Antwort auf den Beitrag "Re:Eine Verneigung vorm Oldschool-Kino" posten:
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>Storytechnisch, handwerklich, schauspielerisch usw. wirklich ganz groß. >Scorsese zeigt einmal mehr, was er kann und was man zu seiner Zeit (und er heute noch) unter Kino verstand. > >Leider wirkt ein solcher Film heute allerdings auch irgendwie wie aus der Zeit gefallen. Er wird die Zielgruppe, die heute große Boxoffice-Erfolge generiert, nicht wirklich ansprechen, weshalb es verständlich ist, dass sich da kein Studio rangetraut hat. >Ob das am Ende für alle Beteiligten gut oder schlecht ist, kann und soll jeder für sich beantworten. >Ob es von Scorsese (und Coppola) gerechtfertigt ist, sowas wie Avengers als „kein Kino“ zu bezeichnen (und diese Umschreibung damit quasi unterschwellig exklusiv für Filme nach deren Machart zu beanspruchen) ebenfalls. >Entbehrt auf alle Fälle nicht einer gewissen Arroganz und eines gewissen Altersstarrsinns. > >So etwas wie „The Irishman“ setzt definitiv, sowohl von der Laufzeit, wie auch von der Story und Charakterentwicklung, eine Aufmerksamkeitsspanne und -bereitschaft voraus, die der heutigen Smartphone-/YouTube-/Actionzielgruppe komplett abgeht. Der Film lässt sich enorm viel Zeit, es wird viel und tiefsinnig geredet, es gibt wenig Krachbumm und noch weniger Ironie und coole Sprüche. >Viele der heutigen Kinogänger dürften solch vergleichsweise schwere Kost langweilig finden und kaum die Bereitschaft mitbringen, sich darauf einzulassen - zumal sie viele letztlich mehr deprimieren als unterhalten dürfte. > >Für Netflix ist es ein Prestigeobjekt, um noch ein Stück weiter aus der Videothekenersatz- und Seriensparte herauszutreten. >Ob es sich am Ende, wie auch immer, für sie rechnen wird, bleibt allerdings ebenfalls abzuwarten. > >Für Scorsese, aber auch De Niro, Pacino & Co. könnte man diesen Film (ohne jetzt schwarzmalen zu wollen oder wehmütig zu werden) als würdigen Abschluss ihres Lebenswerks sehen - und gar als Ende ihrer Ära.
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