrhundert.

Eine positive Seite der großen Pest im 14. Jahrhundert war, dass durch den Mangel an Arbeitskraft die Schollengebundenheit und vor allem das starre (ironischerweise wegen der Pest im späten Weströmischen Reich eingeführten) Arbeitserbfolge (Sohn muss den Job vom Papa machen) aufgelöst wurde, und die Arbeiter und Bauern generell viel, viel freier wurden, weil sie - vor allem Fachkräfte - so viel wertvoller wurden und daher mit den Herrschaften ganz anders verhandeln konnten als zuvor, wo sie praktisch Sklaven waren.

Vermutlich passender ist auf die Spanische Grippe zu schauen. Danach waren gemeinsame Trinkbecher/krüge auf dem Tisch, aus denen alle tranken Vergangenheit. Ebenso die Spucknäpfe, die bis dahin überall rumstanden (siehe diverse Western) wurden im Zuge der Hygienemaßnahmen verboten. Masken, Abstand etc. verschwanden natürlich schnell wieder, mag keiner, weil scheiße. Händewaschen und bessere Hygiene in Patientenzimmern/Krankenhäusern blieb dagegen zum Glück.


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