Antwort auf den Beitrag "Re:Was sind eure stärksten/eindrücklichsten Filmszenen?" posten:
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>Neben Filmen, die mir wegen ihrer Coolness (The Matrix, Kill Bill) oder ihrer unglaublich fantasievollen Welt (Spirited Away) im Gedächtnis geblieben sind: > >Inglourious Basterds hab ich damals in Berlin im Kino gesehen und das Ende hat mich unheimlich beeindruckt. Während die Nazis im Kino verbrennen, schwebt Shosanna in den Rauch des Feuers projiziert wie ein Racheengel über der Szenerie und verkündet ihr Rache-Pamphlet. Das hat sich für mich einfach wunderbar richtig und befriedigend angefühlt und war für mich so sehr eine Genugtuung angesichts der Sünden meiner Vorfahren, wie ein Film eine solche überhaupt zu erzeugen im Stande sein kann. > >Das Ende von Funny Games (die Originalversion) war ein richtig übler Mindfuck. Schon wie die beiden Eindringlinge auftreten, diese schmierig freundliche, passiv aggressive Art... Dann gehts die ganze Zeit nur bergab, es tut sowohl den Protagonisten als auch dem Zuschauer alles immer mehr weh, die Grausamkeiten und die Ungerechtigkeit werden immer schlimmer, die Familie wird immer mehr reduziert und grauenhafterweise werden noch nicht mal die Kinder verschont. Man sehnt sich so sehr nach einem einigermaßen versöhnlichen Ende, einer Art Rache an diesen dreckigen, schmierigen Schweinen, dass man die Fäuste ballt und die Zähne zusammenbeißt, als sich die Mutter am Schluss auf dem Boot das Gewehr schnappt und es schafft, einen der beiden Eindringlinge zu erschießen - und dann holt der andere eine Fernbedienung hervor, spult einfach den [i:fucking] Film zurück und schubst sie dann wie nebenbei ins Wasser und in den Tod. >Wie da den gesamten Film lang mit den Erwartungen und der Hoffnung des Publikums gespielt wird und dann in dem Moment, in dem der narrative Imperativ [i:gebieten] würde, dass die Mutter und das Publikum endlich ihre Rache bekommen, mit filmisch sowie narrativ [i:unredlichen] Mitteln mit dieser Erwartung gebrochen wird - absolut diabolisch und brillant. > >Nekromantik fand ich damals auch super, den hab ich mir damals aus kranker Faszination angesehen, wurde aber am Ende total überrascht - denn dieser eigentlich absolut widerliche, trashige Film kommt nicht ohne Brillanz daher. Die Schilderung wird ziemlich grafisch, widerlich und schlimm. Zartbesaitete lieber nicht klicken. >[h:Der Film beginnt mit Bildern von einem supersüßen Hasen auf einer Wiese und fährt mit einer (realen) Aufzeichnung davon fort, wie dieser Hase getötet und dann gehäutet wird. Geht schonmal gut los. >Wenn ich mich recht erinnere (lang ists her), trifft der nekrophile Protagonist, der sich mit seinen Neigungen alleine fühlt und große Schwierigkeiten hat, sexuelle Erfüllung zu erlangen, auf dem Friedhof beim Leichen-Ausbuddeln endlich eine gleichgesinnte Frau. Er nimmt sie und die Leiche mit nach Hause, und eine Zeit lang spielt sich eine Dreierbeziehung (Protagonist, seine "Freundin", verwesende Leiche) mit kranken, expliziten Sex-Szenen ab. >Irgendwann ist die Leiche jedoch "verbraucht", und die Frau verlässt den Protagonisten. Wieder alleine, trifft ihn seine alte Depression wieder, und letzten Endes will er seinem Leben ein Ende setzen. Ich bin nicht mehr hundertprozentig sicher wie das ablief, aber es läuft darauf hinaus, dass er sich beim Masturbieren mit dem Messer suizidiert. Er sticht sich also wichsend immer und immer wieder in den Bauch, bis er - Blut aus seinem Plastik-Requisiten-Penis ejakulierend - das erste Mal überhaupt zum Höhepunkt kommt. >Der Film endet mit der Aufzeichnung der Hasen-Häutung, die nun rückwärts abgespielt wird. Am Ende hoppelt also wieder der süße Hase über die Wiese. >Der süße Hase am Anfang und Ende rahmt also die ganze widerliche Haupthandlung ein, die Häutung des Hasen kennzeichnet jeweils den Eintritt ins und den Austritt aus diesem Grauen. Hat mich sehr beeindruckt.] > >Noch ein ungewöhnliches Beispiel, das mir aber im Gedächtnis geblieben ist: For the Love of Pleasure, ein Porno von 1979. Ein Einbrecher will ein Haus ausräumen, wird aber von der beleibten Hausherrin erwischt und unter vorgehaltener Knarre zum Sex gezwungen. Leider kommt obendrein noch der Hausherr nach Hause und erschießt den Einbrecher. Der findet sich direkt darauf in einer weißen Weite wieder, die verdächtig nach Himmel aussieht. Eine wunderschöne Frau, offenbar ein Engel, nimmt ihn in Empfang und bietet ihm alle möglichen Annehmlichkeiten an, von Unmengen guten Essens bis (natürlich) hin zu der Möglichkeit, alle denkbaren sexuellen Phantasien auszuleben. Es beginnt mit schönen, intimen Schäferstündchen, während derer die schöne Frau ihn sogar lehrt, was guter Sex ist; mit der Gewöhnung verschiebt sich das Spektrum dann zu immer krasseren Szenen, an denen sich der Protagonist immer mehr sättigt und an denen er immer weniger Freude hat. >Am Ende liegt er, sowohl sexuell als auch so absolut gesättigt, faul und widerwillig in den Kissen und hasst sein Dasein. Er klagt sein Leid der schönen Frau, die ihn die ganze Zeit im Leben nach dem Tod begleitet hat - da offenbart sie ihm, dass er sich nicht im Himmel, sodern in der Hölle befindet und sie folgerichtig kein Engel, sondern der Teufel ist. >Hat mich in dem Moment total geflasht. I watched the movie to blow my load, not to get my mind blown, quasi. ^^
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