Antwort auf den Beitrag "Re:Fazit Staffel 1 ..." posten:
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>Mein Ersteindruck (s.u.) bestätigte sich nach den acht Episoden der ersten Staffel: In einer grundsätzlich interessanten Welt (trotz und wegen ihres Remix von 1800-Europa plus Magie) agieren weitgehend arg kompetente Figuren in einer nicht allzu überraschenden, aber netten Auserwählten-Fantasy-Handlung. Dabei bleibt alles bodenständig und "persönlich" - große Schlachten oder massive Monsterszenen gibt's überhaupt nicht zu sehen. Dadurch wirkt aber auch das Finale bzw. das Staffelende etwas unterwältigend und ist recht offen. > >Diese erste Staffel von SHADOW AND BONE folgt dabei dem gleichnamigem ersten Buch bzw. "Goldene Flammen" von Leigh Bardugo, zumindest laut meinem Wikipedia-Querlesen. :-) Gleichzeitig verzahnt die Netflix-Serie die Geschichte untrennbar und nicht unclever mit dem ersten Band eines eigenständigen Zweiteilers aus der Grisha-Welt, "Six of Crows" bzw. "Das Lied der Krähen" ([h:dessen eigentlicher Hauptplot in der Serie etwas angetackert wirkend mitläuft und mehr Staffel 2 vorbereitet]). > >Ob das die Dramaturgie der Staffel nun verbessert oder verschlechtert hat, ist wohl Ansichtssache. Nach dem interessanten Auftakt läuft die Geschichte recht vorhersehbar weiter, bis dann im Mittelteil einiges auf den Kopf gestellt wird, um danach eher gemächlich im schon erwähnte Finale zu münden. Leider fußen so manche Wendungen auf Zufallsbegegnungen! Einige Figuren und Parteien sind ambivalenter als anfangs gedacht, aber für hochkomplexe Charakterpsychologie oder weitreichende Intrigen und Machtkämpfe bleibt keine Zeit bzw. wird's nur angerissen. > >Was aber auch daran liegt, dass hier eben keine Anführer großer Adelshäuser wie in GAME OF THRONES im Mittelpunkt stehen, sondern einfache Soldaten und Diebe. Und die zugrundeliegenden Bücher werden auch dem Young-Adult-Genre zugerechnet; die Serie macht die Figuren angenehmerweise etwas älter (plus mehr Diversity?). Dass viele Charaktere durch unausgeprochene Liebe verbunden sind, ist jedoch geblieben. Apropos: Die Titelfigur Alina bzw. ihre schön abgeklärt synchronisierte Darstellerin Jessie Mei Li ist auch das Highlight, wobei die Serie generell einige markige Darsteller gefunden hat. > >Insgesamt ist SHADOWN AND BONES für mich (noch?) kein neuer Stern am (Low-)Fantasy-Himmel, was ich nach dem Auftakt leise gehofft hatte, aber ordentlich und im kleineren Rahmen wertig umgesetzt plus eben die interessante Hintergrundwelt. > >Ein paar Spoiler: > >[h:- Etwas dämlich erscheint es mir, dass es eine fast vollständige Zugverbindung durch die Schattenflur gibt samt gepanzertem Zug, die aber nur noch ein Schmuggler kennt. Gleichzeitig setzt die Armee auf hölzerne Segelschiffe, bei denen alle Passagiere auf dem offenen Deck stehen!? > >- Diese anstehende Industrialisierung ist generell ein nettes Detail: Es gab zuletzt große Fortschritte bei den Handfeuerwaffen und in einem Rückblick wurde noch mit Pfeil und Bogen geschossen. > >- Die Infiltration des ach so sicheren Kleinen Palasts war eigentlich überraschend leicht, aber na ja - Episode 1.05 war auch deshalb insgesamt mit die schwungvollste. > >- Kleine Lieblingsszenen: Die Ninja-Diebin Inej (Amita Suman) reagiert in Ehrfurcht auf die "Sonnenkriegerin" Alina. Und Alina trifft am Ende ja wieder auf ihren ewigen Freund Mal (wirkt etwas tumb: Archie Renaux) - gefühlsmäßig tänzeln sie noch umeinander herum - und im Gespräch schaut sie ihn erwartungsvoll an, während er zu Boden starrt. > >- Die ganze Sache mit den mythologischen Tieren wirkte willkürlich, vielleicht auch, weil zu wenig Zeit aufgewendet wurde, um es langsamer zu erzählen. > >- Einmal blendet Alina jemanden durchs direkte Auflegen ihrer Hände auf seine Augen. Da hätte ich mir klarer gewünscht, dass derjenige vielleicht mit rauchenden Augen erblindet und Alina mit der Beherrschung ihrer Kräfte hadert. Aber das Problem ist ja eher, dass ihre angeblich so mächtigen Sonnenkräfte lange Zeit zu schwach sind.]
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