Antwort auf den Beitrag "Re:站台 Platform (China 2000)" posten:
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>von Jia Zhangke(Still Life, A Touch of Sin, Ash is purest White, Pickpocket) > >Eine junge Theatergruppe aus Fenyang tourt Ende der 70er durch die Provinz Shanxi und bringt die mittlerweile angestaubte staatliche Propaganda unter die Bevölkerung. >Aber die Zeiten ändern sich seitdem der Führer Mao Zedong gestorben ist. >Langsam und subtil schleicht sich anfänglich von den Großstädten aus kommend eine Form von Wandel und Veränderung in die Gesellschaft, die die abgelegenen Kleinstädte und Dörfer aber nur schwerfällig erreicht. >Zwischen allmählichen Einflüssen aus dem Westen, familiären Ansprüchen und den parteilich vorgegeben Denk- und Handlungsweisen versuchen die heranwachsenden Künstler ihren Platz aber auch Freiräume zu finden, der ihnen ein anderes vermeintlich besseres Leben bietet, als die der Eltern. >Der Film begleitet ein paar ausgewählte Leute der Theatergruppe über einen Zeitrahmen von 10 Jahren durch diese Zeit der Liberalisierung und Säkularisierung und schildert authentisch anhand von persönlichen Erfahrungen die Umwälzungen und Bedeutung dieser Zeit. > >Trotz der Film um die Jahrtausendwende entstand, wirkt er inhaltlich und optisch, als wäre er in den 80er gedreht worden. Das liegt sicher daran, dass einige Landstriche Chinas damals eben weiterhin vom Wandel und Veränderung so gut wie kaum erfasst wurden und sich daher für Drehorte anboten. >Das ist dann auch ein großer Pluspunkt des Films, dass er diese vergangene Zeit des Kommunismus so wunderbar wie bedrückend einfängt. >Die Geschichte der Theatergruppe, die anfänglich im Auftrag und mit finanzieller Förderung der Kulturbehörde das parteiliche Gedankengut durch die Provinz trägt, sich dann aber neuen Herausforderungen bei der Unterstützung und Privatisierung stellen muss, ist loser Aufhänger für die vielschichtigen Themen, die der Film mit seinen Charakteren mal offensichtlich als auch versteckt angeht. Wie in so vielen chinesischen Filmen ist oftmals Jenes am Eindrücklichsten, was eben nicht formuliert oder im Blickwinkel der Kamera gezeigt wird. >Das sorgt dann für ein paar szenische und emotionale Highlights im Film, die mich die rund 2,5 Filmstunden lohnend haben schauen lassen. >4/5 > >48•[111] > >[https://youtu.be/GSoa3JxVm2o] >[img:https://asianwiki.com/images/a/a9/Platform.jpg] > >Der OST ist auch klasse: >[https://youtu.be/Z7GmECol79Q] > >Altes Interview mit Zhangke zum Film: >[https://www.arsenal-berlin.de/assets/Legacy/katalog_blaetter/2001_Zhantai_42.pdf]
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