Antwort auf den Beitrag "Re:mir geht das schon immer auf den Keks" posten:
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>>>In den 80ern konnte ich ja (rückblickend, damals dachte ich mir WTF?!) noch nachvollziehen, dass ein schwebender Orko tricktechnisch too much war, weswegen man halt Gwildor als Comic Relief erfand. >>>Aber einfach mal die Hautfarbe (dann ja konsequenterweise bei mehreren Chars) ändern obwohl dies nicht sein muss...? >> >>Die eigentliche Frage ist, welchen Schaden erleidet der Charakter wenn seine Hautfarbe geändert wird? >> >Nein, das ist nicht die eigentliche Frage. Das Problem ist, dass die Hautfarbe ohne inhaltlichen Grund geändert wird und man sich deswegen automatisch die Frage nach dem wahren Grund stellt. Und da kommt man zwangsläufig auf die Antwort: Identitätspolitik. >Die nächste Frage wäre dann, ist Identitätspolitik generell schlecht? Jeder eher normale, aufgeklärte Mensch würde sagen "Nein", aber dennoch ist es ein modernes, gesellschaftliches Thema, das in einem fiktionalen Fantasy-Sci-Fi-Werk fremd wirkt und die Immersion stört. Wie gesagt, wäre MaA von Anfang an schwarz gewesen, würde wohl niemand was sagen. Machst du ihn jedoch in der heutigen Zeit nachträglich schwarz, dann ist nicht die "neue" Hautfarbe das Problem, sondern das Eindringen eines modernen politischen Themas in ein eskapistisches, historisch gewachsenes Unterhaltungswerk. Es stört die Immersion. In solchen Fällen fallen dann eben auf der rechten Seite - nicht ganz zu Unrecht - Begriffe wie "Virtue Signalling" oder "Agenda". > >Was man zudem auch beachten muss: Wenn einem das Thema an sich nicht wichtig ist, sind solche Sachen einfacher zu ignorieren, zu tolerieren oder vielleicht sogar zu begrüßen. Das sieht man hier sehr gut: Die meisten fragen sich, was die Aufregung soll, "is doch egal". Doch wenn das Thema einem wichtig ist - eventuell weil man damit häufig konfrontiert wird und man ihm nicht mehr ausweichen kann - dann MUSS man eine Haltung dazu entwickeln. Das ist ganz natürlich: Etwas, was dir wichtig (geworden) ist, kann dir nicht egal sein. Und dann ist halt die Frage, welche Haltung du dazu einnehmen möchtest. Ohne zeitaufwändiges, kritisches Nachdenken und aufgrund des Konformitätsdrucks innerhalb eines Kollektivs gibt es für die meisten dann nur "Komplett dafür" oder "Komplett dagegen". Wie ich so oft meine, sind Grautöne keine Option. Und ich bin mir sicher, dass dieses Thema in den USA für sehr viele Menschen wichtig geworden ist, eben weil sie ihm nicht mehr ausweichen konnten. Bei uns in Deutschland ist das noch lange nicht so drastisch, da kann man es sich noch leisten, keine eindeutige Haltung dazu zu haben. Wir sehen aber auch hier schon, wie das Thema gezwungenermaßen immer wichtiger für immer mehr Menschen wird. Gendersprache ist das beste Beispiel. Leute können dem nicht ausweichen und müssen eine (wahrscheinlich) eindeutige Schwarzweiß-Haltung dazu entwickeln. > >Doch wie auch immer: Wenn sich jemand entscheidet, "dagegen" zu sein, dann ist es unerheblich, dass im Falle des MotU-Films die Farbänderung eines Charakters eigentlich keine Relevanz hat. Dann ist es unerheblich, ob die Hautfarbe dem Char schadet oder nicht. Dann ist man einfach prinzipiell dagegen. > >Ich sah mich auch gezwungen - rein auf der Gefühlsebene - mich damit auseinanderzusetzen. Das Thema wurde unfreiwillig wichtig für mich. Und weil ich mich weder mit "Komplett dafür" noch mit "Komplett dagegen" anfreunden konnte, musste ich mir eine differenziertere Haltung zu dem Thema erarbeiten. Und mit dieser bin ich jetzt sehr zufrieden. Ich bin liberal, tolerant und weder homo-, trans- oder xenophob. Gleichzeitig weiß ich, dass ich durch soziale Prägung bestimmt nicht 100% frei von Vorurteilen sein kann, jedoch bin ich aufgrund meiner Überzeugung willens, diese bei Badarf zu überwinden. >Auf der ANDEREN Seite Ich bin GEGEN die unnatürliche, erzwungene oder ideologisch motivierte Infusion von Identitätspolitik in Unterhaltungswerke, und zwar, weil sie nix bringt. Ich bin aktuell der Meinung, dass sie eher schadet. Zumindest, wenn sie plump und auffällig umgesetzt wird. Es wirkt belehrend, es spaltet, es schadet. > >Diese Meinung ist aber nur vorläufig. Sobald mir jemand belegen oder zumindest verargumentieren kann, dass es Aktzeptanz anstatt Reaktanz hervorruft, MaA schwarz zu machen, ändere ich gern meine Meinung. > >PS Edit: Ich kann mit Idris als MaA deswegen gut leben, weil ich das Thema für meine Ansprüche genug durchdrungen hab. Ich weiß halt jetzt, dass mich nicht die Hautfarbe stört, sondern die gut gemeinte, aber imo schädlich umgesetzte Absicht dahinter. Das macht mich gelassener. Ich muss da nicht mehr groß grübeln. > >>Blade oder Black Panther sind schon mit schwarzer Basis & Geschichte "entwickelt" worden und deswegen kann man da auch nicht wirklich einen weißen casten. Selbes auch bei etablierten Figuren wie Peter Parker, Steve Rogers Captain America usw. die das typische weißer Vorstadt Junge Bild verkörpert haben und für die man stattdessen lieber "alternative" schwarze Versionen spendiert hat. >> >>Bei Man at Arms hat sich damals einfach einer gedacht: Cooler Typ mit Cooler Waffe/Rüstung ergibt ne coole Actionfigur und ohne große hintergedanken hat man ihn weiß gemacht. Arielle is ne fucking Meerjungfrau und könnte somit auch von nem Fisch gespielt werden und ihre Hautfarbe hat keinerlei Auswirkungen auf die Geschichte die erzählt werden soll. >> >>Die Frage die du und andere euch selbst mal stellen musst, ist, warum euch das so stört, dass eine Figur, die theoretisch sogar vom nem Hund gespielt werden könnte, vom einem Schwarzen gespielt wird. >> >Mich stört nicht die Hautfarbe, mich stört die (wahrscheinlich) ideologisch motivierte und daher nicht zuträgliche Änderung. Im obigen Aufsatz hab ich meine Ansicht dargelegt. > >> >>>Jitsu und Ninjor sollten IMO gerne auch asiatisch aussehend bleiben (sollten sie jemals in einem Film zu sehen sein), alles andere tut IMO nicht Not. >> >>> >>>Aber, nochmal, ist alles IMO. >>>Warten wir mal ab... >> >>Idris Elba ist ein super Schauspieler und er wird seine Arbeit gut machen. Fertig. > >Davon würd ich auch ausgehen. Das war aber nicht das Thema der Diskussion, die ich hier angezettelt hab.
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